Brandenburgs Beste

Für perfektes Badevergnügen

Die wichtigste Säule der Brandenburger Wirtschaft sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Einige von diesen Firmen überzeugen durch Innovationen und Spezialisierungen. Sie bedienen Nischen, sind inhabergeführt und arbeiten nicht börsennotiert – die so genannten Hidden Champions. In unserer Serie stellen wir Brandenburger Unternehmen vor, auf die das zutrifft.
Die KÜHNE Pool & Wellness AG plant, baut und installiert Schwimmbäder, Pools und Schwimmhallen im Innen- und Außenbereich. Das Unternehmen aus Schöneiche (Landkreis Oder-Spree) hat mehr als 30 Beschäftigte und in über 20 Jahren seit der Gründung über 2 500 Projekte in Deutschland, der Schweiz und in Italien verwirklicht. Sogar in Moskau und in St. Petersburg gibt es KÜHNE-Pools. Sven Kühne kommt aus einer Schöneicher Unternehmerfamilie, seine Eltern waren Inhaber eines Gartencenters. Doch der gelernte Einzelhandelskaufmann wollte seinen eigenen Weg gehen. Er hatte auf Reisen viele schöne Pools gesehen und sich dort wohlgefühlt. Daraus entwickelte der Gründer seine Geschäftsidee: Planung, Bau und Wartung von Pools aus einer Hand. Er gründete sein Unternehmen 2001 aus seiner kleinen Wohnung heraus und war sein erster und einziger Mitarbeiter. An seinen ersten Auftrag erinnert sich Sven Kühne noch genau: „Auftraggeber war ein Unternehmer aus der Nachbarschaft. Der Kunde wollte den Pool an einer Stelle errichten, die nicht für Fahrzeuge zugänglich war. Da kam nur Handschachtung in Frage. Ich hatte beim Angebot mit dem ortsüblichen Sandboden gerechnet, aber es war Lehmboden, den ich mit der Spitzhacke rausholen musste.“ Egal, am Ende waren der Pool fertig und der Kunde zufrieden.

Schwerer Anfang

Der Gründer erinnert sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an diese Zeit: Es war schwer, kontinuierlich an Aufträge zu kommen. Manchmal haben mich 100 oder 200 Euro über die Woche gerettet. Zum Glück hatte ich noch keine hohen Kosten für Angestellte. Auch mit den ersten eigenen Geschäftsräumen hatte er Glück. Der erste Büroraum der damaligen GmbH war im Geschäftshaus des Sanitär- und Heizungsbauers Henry Kugelmann. „Das hat mir sehr geholfen“, sagt Kühne. Zu den guten Erinnerungen zählt Kühne auch seine handwerklichen Erfahrungen, die er in dieser Zeit gesammelt hat. „Ich weiß genau, wie jeder Handgriff zu machen ist, bis ein Pool gebaut ist.“

Poolbau von A bis Z

Diese Erfahrungen haben ihm später beim Aufbau des Mitarbeiterstammes geholfen. Dazu gehören Leute wie der Obermonteur und jetzige Lagermeister Frank Sabin. Der gelernte Sanitärrohrleger ist seit 2009 im Unternehmen und hat sich von der Begeisterung für den Poolbau anstecken lassen. Er sagt: „Es ist eine saubere Arbeit und jeden Tag sind neue Herausforderungen zu bewältigen." Trotz verschiedener Bemühungen des Berufsverbandes Schwimmbad und Wellness gibt es den Poolbauer nicht als anerkannten Ausbildungsberuf.
Es war meine Geschäftsidee, den Poolbau von A bis Z anzubieten, und das gewerkeübergreifend. Zu den Aufgaben gehören Planung, Bauphysik, Schwimmbadtechnik sowie Klima- und Lüftungstechnik.

Sven Kühne

Dieses Gesamtverständnis für Bau, Technik und Physik ist es, warum die Firma Kühne von Architekten und Planern hinzugezogen wird, wenn sie anspruchsvolle Schwimmbad- und Wellnessprojekte zu realisieren haben. Ein erstes Projekt dieser Größenordnung war der Pool- und Wellnessbereich der Yachthafen Residenz Hohe Düne in Rostock-Warnemünde, es war eine Generalprobe für die Integration der Poolplanung bereits im Architektenentwurf. Um Kosten zu sparen, hatte Sven Kühne seine Mitarbeiter in einem Wohnwagen untergebracht. Und er selbst fuhr jeden zweiten Tag auf die Baustelle. Es musste gut werden. Sven Kühne: „Der Yachthafen wurde von 2002 bis 2005 gebaut. Und wir haben noch viele Jahre von dieser Referenz profitiert.“ Um sichtbar zu machen, wer hinter den mittlerweile zahlreichen Pool- und Wellnessanlagen in Hotels an der Ostseeküste steckt, sponsert Kühne Beach-Polo-Events in Warnemünde.

Eigenmarke KÜHNE-Pooltechnik

Seit 2010 verbaut das Unternehmen Pooltechnik von KÜHNE als Eigenmarke. Zum Angebot gehören alle Einbauten, Pumpen und Kessel. Mintgrüne Filterkessel, Edelstahl und Schaugläser – auf Wunsch mit Beleuchtung – sorgen auch im Anlagenraum für einen hochwertigen Eindruck. Alle Komponenten sind sorgfältig ausgewählt, und das zahlt sich als nachhaltige Investition aus. „Es sind erprobte Bauteile, wir haben sie im Havariefall auf Vorrat und die Monteure sind dafür geschult“, erläutert der Firmenchef. Alle Leitungen werden sorgfältig verbaut, so dass sich beim Blick in den Technikraum der hochwertige Eindruck fortsetzt. 2012 hat Sven Kühne die GmbH in die KÜHNE Pool & Wellness AG umgewandelt, ist aber weiterhin alleiniger Gesellschafter. Es war sein Wunsch, sich mit der neuen Firmierung Wachstumschancen offenzuhalten. Mit den Aufsichtsräten Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Bertil Haack, dem Innenarchitekten Andreas Ehrlich sowie FC-Union-Geschäftsführer Oskar Kosche holte sich Vorstand Sven Kühne weitere fachliche Kompetenz ins Unternehmen. Mit einem Showroom am Gendarmenmarkt in Berlin unterstrich das Unternehmen diesen Auftritt. Inzwischen ist die Musterausstellung aber in Schöneiche, denn eine Präsentation vor wichtigen Kunden macht am besten der Chef selbst.

Durchstarten nach Krankheit

Als Sven Kühne in den Jahren 2016 bis 2018 durch eine schwere langwierige Erkrankung erheblich eingeschränkt war, konnte er sich auf sein Team verlassen, das ihn tatkräftig dabei unterstützte, das Unternehmen durch diese schwierige Phase zu führen. Es ist ein großes Glück, dass nach den erforderlichen Operationen keinerlei leistungsmindernde Handicaps zurückgeblieben sind. Sven Kühne hat sich wieder voll ins Geschäft gekniet, er kann nicht anders, denn Kunden beraten macht ihm Spaß. Aber er nimmt jetzt mal öfter ein Wochenende komplett als Auszeit und ist für die Familie da. Er sagt: „Die Firma soll wachsen, aber nicht um des Wachsens willen. Wir bieten unseren Kunden alle Leistungen von der Erstberatung bis zu den Wartungen aus einer Hand an. So steigern wir die Kundenzufriedenheit und damit auch Umsatz und Gewinn.“

Vorstand privat

Sven Kühne lebt heute mit seiner Partnerin in der Nähe von Schöneiche, zu seiner Familie gehören vier Kinder. Sven Kühne hat ein Grundstück gekauft und ein Haus ausgebaut. „Noch bevor das Haus fertig war, hatten wir den Pool“, erinnert er sich. Das ist natürlich auch ein besonders schöner Pool geworden – mit Natursteinauskleidung und einer Unterflur-Rollabdeckung. Das heißt, die Abdeckung verschwindet komplett unter der Dielung, wenn sie nicht gebraucht wird. Im Urlaub ist Sven Kühne gern Skilaufen. Und bei der Auswahl der Hotels achtet er genau auf die Schwimmbäder: „Das Wasser darf nicht nach Chlor riechen, dann ist es gut. Das Wasser sollte fast Trinkwasserqualität haben.“ Es ließe sich aber nicht immer einhalten, vor allem, wenn in einer Schwimmhalle auch Schwimmunterricht oder Aquafitness stattfinden.

Qualitätsversprechen

KÜHNE Pools und Schwimmbäder sind nicht unerschwinglich, aber sie gehören schon zur Luxusausstattung eines Hauses. Die privaten Bauherren wollen gute Ausstattung, Langlebigkeit, gutes Design und hochwertige Flächen. Durchschnittlich 50 000 bis 80 000 Euro werden für einen KÜHNE-Pool ausgegeben, nach oben ist deutlich mehr drin. Kühne: „Unseren Kunden geht es nicht um das billigste Angebot, und die meisten von ihnen kommen auf persönliche Empfehlung zu uns. Leistung und Qualität müssen stimmen. Das fängt mit der Beratung an, bei der der Kunde Vertrauen fassen muss.“

Referenzen

KÜHNE Pools und Schwimmbäder sind in zahlreichen Privathäusern und renommierten Hotels eingebaut, zum Beispiel im Waldorf Astoria oder im InterContinental in Berlin. Im The Fonteney Hamburg und im Soho House Berlin, sind auf dem Dach so genannte Infinity-Pools installiert, die scheinbar randlos sind. Für den Badenden wird der Wasserspiegel des Pools von der Unendlichkeit gerahmt – also von der Alster beziehungsweise von der Großstadtkulisse Berlins. Auf Empfehlung deutscher Planungsunternehmen hat die KÜHNE Pool & Wellness AG auch Schwimmbäder für Hotels in Moskau und St. Petersburg gebaut. Das ist natürlich ein Highlight für die Monteure. Vor der Haustür, in Berlin, hat Kühne Entmüdungsbecken für Fußballer installiert. Die Spieler beider Berliner Bundesligaklubs regenerieren darin nach den Partien ihre Muskulatur. Seine zahlreichen vermögenden Privatkunden nennt Sven Kühne grundsätzlich nicht.

Corona-Krise

Die Corona-Krise sorgte für ein Auf und Ab bei der Auftragslage. 2020, in den ersten Monaten des Lockdowns, stornierten Hotels und Privatkunden die Aufträge. Dann erkannten die Hoteliers, zum Beispiel das Grand Hotel Heiligendamm, dass sie die Zeit für Investitionen nutzen sollten. Das Hotel ließ seinen Innen- und Außenpool modernisieren. Auch zahlreiche Hauseigentümer steckten Geld in ihr Anwesen. Viele sind ohne Einbußen durch die Krise gekommen, sie konnten kaum Geld für Reisen ausgeben und wollten es sich zu Hause schön machen. Die Nachfrage stieg wieder und die Leute kauften in Schöneiche die Pools gleich aus der Ausstellung heraus. Sven Kühne traf in dieser Zeit zwei kluge Entscheidungen. Er investierte in die Digitalisierung, so dass die Mitarbeiter im Homeoffice über eine Cloud arbeiten und die Berater beim Kunden alle Unterlagen auf dem Laptop präsentieren können: „Wir können überall arbeiten. Nur die Verkäufer brauchen den direkten Kundenkontakt.“ Und er legte einen hohen Lagerbestand an: „Wir sind bis heute komplett lieferfähig.“

Zukunftspläne

Das Unternehmen platzt am Stammsitz am August-Borsig-Ring 19 in Schöneiche aus allen Nähten. Bereits 2015 erwarb die Firma ein zusätzliches Grundstück, um dort eine Musterausstellung aufzubauen. Inzwischen hat Sven Kühne ein weiteres 4 000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, auf dem er jetzt eine zusätzliche Produktions- und Lagerhalle baut. Zusätzlich soll dort ein Hallenbad errichtet werden. Sven Kühne möchte eine Halle mit 25-Meter-Becken bauen und das Schwimmen für alle Altersgruppen anbieten. Natürlich ist die Halle auch als Referenzobjekt gedacht. Durch die verschiedenen Nutzungen könnte die Schwimmhalle wirtschaftlich geführt werden.
FORUM/Bolko Bouché

Kontakt

Dr.Thomas Kühne
Dr. Thomas Kühne
Leiter
Regionalcenter Berliner Umland