Von Kai Plambeck
Dass das Haus ein Anlaufpunkt für Reisende ist, hat Tradition. Schon 1782 bot der Württemberger Hof als Poststation durchreisenden Gästen ein Zimmer an. Heute ist es die nahe A6, die den Rhythmus bestimmt. Viele Gäste sind auf der Durchreise, häufig aus den Beneluxstaaten, noch mit einem langen Weg vor sich. Ein Stau, eine Pause, eine spontane Übernachtung – und aus dem ungeplanten Halt wird ein festes Zwischenziel auf der Rückreise. „Gerade diese Gäste sehen wir oft wieder“, sagt Direktor Jörg Wedegärtner.
Dann ist aus dem Zufall ein bewusster Stopp geworden.
Gastgeber aus Überzeugung
Die Direktion vom Württemberger Hof: Jörg Wedegärtner und Yvonne Walz
Wedegärtner ist gebürtig aus Ostwestfalen, seine Ausbildung hat er im Brenners Park‑Hotel in Baden‑Baden gemacht. „Ich bin gelernter Kellner“, sagt er nicht ohne Stolz. Danach ging es hinaus in die Welt: New York, London, Spanien. „In New York bin ich selten zu den Sehenswürdigkeiten gelaufen“, erzählt er. „Mich haben die Hotellobbys fasziniert – dieses Kommen und Gehen, das Leben im Haus.“
Nach den Jahren in der Praxis folgte ein Studium in Bad Honnef zum Bachelor für Event‑ und Hotelmanagement. 2009 kam er in die Region, zunächst als Empfangsleiter im Wald‑ & Schlosshotel Friedrichsruhe. Dort fand er mit dem damaligen Geschäftsführer Schiebenes einen prägenden Wegbegleiter, stieg zum stellvertretenden Direktor und später zum Direktor auf. Die Entscheidung für die Region hatte auch private Gründe – die Familiengründung. Dass er bis heute Kontakt zu seinem damaligen Mentor hält, passt zu ihm. Er ist Netzwerker und Menschenfreund.
Nach weiteren Stationen führte sein Weg schließlich nach Öhringen. Seit November 2025 leitet er den Württemberger Hof gemeinsam mit Yvonne Walz in der Doppelspitze. „Öhringen ist eine Stadt, die wir lieben und in der wir leben“, sagt er.
Yvonne Walz hat bereits als Kind die Puppenküche gegen eine richtige Gastroküche getauscht. In Passau geboren, wuchs sie in einer Familie mit Restaurantbetrieb auf – Gastronomie gehörte ganz selbstverständlich zum Alltag. Ihre Ausbildung zur Köchin absolvierte sie auf Burg Hornberg in Neckarzimmern, später folgten Stationen im Kölner Domhotel und zehn Jahre in der Heidersbacher Mühle im Odenwald. Ein Studium im Eventmanagement rundete den Weg ab, bevor sie im Hotel Anne‑Sophie in Künzelsau arbeitete.
2019 wurde sie von einem Schulfreund – und Eigentümer des Württemberger Hofs – angesprochen, die Direktion zu übernehmen. Sie sagte zu. Kurz darauf begann die Corona‑Zeit. „Das war keine einfache Phase“, sagt sie rückblickend. „Aber die klare Ausrichtung des Hauses und der Rückhalt der Inhaber haben vieles möglich gemacht.“
Offen für Menschen – auch ohne Koffer
Was beide eint, ist der Blick auf den Menschen, bei den Mitarbeitenden genauso wie bei den Gästen. Vielleicht erklärt das, warum sich im Württemberger Hof auch Menschen wohlfühlen, die gar nicht übernachten. Frühstück, Mittagstisch, Abendessen – oder einfach ein Kaffee oder ein Aperol auf der Terrasse: Das Haus ist bewusst offen. „Man muss kein Hotelgast sein, um hier Gast sein zu dürfen“, sagt Walz. Und wer vergessen hat, anderswo einen Tisch zu reservieren, wird hier vielleicht positiv überrascht.
Für Wedegärtner ist das kein Zufall, sondern tägliche Aufgabe. „Unser Ziel ist es, Distanz zu verringern, ohne distanzlos zu sein“, sagt er. Nähe zulassen, aufmerksam sein, aber professionell bleiben – das prägt den Ton im Haus und den Umgang mit den Gästen.
Die Klientel ist vielfältig. Im Sommer kommen Radreisende, oft mit der Bahn. Der Großteil sind Business‑ und Stop‑over‑Gäste: Belgier auf Durchreise, Geschäftsleute, Gestrandete aus dem A6‑Stau. „Das sind Gäste, die man selten nur einmal sieht“, sagt Wedegärtner. „Die Autobahn bringt Menschen – und wir sorgen dafür, dass sie gerne wieder kommen.“
Man muss kein Hotelgast sein, um hier Gast sein zu dürfen.
Viele Anlässe, ein Ort
Ein Blick auf den Veranstaltungskalender zeigt die Bandbreite: Taufen, Konfirmationen, Kommunionen, Klassentreffen, Tagungen. Möglich wird das durch flexible Räume – 50 Plätze im Restaurant, 50 auf der Terrasse, rund 100 im Tagungsbereich, ergänzt durch kleinere Räume und eine separate Kaffelounge.
Nach dem Lieblingsgericht gefragt, antworten die Direktoren unterschiedlich. „Für mich ist es im Moment der Saibling auf Spargelragout“, sagt Wedegärtner. „Das ist Frühling auf dem Teller.“ Walz überlegt kurz. „Ich probiere gern Neues – gerade mag ich die Burrata Caprese mit bunten Tomaten und Basilikum besonders.“
Stadthotel mit Ruhepol
54 Zimmer, zwei Suiten mit Blick über Öhringen, ein moderner Spa‑Bereich mit vier Saunen, Fitnessstudio, Parknähe und Innenstadtlage – der Württemberger Hof verbindet Wege: ins Zentrum und zur Ruhe. „Ich mag Hotels mitten in der Stadt“, sagt Wedegärtner. „Man ist nah dran – und kann sich trotzdem zurückziehen.“
Was beide antreibt, lässt sich nicht planen oder delegieren. „Man muss Spaß daran haben, Gastgeber zu sein“, sagt Walz, „und das Ganze mit einem Lächeln machen.“ Genau diese Freude spürt man im Alltag des Hauses – im Service, am Empfang und auch dann, wenn jemand einfach nur auf einen Kaffee vorbeischaut.
Auf die City Dinner Tour freuen sich beide besonders. „Das ist eine schöne Gelegenheit, mit Gästen ins Gespräch zu kommen“, sagt Walz. „Und vielleicht auch Menschen neugierig zu machen, die bisher dachten: Hotel geht nur mit Übernachtung.“
Ausblick – City Dinner Tour
Am 4. Mai 2026 macht die City Dinner Tour Station in Öhringen: Start um 18 Uhr im Rathaus, Einblicke bei lokalen Akteuren – und Ausklang gegen 21 Uhr im Württemberg Hof. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind limitiert.
Anschrift:
Württemberger Hof
Karlsvorstadt 4
74613 Öhringen
Deutschland
Telefon: +49 7941 9200 0
www.wuerttemberger-hof.de/
Facebook: / hotelwuerttembergerhof
Instagram: / hotelwuerttembergerhof
Öffnungszeiten:
Restaurant und Bar für Hotel- und externe Gäste geöffnet.
Routenplaner:
Mit Klick auf die Karte öffnet sich der Routenplaner von Google Maps in einem separaten Browserfenster!