Chancen für die Zuliefererindustrie
Marktzugang, Beschaffung und Lieferketten
Der Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie führt über unterschiedliche Wege. Neben direkten Aufträgen der Bundeswehr bieten insbesondere bestehende Lieferketten, Systemhäuser, Dual-Use-Anwendungen und internationale Kooperationen Chancen für mittelständische Unternehmen.
Wege in den Defence-Markt
Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie baut ihre Produktionskapazitäten deutlich aus. Dabei greifen Hersteller und Systemhäuser zunächst auf bestehende Lieferanten zurück. Wo deren Kapazitäten oder Kompetenzen nicht ausreichen, entstehen jedoch Chancen für neue Zulieferer. Gerade Unternehmen aus klassischen Industriebranchen können mit vorhandenen Technologien, Fertigungsverfahren oder Komponenten interessante Partner werden.
Für den Markteinstieg kommen unterschiedliche Wege infrage:
- Direkte Aufträge der Bundeswehr und anderer öffentlicher Auftraggeber
- Zulieferung an Systemhäuser und bereits etablierte Defence-Unternehmen
- Dual-Use-Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können
- Handelsübliche Produkte und Dienstleistungen, etwa aus Logistik, IT, Bau oder Infrastruktur
- Internationale Kooperationen und Lieferketten
Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom eigenen Produkt, den vorhandenen Kompetenzen und den Anforderungen potenzieller Auftraggeber ab.
Sichtbarkeit in Lieferketten schaffen
Wer als neuer Zulieferer in den Markt einsteigen möchte, muss seine Fähigkeiten möglichst konkret darstellen. Gefragt sind nicht nur Produkte, sondern auch Informationen zu Fertigungsverfahren, Produktionskapazitäten, Qualitätsstandards, Zertifizierungen und besonderen technologischen Kompetenzen.
Eine wichtige Plattform dafür ist SVI-Connect vom BDSV und BME. Dort können sich potenzielle Zulieferer gegenüber Einkäufern und Systemhäusern präsentieren. Die Plattform dient der Vernetzung und Lieferantensuche; eine direkte Beschaffung findet darüber nicht statt.
Auch Fachmessen, Unternehmensreisen, Matchmaking-Formate und Netzwerke können helfen, Kontakte zu potenziellen Kunden und Kooperationspartnern aufzubauen. Denn im Defence-Markt spielen belastbare Geschäftsbeziehungen und langfristige Netzwerke eine wichtige Rolle.
Beschaffung und besondere Anforderungen
Direkte Geschäfte mit der Bundeswehr unterliegen dem öffentlichen Vergaberecht. Hinzu kommen je nach Auftrag besondere Anforderungen an Qualität, Dokumentation, Informationssicherheit oder Exportkontrolle. Auch NATO-spezifische Qualitätsstandards können für Unternehmen und ihre Zulieferer relevant werden.
Unternehmen sollten deshalb frühzeitig prüfen, welche Anforderungen für das eigene Angebot gelten und welche Nachweise oder Qualifikationen erforderlich sind.
Die SIHK unterstützt beim Einstieg
Die SIHK versteht sich als regionale Anlaufstelle für Unternehmen, die ihre Möglichkeiten im Sicherheits- und Verteidigungsmarkt prüfen möchten. Wir geben erste Orientierung, vermitteln zu geeigneten Informations- und Beratungsangeboten und schaffen mit Fachforen, Unternehmensreisen, Messebesuchen und Matchingformaten Zugänge zu relevanten Akteuren.
Weiterführende Angebote und Informationen:
- SVI-Connect – Sichtbarkeit als potenzieller Zulieferer
- Defence.NRW – NRWs Technologiecluster bietet Informationen, Vernetzung und „Access to Defence“
- Messekalender vom BDSV.
- Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) - Beschaffungsämter der Bundeswehr
- Gemeinschaftsprojekt Wehrtechnik-Kompass – Marktbedingungen, Technologien und Anforderungen
-
Defence.Tech.NRW - Finanzierung und Förderungen von Investitionen zur zivilen und militärischen Verteidigung