IHKplus 11/2022

Im Kleinen punkten wie die Großen

Der Fachkräftemangel ist in allen Branchen eklatant. Und gerade für kleinere Unternehmen ist es eine große Herausforderung, potenzielle Mitarbeitende auf sich aufmerksam zu machen. Mit der Fachkräfteberatung der IHK Köln könnte sich das aber schnell ändern. 
Das verabredete Telefonat mit Hardy Schürfeld kann erst mit einigen Minuten Verspätung beginnen. Der Geschäftsführer der MTF Technik Hardy Schürfeld GmbH & Co. KG in Bergneustadt hat noch Besuch. Der Termin dauert etwas länger als geplant, ist für das Unternehmen aber sehr wichtig. Der Gast: ein Experte für digitales Recruiting. Schürfelds Unternehmen hat sich auf betriebliche Fördertechnik spezialisiert. Zum Beispiel auf Förderbänder, Separiersysteme und Automationsanlagen. Es ist seit 45 Jahren auf dem Markt, erzielt einen Jahresumsatz von rund zehn Millionen Euro und zählt derzeit 55 Beschäftigte.
Diese Zahlen sind deshalb so wichtig zu erwähnen, weil man meinen könnte, dass ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten etabliert und ein wichtiger Arbeitgeber im Oberbergischen Kreis ist, bekannt genug sein müsste, um genügend Bewerbungen von Fachkräften und Ausbildungsinteressierten zu erhalten.

Vorteile gezielt herausstellen

Doch egal ob Elektrik oder Mechatronik, Außendienst oder Konstruktion: „Es wird immer schwieriger, unsere offenen Stellen adäquat zu besetzen“, erzählt Hardy Schürfeld. Lange Zeit sei das anders gewesen. Da seien sogar noch gute Initiativbewerbungen eingegangen. „Doch in den vergangenen vier, fünf Jahren hat sich die Situation verschärft“, klagt der Unternehmer, „seitdem ist der Fachkräftemangel definitiv ein Thema für uns.“
Die größte Herausforderung sei, als vergleichsweise kleines Unternehmen angemessen auf sich aufmerksam zu machen. „Natürlich sind wir auf Xing und Facebook und in anderen sozialen Netzwerken aktiv, auch auf Karriereportalen“, betont Schürfeld. Auch am „Gehaltsstellrad“ drehe man so weit, wie es wirtschaftlich möglich sei. „Aber wir spielen halt nicht in derselben Liga wie die Großen.“ Dafür könne sein Betrieb mit anderen Vorteilen punkten. „Wir bieten flache Hierarchien und viel Entscheidungsspielraum, ein modernes Arbeitsumfeld und eine familiäre Atmosphäre“, verspricht Schürfeld. Auch nicht unwichtig: eine vielseitige Kundenstruktur, Ein-Schicht-Betrieb und ausschließlich unbefristete Arbeitsverträge.

Gerade kleinere Unternehmen müssen ihr Fachkräftemarketing optimieren

„Für ein Unternehmen dieser Größe tut MTF Technik wirklich viel und macht alles richtig in Sachen ‚Employer Branding‘ und ‚Recruiting‘“, lobt Anna Schwermer das Engagement des Bergneustädter Unternehmens. Sie ist Fachkräfteberaterin in der Geschäftsstelle Oberberg der IHK Köln. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Köln, Leverkusen/Rhein-Berg und Rhein-Erft berät sie Unternehmen, die geeignete Azubis und Fachkräfte suchen. „Leider wird der Fachkräftemangel immer heftiger“, stellt Schwermer fest.
Verbessern könnten viele Betriebe noch einiges. „Viele müssten sich beispielsweise noch stärker als attraktive Arbeitergeberinnen und Arbeitgeber präsentieren und ihre Stärken herausarbeiten“, empfiehlt Jasna Rezo-Flanze, Leiterin der Fachkräftesicherung der IHK Köln. Auch der Mut, mehr zu experimentieren und auch ungewöhnliche Wege zu gehen, um sich neue Zielgruppen zu erschließen, helfe. Und noch ein Tipp: „Senken Sie die Hemmschwelle beim Bewerbungsprozess!“, sagt die Expertin. „Warum nicht Bewerbungen per Smartphone zulassen?“
Auch Hardy Schürfeld hat noch einiges in petto. „Das Gespräch zum digitalen Recruiting war sehr ergiebig; hier werden wir nun eine Agentur beauftragen, die uns unterstützt.“ Ganz analog machte das Unternehmen zudem Anfang September auf sich aufmerksam: Mit einem Team von 24 Beschäftigten und Angehörigen war es beim 40. Bergneustädter Nachtlauf am Start – und damit eine der größten Gruppen in der Mannschaftswertung. 
„Das Gespräch zum digitalen Recruiting war sehr ergiebig; hier werden wir nun eine Agentur beauftragen, die uns unterstützt.”
Hardy Schürfeld, Geschäftsführer MTF Technik

Nutzen Sie das IHK-Know-how!

„Wir verstehen uns als Sparringspartner unserer Mitgliedsunternehmen“, sagt Jasna Rezo-Flanze. Ihr Team unterstützt Unternehmen, die Fachkräfte halten und Mitarbeitende weiterentwickeln wollen. Die IHK berät Betriebe bei deren Konzepten für die Fachkräftesicherung: von der Entwicklung einer Arbeitgebermarke – „Employer Branding“ – bis zum Recruiting im Ausland.
Nicht nur Unternehmen können sich an die IHK wenden. Auch Beschäftigte, die sich weiterentwickeln wollen, können sich an Expertinnen und Experten der IHK-Fachkräfteberatung wenden. Diese sind:

In Köln:

  • Jasna Rezo-Flanze (Leiterin Fachkräftesicherung) Tel. 0221 1640-6200 jasna.rezo-flanze@koeln.ihk.de
  • Aglika Infante Tel. 0221 1640-6151 aglika.infante@koeln.ihk.de
  • Yasemin Yildiz Tel. 0221 1640-6154 yasemin.yildiz@koeln.ihk.de

In Oberberg

  • Anna Schwermer Tel. 02261 8101-9964 anna.schwermer@koeln.ihk.de

In Leverkusen/ im Rheinisch-Bergischen Kreis

  • Sevda Sümer Tel. 02171 4908-9906 sevda.suemer@koeln.ihk.de

In Rhein-Erft

  • Ingrid Böhm-Laubhold Tel. 02271 8376-1880 ingrid.boehm-laubhold@koeln.ihk.de 
SERVICE: Profitieren Sie von weiteren Services der IHK Köln rund um die Personalsuche
Mitmachen im Netzwerk Personalmanagement: Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder – Personalverantwortliche aus Unternehmen aller Größen im IHK-Bezirk Köln — um sich auszutauschen.
Potentialberatung: Der Veränderungsdruck in kleinen und mittleren Unternehmen ist hoch. Um diesen Prozess zu steuern, können Unternehmen die vom Land NRW geförderte Potentialberatung nutzen. Erstberatungsstelle ist die IHK Köln (auch für die Antragstellung).
Jasna Rezo-Flanze
Aus- und Weiterbildung | Leiterin Fachkräfteentwicklung
Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg - Fachkräfteberaterin
Yasemin Yildiz
Aus- und Weiterbildung - Fachkräfteberaterin
Projektleitung TuWaS! Rheinland
Aglika Infante
Fachkräfteberaterin Aus- und Weiterbildung
Anna Schwermer
Geschäftsstelle Oberberg - Fachkräfteberaterin