Neues Level in der Batterie-Forschung

Bei der Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG in Selb treffen High-Tech „made in Oberfranken“ und koreanische Forschung zusammen, um Lithium-Ionen-Batterien nachhaltiger und effizienter herzustellen.

Die Korea University Seoul startet ein neuartiges Forschungsprojekt. Im Fokus steht zukünftig eine industrielle hochautomatisierte Produktion von Batterien, die mithilfe digitaler Technologien aufgebaut werden soll. Ein wichtiger strategischer Partner aus der Industrie ist die Fa. NETZSCH. Im Herstellungsprozess der Batteriezellen werden NETZSCH-Maschinen ganz am Anfang der Prozesskette – bei der Mischung der Rohmaterialien – eingesetzt. Diese hochspezialisierten Maschinen und Anlagen stellen die verschiedenen Elektrodenpasten Anode und Kathode her.

„Digitaler Zwilling“
ICC-AMMT (Industry-coupled Cooperation Center for Advanced Materials & Manufacturing Technology of Korea Universtiy) und NETZSCH vereinbaren die Durchführung von Industrie-Akademie-Kooperationsprojekten im Rahmen des LINC 3.0-Programms der Korea University. Ein MoU (memorandum of understanding) wurde feierlich in Selb unterzeichnet. NETZSCH wird mit dem Projekt „Cellvos®“ das Potenzial eines digitalen Zwillings, verbunden mit Künstlicher Intelligenz in der Fertigung von Batteriepasten, durch Lieferung einer neuartigen Pilot-Anlage nach Korea unterstützen.

Zunächst werden alle relevanten Produkt- und Prozess-Daten rund um die Herstellung der Batterie-Pasten ermittelt. Im Anschluss wird es, mithilfe des sogenannten digitalen Zwillings, möglich sein, das Verhalten von Produkten oder die Leistung eines Ablaufes zu simulieren, zu analysieren und zu optimieren – ohne dass das Produkt oder der Prozess selbst dafür geändert werden muss. In diesem Projekt kommt erstmalig eine Künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die idealen Prozessparameter für jede Batteriezelle während der verschiedenen Herstellungsschritte zu ermitteln und den Prozess datengetrieben zu steuern. Ziel sei es, einen besonders effizienten Produktionsprozess zu entwickeln, so das Unternehmen.

Wissensaustausch stärken
Die Forscher aus Südkorea besuchten auch die Fertigung bei NETZSCH in Selb.
„Es ist aufregend, die Gelegenheit zu haben, unsere beiden komplementären Fähigkeiten zu nutzen und das Ziel zu haben, in Bereichen zusammenzuarbeiten, die wir noch gemeinsam erforschen müssen“, sagt CEO Ingo Rädisch von NETZSCH Mahlen & Dispergieren. „Wir freuen uns sehr über die Aussicht, den Wissensaustausch zu stärken und eine gute und nachhaltige Zusammenarbeit zu beginnen. Durch den digitalen Zwilling wird in Zukunft die Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen ohne Zweifel vernetzt und hochtechnologisch. Die Digitalisierung der gesamten Prozesskette leistet einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und mehr Effizienz.“

Prof. Joonso Lee von der Korea University Seoul ergänzt: „Wir beabsichtigen, eine umfassende Zusammenarbeit mit NETZSCH in den Bereichen Innovation der Batterie Fertigungstechnologie, um die so genannten Smart Plants zu entwickeln.“ Zuvor gehe es für das Team um Konzeptarbeit. Grundlagen für den „digitalen Zwilling“ müssten definiert und festgelegt werden.

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