Konjunkturbericht

Konjunkturbericht der IHK Köln zum Frühjahr 2022

Wirtschaftsklima: Wachstum weiter gedämpft
Die steigenden Energie- und Rohstoffpreise und die Unsicherheit der weltpolitischen Lage machen den Unternehmen in der Region Sorgen und dämpfen weiter das Wachstum. Gegenüber der Vorumfrage ist der Konjunkturklimaindikator für den gesamten IHK-Bezirk dabei von 112,7 auf 97,7 Punkte gefallen.
Die Frühjahrsumfrage zur Konjunktur der IHK Köln (PDF-Datei · 778 KB) wurde vom 21. März 2022 bis zum 22. April 2022 durchgeführt. In die Auswertung sind Antworten von 530 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Köln eingeflossen.

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage Frühjahr 2022 im Überblick

Geschäftslage

Die Beurteilung der Geschäftslage ist nicht mehr so positiv als noch zu Jahresbeginn. Der Lageindikator sinkt von 24 auf 14 Punkte. Jedes dritte Unternehmen meldet nach wie vor eine gute Geschäftslage, jedes fünfte inzwischen aber eine schlechte. 47 Prozent geben an, dass die Lage „befriedigend“ ist.

Geschäftsaussichten

Angesichts der hohen Unsicherheit über die weitere weltpolitische und damit auch weltwirtschaftliche Entwicklung haben sich die Erwartungen der Unternehmen verschlechtert. 34 Prozent befürchten eine ungünstigere Entwicklung ihrer Lage in den kommenden zwölf Monaten, nur noch 17 Prozent eine Verbesserung.

Investitionen

Die gesamtwirtschaftliche Investitionsbereitschaft hat sich gegenüber dem Jahresanfang nur geringfügig verschlechtert. Rund jedes dritte Unternehmen plant weiterhin höhere Investitionen, jedes vierte Unternehmen möchte die Investitionsausgaben in den kommenden zwölf Monaten reduzieren. Hauptmotiv für die Investitionsentscheidungen ist vor allem der Ersatzbedarf. Zudem haben Umweltschutz und Steigerung der Energieeffizienz als Investitionsmotiv nochmals an Bedeutung gewonnen.

Beschäftigung

Trotz der gedämpften Erwartungen hat sich die Einstellungsbereitschaft kaum verändert. Der Beschäftigungsindikator bleibt mit plus acht Punkten im positiven Bereich. Allerdings zeigen sich deutliche sektorale Unterschiede. Während in der Industrie in den kommenden Monaten Stellen abgebaut werden dürften, ist bei unternehmensbezogenen Dienstleistern sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe ein Beschäftigungsaufbau zu erwarten.

Risiken

Durch den starken Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise sehen inzwischen 81 Prozent der Unternehmen die weitere Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als Hauptrisiko. Für 57 Prozent bildet der Fachkräftemangel ein wesentliches Risiko; für 42 Prozent die Entwicklung der Arbeitskosten.

Preisanstieg

Die Unternehmen sind jedoch nicht nur von hohen Einkaufspreisen für Energie negativ betroffen (81 Prozent). 74 Prozent der Betriebe beklagen zudem höhere Einkaufspreise für bezogene Waren und 63 Prozent steigende Arbeitskosten.

Export

Die Exporterwartungen der Industrieunternehmen haben sich merklich eingetrübt. Der Exportindikator ist gegenüber dem Jahresanfang um 29 Punkte gesunken. Aktuell gehen 32 Prozent der Industrieunternehmen von einem Rückgang des Exportgeschäfts in den kommenden zwölf Monaten aus. 63 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung ihrer Ausfuhren und nur fünf Prozent einen Anstieg.

Blick in die Branchen 

Zwischen den einzelnen Branchen zeigen sich erhebliche Unterschiede. Besonders die Industrie leidet unter den hohen Preisen für Energie und Rohstoffe sowie den anhaltenden Problemen mit Lieferketten. Auch die verbrauchernahen Dienstleistungen, die Gesundheitswirtschaft sowie einzelne Industriezweige wie der Fahrzeugbau beurteilen ihre Situation zunehmend als ungünstig, wohingegen sich die Geschäftslage bei Hotels und Gaststätten deutlich verbessert hat.

IHK-Konjunkturberichte seit 2019

Um die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen im IHK Bezirk verfolgen zu können, stellt Ihnen die IHK Köln frühere Berichte zur Verfügung:

Weitere Informationen zur konjunkturellen Entwicklung

Zahlen, Daten und Fakten

Wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute:

DIW - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
Konjunkturprognosen, DIW-Wochenberichte
HWWI - Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut
Konjunkturanalyse, ökonomische Trends bis 2030 sowie Klima, Energie- und Rohstoffmärkte
ifo Institut
monatliches Geschäftsklima, Konjunkturprognosen
IfW Kiel - Institut für Weltwirtschaft
Konjunkturprognosen
Institut der deutschen Wirtschaft
Konjunkturumfrage, Statistiken, Informationen zum Arbeitsmarkt
Institut für Mittelstandsforschung
Konjunkturanalysen
Institut für Wirtschaftsforschung Halle
Konjunkturumfragen in "Wirtschaft im Wandel"
RWI - Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung
Konjunkturprognosen
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Jahresbericht (im Internet jeweils ab dem 15. November)
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
Branchenreport Dienstleister, Konjunkturreport