Wirtschaftslage Jahresbeginn 2026

Konjunkturbericht der IHK Köln

Nach einer kurzen Phase der Hoffnung auf Stabilisierung im Frühjahr 2025 hat sich die konjunkturelle Lage im Herbst 2025 wieder deutlich verschlechtert. Zum Jahresbeginn 2026 lässt sich kein eindeutiger Trend identifizieren. Der IHK-Konjunkturklimaindikator verharrt in einer seitlich verlaufenden Stagnation und hat sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage kaum verändert. Er ist für den Bezirk Köln von 89,1 auf 89,3 minimal angestiegen und liegt weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.
Die Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 wurde vom 15.12.2025 bis zum 23.01.2026 bei rund 2.300 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Köln durchgeführt. In die Auswertung sind Antworten von 632 Unternehmen eingeflossen.

L.: Lage; Erw.: Erwartungen; Inv.: Investitionspläne; Exp.: Exportpläne (nur Industrie); Besch.: Beschäftigungspläne

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 im Überblick

Geschäftslage

Die gesamtwirtschaftliche Lage in der Region verharrt zum fünften Mal in Folge im negativen Bereich. 30 Prozent der Unternehmen geben eine schlechte Lage an, weniger als ein Viertel der Unternehmen eine gute. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen tritt weiter auf der Stelle und gibt eine befriedigende Lage an.

Geschäftsaussichten

Die Erwartungen bleiben pessimistisch und verschlechtern sich im Vergleich zur Vorumfrage um fast drei Punkte. Nur 12 Prozent gehen von einer Verbesserung der Situation in den nächsten Monaten aus. 62 Prozent der Unternehmen geben eine unveränderte Lage an. 26 Prozent befürchten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwölf Monaten (Vorumfrage: 25 Prozent).

Investitionen

Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in der Region bleibt weiterhin zurückhaltend und verbessert sich lediglich um zwei Punkte. Er verbleibt deutlich negativ im Saldo bei -10 Punkten (Vorumfrage: -12 Punkte). Mehr als jedes dritte Unternehmen plant mit niedrigeren Investitionen. Nur jedes vierte Unternehmen plant Investitionen auszuweiten.

Beschäftigung

Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Der Beschäftigungsindikator verschlechtert sich im Vergleich zur Vorumfrage erneut und liegt im Saldo bei -14 Punkten. So plant weiterhin mehr als ein Viertel der Betriebe eine Verringerung des Personalstands. Lediglich 13 Prozent wollen die Beschäftigtenzahl erhöhen. Der Großteil der Unternehmen (59 Prozent) hat nicht vor, den Personalstand zu ändern.

Risiken

Die Inlandsnachfrage ist weiter das Hauptrisiko und macht 62 Prozent der Unternehmen zu schaffen. Erneut auf Platz zwei belasten die Arbeitskosten viele Unternehmen (57 Prozent). Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden als Risiko wieder häufiger angegeben. Sie werden wieder von mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen genannt (51 Prozent).

Export

Die anhaltenden Zollkonflikte und die damit verbundenen Unsicherheiten schränken den freien Welthandel weiterhin ein und belastet die exportorientierte Industrie. Im Ergebnis bleiben die Exporterwartungen schlecht. Aktuell gehen 36 Prozent der Industrieunternehmen von einem Rückgang des Exportgeschäfts in den kommenden zwölf Monaten aus. 57 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung ihrer Ausfuhren, nur jedes siebte Unternehmen einen Anstieg. Insgesamt bleibt der Exportindikator mit -28 Punkten sehr stark im negativen Bereich (Vorumfrage: -31 Punkte).

Konjunkturbericht zum Jahresbeginn 2026 als Download

Weitere Informationen zur konjunkturellen Entwicklung

Zahlen, Daten und Fakten

Wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute:

DIW - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
Konjunkturprognosen, DIW-Wochenberichte
HWWI - Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut
Konjunkturanalyse, ökonomische Trends bis 2030 sowie Klima, Energie- und Rohstoffmärkte
ifo Institut
monatliches Geschäftsklima, Konjunkturprognosen
IfW Kiel - Institut für Weltwirtschaft
Konjunkturprognosen
Institut der deutschen Wirtschaft
Konjunkturumfrage, Statistiken, Informationen zum Arbeitsmarkt
Institut für Mittelstandsforschung
Konjunkturanalysen
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle
Konjunkturumfragen in „Wirtschaft im Wandel"
RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
Konjunkturprognosen
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Jahresbericht (im Internet jeweils ab dem 15. November)
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
Branchenreport Dienstleister, Konjunkturreport