Jahrespressegespräch

Brons: „Es konnten nicht alle freien Ausbildungsplätze besetzt werden“

IHK-Präsident zieht beim Jahrespressegespräch Bilanz zur Ausbildungssituation in Ostfriesland und Papenburg.
Der Fachkräftemangel ist neben der Energiekrise das beherrschende Thema der Wirtschaft. Dieser Trend zeigt sich ebenso auf dem Ausbildungsmarkt. „Obwohl die Unternehmen trotz der Krisen der vergangenen Jahre an Ihrer Ausbildungsbereitschaft festhalten, konnten im vergangenen Jahr nicht alle freien Ausbildungsplätze besetzt werden“, sagte IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons bei der Vorstellung des Jahresberichts der Industrie- und Handelskammer am 18. Januar im Rummel in Emden.
Die Gründe seien vielfältig. Zum einen beruht dies auf dem demografischen Wandel und zum anderen hält der Trend zur Akademisierung an.  Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg hat entsprechend in 2022 1818 und damit 3,8 Prozent (= 72 Verträge) weniger Verträge als im Vorjahreszeitraum verzeichnet. Im kaufmännischen Sektor wurden insbesondere im Handel (-6,6 Prozent) und im gewerblich-technischen Sektor im Bereich Elektrotechnik (-8,9 Prozent) weniger Ausbildungsverträge registriert. Erfreulich war die Entwicklung hingegen im Bereich der Gastronomie und Hotellerie, die in 2022 einen Aufwärtstrend erfahren und sich wieder mit rund 200 Verträgen stabilisiert hat. Einen Zuwachs konnte auch das Baugewerbe für sich verzeichnen (+ 5,4 Prozent).
Um den Fachkräftemangel abzumildern, gilt es die Berufliche Orientierung weiter auszubauen. „Nur mit einer guten Berufsorientierung können potenzielle Fachkräfte für eine duale Berufsausbildung in den rund 160 Ausbildungsberufen der Region gewonnen werden“, stellte IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard fest.
Dafür setzt sich die IHK bereits seit Jahren ein. Mit verschiedenen Maßnahmen wie den Azubi-Speed Datings oder der Ausbildungsmesse hat die IHK im vergangenen Jahr über die duale Berufsausbildung informiert und das Modell aus beruflicher Praxis und Theorie beworben. Diese Angebote erhielten eine positive Resonanz, haben aber auch gezeigt, dass es noch weiterer Aktivitäten bedarf, um die Zielgruppe der jungen Menschen zu gewinnen.
Deshalb hat die IHK nun mit dem Projekt „Passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen“ eine institutionalisierte Stelle geschaffen. Mit dem Projekt unterstützt die IHK kleine und mittlere Unternehmen der Region bei der Suche nach passenden Bewerbern. Aber auch bei der Gewinnung und dem Halten von Fachkräften engagiert sich die IHK verstärkt.
Neben der Qualifizierung spiele auch die Weiterbildung eine wichtige Rolle. Darum hat die IHK im vergangenen Jahr einen Relaunch ihres Weiterbildungsangebots angestoßen. „Damit bieten wir unseren Mitgliedern eine breite Palette an Seminaren und Lehrgängen an: Vom Telefontraining für Auszubildende, Prüfungsvorbereitungen, Meisterlehrgänge bis zu zielgruppenspezifischen Zertifikatslehrgängen können die verschiedenen Branchen Angebote auf der Internetseite finden“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard.