Nr. 819272
Regionale Kooperation

Südwestfälischer Wasserstoff-Summit 2022

Wenn sich gleich mehrere Institutionen in einer Region zusammentun, können Sie gemeinsam Großes erreichen. Seit über einem Jahr zeigt die Veranstaltergemeinschaft, zu der die SIHK, die Wirtschaftsförderungen aus Hagen, dem Märkischen- und dem Ennepe-Ruhr-Kreis, der Transferverbund Südwestfalen und automotiveland.nrw gehören, wie effektiv regionale Zusammenarbeit sein kann.
Der 2. Südwestfälische Wasserstoff-Summit bot den Teilnehmenden ein kurzweiliges Programm mit Expertinnen und Experten aus der Region. Über 300 Personen besuchten die Veranstaltungen vor Ort und im Internet. In der Summit Woche Mitte August kamen viele unterschiedliche Facetten des Themas Wasserstoff zur Sprache. Ob neue Märkte für die produzierenden Unternehmen in unserer Region, der Einsatz von Wasserstoff für Logistik und Mobilität, Wasserstoff als Energieträger für Prozesswärme in der Industrie oder die Beschaffung und Verteilung – alle Aspekte wurden berücksichtigt und konnten mit hochkarätigen Experten und Expertinnen besetzt werden.
Teilweise fanden die Veranstaltungen in Präsenz statt – so etwa vor Ort im H2-Energy-Labor der FH-Südwestfalen, wo sich die Teilnehmenden über den aktuellen Forschungsstand informierten und die Gelegenheit zum persönlichen Austausch nutzten. Die anderen Veranstaltungen wurden online durchgeführt, wobei teilweise auch Zuschauer vor Ort – etwa in der Grauzone in Hattingen oder im M12 in Hagen – waren.
„Uns hat vor allem beeindruckt, wie detailliert die Fragen waren, die gestellt wurden,“ berichtet Sonja Pfaff von der GWS MK, die zum Veranstalterteam gehört. „Während der Summit 2021 noch zur groben Orientierung diente, haben sich seitdem offenbar viele Unternehmen intensiv mit Wasserstoff auseinandergesetzt und haben oft schon konkrete Anwendungsmöglichkeiten im Blick.“ Die Veranstaltergemeinschaft plant nun weitere Schritte, um die Wirtschaft in der Region aktiv rund um das Thema Wasserstoff zu unterstützen und zu begleiten. Ein Schwerpunkt werden Angebote für die Zulieferindustrie für Elektrolyseure und Brennstoffzellen sein. „Unsere Metall und Kunststoff verarbeitenden Betriebe haben das nötige Know-how, um in der Wasserstofferzeugung neue Geschäftsfelder zu erschließen“, betont Christoph Brünger, Geschäftsbereichsleiter der SIHK.
22.08.2022


Resolution der SIHK-Vollversammlung

Zukunft mit Industrie im Märkischen Südwestfalen

Die SIHK-Vollversammlung hat sich in ihrer letzten Sitzung intensiv mit den Fragen für eine erfolgreiche Zukunft der Industrie auseinandergesetzt und eine Resolution verabschiedet. Zudem hat die gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW-Consult) erstellte Studie „SIHK-Industriemonitor“ deutlich belegt, dass die Industrieunternehmen der starke Motor für die Wirtschaft im Märkischen Südwestfalen sind.

Resolution: Zukunft mit Industrie im Märkischen Südwestfalen

Resolution der Vollversammlung der Südwestfälischen Industrie und Handelskammer zu Hagen (SIHK) zu den Herausforderungen einer Industrieregion im Wandel
Der Strukturwandel in der Industrie ist ein dauerhafter Prozess. Gerade die Industrie im Märkischen Südwestfalen hat diesen Wandel immer wieder erfolgreich bewältigt und bildet nach wie vor die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung in der Region. Allerdings stehen die Unternehmen in den nächsten Jahren vor besonderen Herausforderungen. Neben dem beschleunigten Strukturwandel durch die Digitalisierung muss die Industrie Lösungen für die aus Klimaschutzsicht dringend notwendige Reduzierung der CO2-Emissio-nen entwickeln. Die Region Märkisches Südwestfalen ist mit dem hohen Anteil an energieintensiver Produktion und ihrem starken Schwerpunkt Automotive in besonderer Weise hiervon betroffen. Gerade der automobile Wandel hin zum elektrifizierten Antriebsstrang stellt viele ansässige Unternehmen vor sehr große Herausforderungen. Die Corona-Pandemie hat diesen Wandel zusätzlich erschwert. Viele Unternehmen verschieben oder streichen Investitionen in Innovationen aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit. Dabei sind diese Investitionen dringend notwendig, um die Chancen, die sich aus der Digitalisierung und dem Klimaschutz ergeben, als Vorreiter zu nutzen. Andernfalls droht die Gefahr, im globalen Wettbewerb abgehängt und zu stark von den steigenden Anforderungen unter Druck gesetzt zu werden. Von daher sind die Unternehmen, die die notwendige Transformation der Digitalisierung und des Klimaschutzes angehen, gegenüber den Unternehmen finanziell besser zu stellen, die bei dieser Transformation nicht oder nur sehr zögerlich mit dabei sind.
Die Perspektive für die Region lautet „Zukunft mit Industrie“. Die Industrieunternehmen im Märkischen Südwestfalen stellen sich mit Innovationskraft, qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unternehmerischem Mut und Gestaltungswillen dieser Herausforderung, sindaber auf die richtigen Weichenstellungen auf allen politischen Ebenen angewiesen.

Zentrale Forderungen der Resolution

Studie „SIHK-Industriemonitor“

Die Industrieunternehmen bleiben der starke Motor für die Wirtschaft im Märkischen Südwestfalen. Aktuell sind immer noch mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in der Industrie und den industrienahen Dienstleistungen tätig. Diese regionale Stärke wurde bereits
im Januar beim Industriegipfel durch die gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW-Consult) erstellte Studie „SIHK-Industriemonitor“ (PDF-Datei · 1930 KB) deutlich belegt.
16. Juli 2021
Gesetzespaket

EU Kommission macht ernst beim Klimaschutz

Am 14. Juli hat die EU Kommission das "Fit for 55"-Gesetzespaket vorgestellt. Es enthält Entwürfe für 12 Gesetzgebungsverfahren, mit zum Teil weitreichenden Auswirkungen für die Wirtschaft. Mit dem Gesetzespaket sollen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gesenkt werden, bis 2050 wird die komplette Klimaneutralität angestrebt.

REFORM DES EUROPÄISCHEN EMISSIONSHANDELS

Für alle Unternehmen relevant sind absehbar weiter steigende CO2-Preise und damit ein höherer Druck auf Unternehmen, Energieverbräuche zu senken, erneuerbare Energieträger zu nutzen und auf emissionsarme Produktionsverfahren umzustellen. Die Kommission schlägt vor, den heute bestehenden europäischen Emissionshandel (EU-ETS) zu reformieren. Konkret soll das Ausgangsniveau der zur Verfügung gestellten Emissionszertifikate einmalig abgesenkt und der Pfad zur weiteren Reduzierung steiler werden. Zudem soll eine höhere Entnahme von Zertifikaten aus der Marktstabilitätsreserve ermöglicht werden. Außerdem ist geplant, den Anwendungsbereich des Emissionshandels um den Seeverkehr zu erweitern. Für Unternehmen mit großen, am EU-ETS beteiligten Industrieanlagen, ist die teilweise freie Zuteilung von Zertifikaten Voraussetzung dafür, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte gewahrt bleibt. Der Kommissionsvorschlag sieht vor, die freie Zuteilung an Industrieunternehmen herunterzufahren, indem die maximale Abwertung der Benchmarks von 1,6 auf 2,5 Prozent pro Jahr angehoben wird. Das führt in Kombination mit der erwarteten Steigerung der CO2-Preise zu deutlich höheren Belastungen dieser Unternehmen. Zusätzlich soll als Gegenleistung für die freie Zuteilung eine Verpflichtung zu Klimaschutzinvestitionen eingeführt werden.

EIN NEUER EMISSIONSHANDEL FÜR GEBÄUDE UND VERKEHR

Neben dem bestehenden Emissionshandel soll ein weiteres Emissionshandelssystems eingeführt werden, das ab 2026 die Emissionen des Energieeinsatzes in Gebäuden und Verkehr bepreist. Wie im deutschen nationalen Emissionshandel nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) werden die Inverkehrbringer von Kraft-/Brennstoffen zur Teilnahme verpflichtet. Diese geben dann den CO2-Preis an ihre Kunden weiter. Ausgenommen von dem neuen Emissionshandel sollen Brennstoffverbräuche für die Erzeugung industrieller Prozesswärme sein. Eine freie Zuteilung beziehungsweise Entlastung besonders betroffener Energieverbraucher ist nicht vorgesehen; die Versteigerungserlöse sollen aber für Investitionen in den Klimaschutz und zur Unterstützung ärmerer Haushalte eingesetzt werden.

CO2-GRENZAUSGLEICH FÜR EINZELNE BRANCHEN

Für eine Auswahl energie- und handelsintensiver Sektoren soll ein CO2-Grenzausgleich (englisch: CBAM – Carbon Border Adjustment Mechanism) etabliert werden. Ziel ist es, in diesen Branchen Wettbewerbsnachteile durch EU-weit steigende CO2-Preise gegenüber Konkurrenten außerhalb der Europäischen Union zu vermeiden – und die Abwanderung von Wertschöpfung zu verhindern. Der von der EU-Kommission geplante CBAM ist eine Art CO2-Zoll auf aus Drittstaaten importierte Produkte. Die bei Import fällige CO2-Abgabe errechnet sich aus dem bei der Produktion ausgestoßenem Kohlendioxid und dem jeweils aktuellen CO2-Preis im EU-ETS. Sie entfällt, wenn der Importeur nachweist, dass die CO2- Abgabe im Herkunftsland genauso hoch ist wie in der EU. Vom CO2-Grenzausgleich erfasst werden sollen die Branchen Zement, Dünger, Stahl, Aluminium aber auch Strom, aber auch Produkte der ersten Weiterverarbeitungsstufen, zum Beispiel Stahlrohre. Vorgesehen ist, dass der CO2-Grenzausgleich die teilweise freie Zuteilung von Emissionszertifikaten für die erfassten Sektoren ersetzt. Den Vorschlag der Kommission begleitet eine intensive Diskussion, wie und ob sich ein Grenzausgleichsmechanismus in Einklang mit dem internationalen Handelsrecht bringen lässt und wie die bei der Produktion in Drittländern anfallenden CO2-Emisssionen berechnet und nachgewiesen werden können. Für Diskussionen wird auch sorgen, dass der Vorschlag der Kommission nur einen Aufschlag für Import, nicht aber eine Entlastung für Exportprodukte vorsieht.

AUSBAU ERNEUERBARER ENERGIEN

Damit die mit dem Green Deal beabsichtigte Transformation gelingen kann, werden entsprechende CO2-arme Alternativen zur Energieversorgung, also Strom aus erneuerbaren Quellen und klimafreundlicher Wasserstoff in auskömmlichen Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen, zur Verfügung stehen müssen. Dafür plant die EU-Kommission die Festlegung eines verbindlichen EU-Ausbauziels von 38 bis 40 Prozent Anteil am Endenergieverbrauch bis 2030. Nationale Ziele will sie nicht vorschreiben. Vorgesehen sind aber indikative Erneuerbaren-Ziele für die Bereiche Gebäude – voraussichtlich 39 Prozent bis 2030 – und die Industrie. Im Bereich Verkehr soll neben dem Unterziel für fortschrittliche Kraftstoffe auch eines für Treibstoffe nicht biogenen Ursprungs eingeführt werden, etwa für Strom, Wasserstoff oder E-Fuels. Vorgeschlagen wird zudem ein EU-weit gültiges System für Herkunftsnachweise. Das soll unter anderen dazu beitragen, dass im EU-Strombinnenmarkt mehr Verträge für die Direktabnahme von erneuerbarem Strom, (englisch: PPA – Power Purchase Agreement) geschlossen werden.

STÄRKUNG DER ENERGIEEFFIZIENZ

Das derzeit gültige Energieeinsparziel von 32,5 Prozent bis 2030 gegenüber 2008 wird nach Einschätzung der Kommission voraussichtlich um rund 3 Prozent verfehlt. Nachsteuerungsbedarf bestehe daher auch ohne eine weitere Verschärfung. Ob die Effizienzziele erhöht werden sollen, ist noch offen. Klar ist, dass die Kommission darauf setzt, das Prinzip "Efficiency First" – also den Leitgedanken, sparsam mit Energie umzugehen – in allen energieverbrauchsrelevanten Segmenten zu stärken. Einen besonderen Beitrag soll dabei die öffentliche Hand leisten, unter anderem über Sanierungsverpflichtungen für mehr öffentliche Gebäude und eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der öffentlichen Beschaffung. Insgesamt soll zukünftig ein stärkeres Gewicht auf die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden gelegt werden. Die Kriterien für die Verpflichtung zu Energie-Audits und Energie-Managementsysteme sollen nicht mehr an Art und Größe des Unternehmens festgemacht werden, sondern an der Höhe ihres Energieverbrauchs.

FLOTTENGRENZWERTE UND LADEINFRASTRUKTUR

Im Verkehrssektor sind eine Anpassung der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw und der Ausbau der Ladeinfrastruktur geplant. Damit soll die vollständige Marktdurchdringung mit Elektrofahrzeugen erheblich beschleunigt werden. Bisher sah die Verordnung für die CO2-Flottengrenzwerte von Pkw bis 2030 eine Verringerung der Emissionen um 37,5 Prozent bei neuen Pkw gegenüber 2021 vor. Die vorgeschlagenen 55 Prozent Reduktion gegenüber 2021 auf dann rund 50 Gramm CO2 je Kilometer und Pkw sind nur ein Zwischenschritt. Bereits 2035 sollen neu zugelassene Pkw und Vans komplett emissionsfrei sein. Das bedeutet das Ende für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Darüber hinaus schlägt die EU-Kommission mit der novellierten Gesetzgebung zur Infrastruktur für alternative Kraftstoffe deutlich konkretere Ausbaupläne für Ladesäulen sowie für Wasserstoff- und Gastankstellen vor. Die bestehende Richtlinie wird in eine direkt gültige Verordnung umgewandelt. Unter den alternativen Kraftstoffen wird der Schwerpunkt klar auf Strom und Wasserstoff gelegt – auch für Nutzfahrzeuge. Jeder Mitgliedsstaat muss hierfür eine bestimmte Netzabdeckung bei der Lade- beziehungsweise Tankinfrastruktur erreichen. Die Kraftstoffe Erdgas (CNG, LNG) und Flüssiggas (LPG) werden nur noch übergangsweise beim Infrastrukturausbau berücksichtigt. Nicht zuletzt werden Minimalausstattungen für See- und Binnenhäfen bei der Landstromversorgung sowie an Flughäfen für die stationäre Bordstromversorgung vorgeschrieben.

LAND UND FORST ALS CO2-SENKE

Absehbar ist, dass ein kleiner Teil der Emissionen unvermeidbar bleibt. Damit Europa unterm Strich spätestens im Jahr 2050 keine Treibhausgase mehr emittiert, wird also die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre erforderlich sein. Hierzu soll der Bereich der Land- und Forstwirtschaft einen wesentlichen Beitrag leisten. Ziel ist es deshalb nicht nur, wie bisher, dass die Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) im gleichen Sektor vollständig bilanziell ausgeglichen werden, sondern vielmehr, dass eine CO2-Senke entsteht, also ein Ökosystem, das Kohlendioxid dauerhaft speichert. Ziel ist eine Netto Treibhausgasentnahme im LULUCF-Sektor von 310 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2030.
(Quelle: DIHK)
15. Juli 2021
Industrie

2. Industriegipfel Ennepe/Ruhr

Eigens für den 2. Industriegipfel Ennepe/Ruhr, der digital übertragen wurde, haben Ursula von der Leyen und Andreas Pinkwart Grußbotschaften nach Hagen geschickt und unterstreichen damit die Verbundenheit mit einer starken Industrieregion, die ihre Herausforderungen aktiv annimmt.
Hier finden Sie die Präsentation von Hanno Kempermann von IW Consult: Industrie-Monitor Ennepe/Ruhr (PDF-Datei · 1154 KB) sowie die Umfrage-Ergebnisse (PDF-Datei · 1175 KB)
Das gesamte Video vom digitalen Industriegipfel Ennepe/Ruhr können Sie hier abrufen (Auf YouTube finden Sie ein Inhaltsverzeichnis für das gesamte Video und können so auch in einzelne Themenschwerpunkte springen):
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Coronakrise, Mobilitätswende, Digitalisierung, Klimaschutz und Energiewende stellen hohe Anforderungen an die Investitions- und Innovationsfähigkeit der vornehmlich mittelständisch geprägten Industrie. Deshalb müssen jetzt die richtigen politischen Weichen gestellt werden, um zielgerichtet Maßnahmen und Projekte zu entwickeln.

Industriegipfel EN
Rund um die Themen „Forschung und Innovation“, „Energie, Umwelt, Klimaschutz“ sowie die „Industriepolitik“ haben SIHK-Präsident Ralf Stoffels, Wilfried Neuhaus-Galladé, Präsident der IHK Mittleres Ruhrgebiet, und Olaf Schade, Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, sowie Moritz Neuhaus-Galladé, J.D. Neuhaus GmbH & Co. KG, Witten, Rüdiger und Lea Jung, Jung GmbH & Co. KG, Halver-Carthausen, und Lutz Stoffels, BIW Isolierstoffe GmbH, Ennepetal, mit Moderator Tom Hegermann diskutiert. Wissenschaftlich unterstützt wurden sie dabei von Hanno Kempermann von IW Consult.
Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) veranstaltete den 2. Industriegipfel Ennepe-Ruhr zusammen mit der IHK Mittleres Ruhrgebiet und der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr als rein digitales Format.
5. Februar 2021
EU-Ökodesign-Richtlinie

Hersteller müssen jahrelang Ersatzteile zur Verfügung stellen

Am 1. März 2021 sind neue Verordnungen zur Ökodesign-Richtlinie in Kraft getreten. Damit greifen neue Standards hinsichtlich der Reparierbarkeit und der Effizienz der Geräte.
Hersteller oder Importeure müssen nun über einen Zeitraum von mindestens sieben beziehungsweise zehn Jahren nach dem letzten Inverkehrbringen in der EU noch Reparaturanleitungen und bestimmte Ersatzteile für Reparaturen durch Fachbetriebe zur Verfügung stellen. Für bestimmte Ersatzteile gilt dies für Reparaturen auch durch Verbraucher selbst. Grundlage ist die Richtlinie 2009/125/EG zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte.
Die Durchführungsverordnungen betreffen folgende Produktgruppen:
  • Kühlgeräte
  • Waschmaschinen
  • Geschirrspüler
  • elektronische Displays (einschließlich Fernsehgeräten)
  • Lichtquellen und separate Betriebsgeräte
  • Externe Netzteile
  • Elektromotoren
  • Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion (z. B. Kühlschränke in Supermärkten oder Verkaufsautomaten für Kaltgetränke)
  • Leistungstransformatoren
  • Schweißgeräte
Außerdem müssen Ersatzteile mit allgemein verfügbaren Werkzeugen und ohne dauerhafte Beschädigung am Gerät ausgewechselt werden können. Der Zeitraum der nötigen Vorhaltung von Ersatzteilen variiert je nach Produktgruppe. Zudem sehen die Verordnungen neue Vorgaben an deren Energieeffizienz vor, um den Stromverbrauch zu senken. Hersteller stehen vor verschärften Anforderungen für das Produktdesign. Ihre Geräte müssen deutlich nachhaltiger entwickelt werden. Die Ersatzteile müssen auf der Website des Herstellers, Importeurs oder Bevollmächtigten öffentlich verfügbar sein.
Die bezügliche Mitteilung des Umweltbundesamtes mit weiteren Informationen finden Sie hier.
19.08.2021
Innovation und Umwelt

Industrie 4.0 - Chancen für den Mittelstand

Südwestfalen gehört mit seinen zahlreichen produzierenden Unternehmen zu den stärksten Industrieregionen Deutschlands. Ob klein oder groß: viele dieser Unternehmen sind in ihrer Sparte Weltmarktführer und stellen sich erfolgreich dem globalen Wettbewerb. Damit diese führende Rolle auch in Zeiten der Digitalisierung bestehen bleibt, informiert die SIHK zu Hagen die Unternehmen für das zukunftsweisende Thema Industrie 4.0 und unterstützt sie bei deren Umsetzung.
Standortpolitik

Broschüre: Weltmarktführer und Bestleistungen der Industrie aus Südwestfalen

Podiumsdiskussion mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Industrie von morgen wird ihr Gesicht völlig verändern müssen


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Der Ennepe-Ruhr-Kreis wird auch in Zukunft wirtschaftlich von der Industrie geprägt sein – das ist die gemeinsame Botschaft von EN-Landrat Olaf Schade und den beiden IHK-Präsidenten Ralf Stoffels (SIHK zu Hagen) und Wilfried Neuhaus-Galladé (IHK Mittleres Ruhrgebiet) beim 1. Industriegipfel Ennepe-Ruhr.
Gemeinsam hatten die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), die IHK Mittleres Ruhrgebiet in Bochum und die Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr (EN-Agentur) in den Otto-Oehme-Saal der Demag Cranes & Components GmbH in Wetter eingeladen.
Zahlreiche Unternehmensvertreter, aber auch Politik und Verwaltung waren der Einladung gefolgt. Prominenteste Teilnehmerin auf dem Podium war Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Ergänzt wurde die Runde um Dr. Christian Oberst (Senior Economist für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln) und Knut Giesler (Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen).
Im Fokus standen die drei Themen Innovation, Infrastruktur und Klima. „Wenn wir weiterhin gute Arbeit in unserem Kreis wollen, dann brauchen wir unseren industriellen Mittelstand“, so EN-Landrat Olaf Schade. Mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen forderten die IHK-Präsidenten Ralf Stoffels (SIHK zu Hagen) und Wilfried Neuhaus-Galladé (IHK Mittleres Ruhrgebiet) ein. Doch sei die Industrie angesichts von Klimawandel, Digitalisierung oder Energie- und Verkehrswende heute extrem gefordert, neue Produkte und Verfahren zu entwickeln.
„Die Industrie von morgen wird ihr Gesicht völlig verändern müssen“, prognostiziert der Bochumer IHK-Präsident Neuhaus-Galladé. Die Bewältigung des Klimawandels werde aber nur mit und niemals gegen die Industrie gelingen, machten die Industrievertreter der Bundesumweltministerin deutlich. „Wir brauchen die innovativen Lösungen der Industrie, wenn wir diese zentrale Zukunftsherausforderung meistern wollen“, betonte SIHK-Präsident Stoffels. Doch zur Bewältigung der jetzt erforderlichen Transformationsprozesse in der Industrie benötige der Mittelstand Unterstützung. Als nächster Schritt soll nun die Idee eines gemeinsam getragenen Instituts zur Begleitung von Innovationsprozessen in der heimischen Industrie im Ennepe-Ruhr-Kreis ausgearbeitet werden.

24.01.2020
Wirtschaft für Südwestfalen e.V.

„Alles echt“ in Südwestfalen

Die Region Südwestfalen ist der Industriestandort Nr. 1 in Nordrhein-Westfalen und liegt deutschlandweit auf Platz 3. Das lässt sich anhand statistischer Daten leicht belegen. Aber weder innerhalb der Region noch überregional ist diese Stärke hinreichend bekannt. Das soll sich jetzt ändern.  
Fachkräfte-Kampagne
Zentrale Zielsetzung des Regionalmarketings ist das Werben um Arbeitskräfte. Es wird für Unternehmen immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Südwestfalen ist besonders betroffen, da hier der Bevölkerungsrückgang schon heute deutlich stärker ist als zum Beispiel auf Landes- oder Bundesebene. Im Mittelpunkt des Regionalmarketings Südwestfalen steht deshalb eine Fachkräfte-Kampagne. Mit Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften, aber vor allem im Social-Media-Bereich (z.B. Facebook) und auf Online-Stellenportalen wird das Interesse von Schülern, Studierenden und jungen Familien an Südwestfalen geweckt.  
Arbeiten und Leben im Einklang
Das Standortportal www.suedwestfalen.com gibt Auskunft über interessante Arbeitsplätze und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in der Region. Gleichzeitig informiert es auch über Angebote zur Freizeitgestaltung, Bildungseinrichtungen, Kultur- und Sport sowie über den Wohnungsmarkt. In Zusammenarbeit mit Akteuren wie dem Sauerland-Tourismus und dem Touristikverband Siegerland-Wittgenstein werden die Vorzüge der Region umfassend dargestellt.
Alles echt!
Ein zentraler Ankerpunkt für das Regionalmarketing ist der neue Claim „Alles echt!“ Die Botschaften sollen authentisch sein, wie die Menschen in der Region. Es geht nicht um Schönfärberei, sondern um zentrale, belegbare Stärken.
Wirtschaft für Südwestfalen e.V.
Leisten auch Sie einen Beitrag, um Südwestfalen und seine Teilregionen gegenüber Fachkräften und deren Partnern/Familien innerhalb und außerhalb der Region wirkungsvoll in Szene zu setzen. Werden Sie Mitglied im Verein Wirtschaft für Südwestfalen. Alle notwendigen Informationen finden Sie hier.
Stand: 05.03.2020

Umweltgerechte Produktgestaltung

Ökodesign

Mit der Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG wurde in der EU das Konzept der umweltgerechten Gestaltung (Eco-Design oder Ökodesign) von Produkten eingeführt. Ziel ist es, die Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz bestimmter Produkte über deren gesamten Lebenszyklus hinweg zu verbessern. Dafür werden verbindliche Mindestanforderungen an die Produktgestaltung festgelegt, deren Einhaltung die betroffenen Unternehmen mit der CE-Kennzeichnung nachweisen müssen.
Verbindliche Mindestanforderungen
Auf Basis der Richtlinie werden von der Europäischen Kommission unter Einbindung von Industrie-, Verbraucher- und Umweltverbänden sowie den Mitgliedstaaten produktspezifische Verordnungen erarbeitet. Die produktspezifischen Verordnungen legen verbindliche Mindestanforderungen an das umweltgerechte Produktdesign bestimmter Produktgruppen fest.
Die Durchführungsmaßnahmen zur Ökodesignrichtlinie und zur Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung gelten für importierte Produkte wie für Produkte, die in der EU hergestellt werden. Beim Import gilt als Zeitpunkt des Inverkehrbringens die Verzollung. Der Importeur übernimmt alle Pflichten des Herstellers, wenn dieser nicht im Europäischen Wirtschaftsraum ansässig ist und keinen Bevollmächtigten hat.
Unternehmen können sich einbringen!
In Deutschland ist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) die beauftragte Stelle für die Ökodesign-Richtlinie. Sie vertritt die deutschen Interessen bei der Ausgestaltung der einzelnen Durchführungsmaßnahmen. Hersteller können ebenfalls Einfluss nehmen. Die BAM führt gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und den beteiligten Ministerien einen fachlichen Austausch, sogenannte Beraterkreise durch, bevor Entwürfe für Durchführungsmaßnahmen mit der Europäischen Kommission diskutiert werden. Hier können Unternehmen ihre Standpunkte einbringen. Auch schriftliche Stellungnahmen sind möglich.
Zur Vorbereitung der Durchführungsmaßnahmen werden Studien über einzelne Produktgruppen von Beratungsunternehmen oder Forschungseinrichtungen erstellt. Auch hier können sich die Hersteller durch Stellungnahmen und Teilnahmen an Workshops einbringen.
Bei Interesse nehmen Sie bitte direkt mit dem BAM (evpg@bam.de) Kontakt auf.
15.01.2021