Für Notfälle wappnen
Wirtschaftsschutz und Krisenvorsorge
Cyberangriffe, Spionage, Sabotage, Energieausfälle oder Störungen von Lieferketten können Unternehmen aller Größen und Branchen treffen. Wirtschaftsschutz und Krisenvorsorge helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, sensible Werte zu schützen und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens auch in außergewöhnlichen Situationen zu erhalten. Damit werden sie zu zentralen Bausteinen unternehmerischer Resilienz.
Resilienz als unternehmerische Aufgabe
Resiliente Unternehmen sind in der Lage, Störungen abzufedern, kritische Prozesse aufrechtzuerhalten und sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Dafür reicht es nicht, einzelne Risiken isoliert zu betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel von IT- und Informationssicherheit, physischem Schutz, belastbarer Energieversorgung, funktionierenden Lieferketten und einer guten betrieblichen Notfallorganisation.
Unternehmen sollten deshalb ihre besonders kritischen Prozesse und Abhängigkeiten kennen und sich frühzeitig mit der Frage beschäftigen: Was muss auch dann funktionieren, wenn zentrale Systeme, Versorgungsleistungen oder Partner vorübergehend ausfallen?
Unternehmen können kostenfrei in nur 15 Minuten ihre Widerstandsfähigkeiten prüfen. Der ResilienzCheck wurde von den hessischen IHKs, dem Landeskommando Hessen und der GAL Digital GmbH entwickelt.
Gefährdungen ganzheitlich betrachten
Die Gefährdungslage für Unternehmen hat sich verändert. Neben Cyberkriminalität können Wirtschaftsspionage, Sabotage, physische Angriffe oder gezielte Ausspähung erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Besonders schützenswert sind dabei nicht nur IT-Systeme, sondern auch Know-how, Beschäftigte, Standorte, Produktionsanlagen und sensible Informationen.
Wirtschaftsschutz verbindet technische, organisatorische und personelle Maßnahmen. Hinweise zu aktuellen Gefährdungen sowie vertrauliche Beratung bietet unter anderem der Wirtschaftsschutz des Verfassungsschutzes NRW. Weitere praktische Informationen bündelt die Initiative Wirtschaftsschutz.
Cybersecurity, NIS-2 und KRITIS
Cybersecurity ist heute Bestandteil des unternehmerischen Risikomanagements. Einen Überblick über aktuelle Bedrohungen bietet das BSI-Lagebild zur Cybersicherheit. Die SIHK bündelt auf ihrer Themenseite IT-Sicherheit zudem Informationen und Unterstützungsangebote für Unternehmen. Bei konkreten Cybervorfällen ist die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC NRW) eine wichtige behördliche Anlaufstelle.
Mit NIS-2 gelten für deutlich mehr Unternehmen verbindliche Anforderungen an Informationssicherheit, Risikomanagement und die Meldung von Sicherheitsvorfällen. Auch Unternehmen, die nicht unmittelbar betroffen sind, können über Anforderungen ihrer Kunden und Auftraggeber mittelbar einbezogen werden.
Ergänzend stärkt das KRITIS-Dachgesetz die physische und organisatorische Widerstandsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen. Beide Regelwerke verfolgen damit ein gemeinsames Ziel: Kritische Leistungen sollen auch bei Angriffen oder Störungen möglichst zuverlässig verfügbar bleiben.
Versorgungssicherheit im Blick behalten
Auch die Abhängigkeit von Strom, Gas, Telekommunikation, Internet oder anderen Versorgungsleistungen gehört zur betrieblichen Resilienz. Ein länger andauernder Ausfall kann Produktion, Verwaltung und Logistik schnell beeinträchtigen.
Unternehmen sollten daher wissen, welche Anlagen und Prozesse besonders versorgungskritisch sind, welche Notstrom- oder Ersatzlösungen vorhanden sind und wie ein geordneter Wiederanlauf erfolgen kann. Die SIHK hat hierzu Hinweise zur Sicherheit der betrieblichen Energieinfrastruktur zusammengestellt.
Für den Ernstfall vorbereitet sein
Resilienz zeigt sich besonders dann, wenn trotz einer Störung schnell und strukturiert gehandelt werden kann. Dafür müssen Verantwortlichkeiten, Kommunikationswege und wichtige Informationen bereits im Vorfeld geklärt sein.
Mit dem SIHK-Krisenvorsorgeplan können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen Risiken und kritische Geschäftsprozesse erfassen, Zuständigkeiten festlegen und ihre betriebliche Notfallorganisation vorbereiten. Der Leitfaden enthält praktische Checklisten und Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Krisenszenarien.
Ergänzend stehen weitere Angebote zur Verfügung:
- Der IT-Notfallkoffer für Unternehmen unterstützt bei der Vorbereitung auf Cyber- und IT-Sicherheitsvorfälle.
- Das Notfall-Handbuch für Unternehmen hilft dabei, Vertretungen, Vollmachten, wichtige Kontakte und Zugänge für den unerwarteten Ausfall der Unternehmensleitung vorzubereiten.
Vorsorgepläne sollten regelmäßig überprüft und möglichst auch praktisch erprobt werden. Ziel ist nicht, für jede denkbare Krise eine eigene Lösung vorzuhalten. Entscheidend ist, kritische Abhängigkeiten zu kennen, Risiken zu reduzieren und auch unter schwierigen Bedingungen handlungs- und lieferfähig zu bleiben.
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Die Digitalisierung in den Unternehmen nach vorne bringen – das ist das Ziel einer gemeinsamen Initiative von DIHK und Industrie- und Handelskammern. Unter dem Motto "#GemeinsamDigital" bündeln die Partner ihre Online-Angebote rund um das Thema Digitalisierung.
25. August 2026