Von Kai Plambeck
Zwölf Jahre Programmieren, Debuggen und Kaffee war großartig, nur fehlten mir irgendwann die Menschen.
Werdegang & Motivation
Dürr ist in der Gastronomie groß geworden – und zwar im wortwörtlichen Sinne: In der „Krone“ in Hessental, wo Jazz‑Frühstücke für die US‑Soldaten stattfanden, stand er als Kind mit seinem Bruder an der Garderobe, verteilte Nummern und durfte den kleinen Lohn sogar behalten. Diese frühen Einblicke in ein weltoffenes, lebendiges Haus prägten ihn – auch wenn er sich später erst einmal bewusst anders orientierte: Lehre bei Würth, Auslandsjahr in Südkorea und England, später BWL mit Schwerpunkt Marketing, dann ein eigenes Software‑Unternehmen in Köln. „Zwölf Jahre Programmieren, Debuggen und Kaffee war großartig, nur fehlten mir irgendwann die Menschen.“ Als sein Bruder aus dem Hotel aussteigen wollte, ergriff er die Chance. Nach zwei Übergangsjahren übernahm er 2013 als geschäftsführender Gesellschafter das Ringhotel Hohenlohe. „Es war eine Fügung, ähnlich wie bei meinem Vater, der sich auch erst für etwas anderes entschieden hatte und dann aus Verbundenheit dem Ruf in die Krone gefolgt ist.“
Sortiment & Besonderheiten
Heute ist das Hohenlohe Treffpunkt für Geschäftsreisende und Genießer. Vom Frühstück bis zur Kaffeestunde mit Altstadtblick spielt die Küche ihre Stärke aus: regional geerdet, saisonal gedacht, frisch gekocht. „Wir setzen die Soßen selbst an. Handwerk schmeckt man“, sagt Dürr. Insgesamt setzt das Haus auf Lebensmittel aus der Region und enge Bindungen zu Partnern aus der Umgebung – von der Pilzmanufaktur Wüstner aus Kirchberg bis zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft. Überall dort, wo es die benötigten Mengen verlässlich zulassen, greifen wir bewusst auf regionale Produkte zurück, erklärt er. „Denn Qualität entsteht im Zusammenspiel aus Herkunft, Handwerk und Machbarkeit.“
Raum für große Momente hat das Hohenlohe ebenfalls: Veranstaltungen bis etwa 120 Personen pro Saal, dazu das Restaurant mit großzügigen Kapazitäten – und die Lage am Kocher sorgt für die passende Bühne. Wer länger bleibt, findet mit dem Boardinghaus Hotel 21 eine flexible Erweiterung des Angebots. Und wer ein modernes, designorientiertes Konzept sucht, findet im dazugehörigen Hotel Qubixx eine passende Unterkunft.
Es geht um verlässliche Qualität, die man schmeckt.
Lieblingsgericht und Anekdoten
Und was bestellt der Chef selbst? „Ich nehme am liebsten unser Schnitzel“, sagt Volker Dürr. „Es geht um verlässliche Qualität, die man schmeckt.“ Viele Gäste schwören auf den Zwiebelrostbraten, der oft gelobt wird. Nicht zuletzt dank eines Küchen‑Teams, das seit Jahrzehnten zusammensteht. „Diese Konstanz ist ein Geschenk, für uns und unsere Gäste.“
Dass das Hohenlohe ein „Wohnzimmer auf Zeit“ sein kann, zeigt eine seiner liebenswertesten Geschichten: Eine Dame buchte zunächst sechs Wochen – und blieb schließlich drei Jahre in der Junior Suite. „Sie war quasi unser Udo Lindenberg“, erzählt Dürr mit einem Schmunzeln, in Anspielung auf den Musiker, der seit 30 Jahren im Hotel Atlantic in Hamburg lebt. „Sie fühlte sich offensichtlich bei uns wie zu Hause.“
Vernetzung in der Region und Familienbetrieb
Regionalität meint hier nicht nur Zutaten, sondern Beziehungen zu Stadtwerken, Handel, Kultur und Kolleginnen und Kollegen in der Branche. Das Hohenlohe ist eines der frühen Häuser der Ringhotels, und Volker Dürr gestaltet diesen Verbund heute sogar an führender Stelle mit. Auch im Dehoga-Kreisverband übernimmt er Verantwortung.
Gleichzeitig denkt er Regionalität auch nach innen. In einer Branche, die mit Fachkräftemangel ringt, setzt er auf individuelle Lösungen und viel Vertrauen. „Wenn man auf die Lebenssituationen der Menschen eingeht, entsteht Loyalität“, sagt er und genau diese zeigt sich in seinem Team seit Jahrzehnten.
Diese Haltung prägt sein Engagement weit über das Hotel hinaus, von Stadtentwicklungsimpulsen bis hin zu kleinen Projekten wie seinem Interior‑Laden oder seinen Einsätzen im Vojo Café. „Gastgeber bleibt man, egal auf welcher Seite der Theke.
Blick auf die Altstadt von der Frühstücksterrasse.
Hotel Hohenlohe am Rand der Altstadt und Kocher gelegen.
Volker Dürr Inhaber, Geschäftsführer und Ideengeber im Hotel Hohenlohe.
Ausblick – City Dinner Tour
Am 19. März 2026 macht die City Dinner Tour Station in Schwäbisch Hall: Start um 18 Uhr im Rathaus, Einblicke bei lokalen Akteuren – und Ausklang gegen 21 Uhr im Ringhotel Hohenlohe. „Genau darum geht’s: Menschen, Orte, Geschichten verbinden“, sagt Volker Dürr. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind limitiert.
Anschrift:
Ringhotel Hohenlohe
Weilertor 14
74523 Schwäbisch Hall
Telefon: +49 791 75870
www.hotel-hohenlohe.de
Facebook: /hotelhohenlohe
Instagram: /ringhotelhohenlohe
Öffnungszeiten:
Restaurant und Bar für Hotel- und externe Gäste geöffnet.
Öffnungszeiten bitte tagesaktuell prüfen (Sonntag Ruhetag für externe Gäste).
Routenplaner:
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