Erstmalige Beteiligung Ostbrandenburger Städte

Der Handel ist in Bewegung: Demografischer Wandel, Digitalisierung, verändertes Konsumentenverhalten sind Entwicklungen, die den Handel der Zukunft herausfordern. Besonders verstärkt wird diese Entwicklung aktuell durch die Corona-Krise, die für den innerstädtischen Handel eine erhebliche Belastung bedeutet. 
Im Fokus stehen dabei vor allem die Stadtzentren. Die Sorge vor Verödung und aussterbenden Innenstädten geistert regelmäßig durch die deutsche Medienlandschaft. 
Einkäufe verlagern sich ins Internet. Frequenzen in den Innenstädten verringern sich und deren Funktionen wandeln sich zunehmend. 

Innenstädte: Shopper gaben Meinung ab

Mit dem Projekt „ Vitale Innenstädte“ gehen das Institut für Handelsforschung gemeinsam mit der IHK Ostbrandenburg und den beteiligten Städten der Frage nach der Rolle der Innenstädte auf den Grund. Hierzu wurden Passanten in den jeweiligen Städten. Bei dieser Befragung lag der Fokus auf dem Thema die “Innenstadt im Spiegel der Besuchermeinung" und umfasst u.a. die Analyse der Besucherstruktur, der Wünsche und Anforderungen der Innenstadtbesucher, des Einkaufsverhaltens und der zukünftigen Perspektiven.  
Die hierdurch gewonnenen Informationen können die Grundlage zur Analyse, Planung und Umsetzung zukunftsweisender Innenstadt-Lösungen bilden. Auf dieser Basis lassen sich Strategien zur dauerhaften Attraktivitätssicherung der Standorte entwickeln, die ganzheitliche und stichhaltige Argumentationslinien gegenüber den Stakeholdergruppen der Innenstadt ermöglichen. 
Mit der Schaffung einer aussagekräftigen Datenbasis über eine einheitliche Innenstadtbefragung in 107 Innenstädten, konnte das Einkaufsverhalten in den deutschen Innenstädten umfassend abgebildet werden.  
Die Ergebnisse der Innenstadtbefragung können auf verschiedenen Ebenen genutzt werden: 

lokal: Die Auswertungen der einzelnen Städte sind vor allem für die teilnehmenden Städte, in Ostbrandenburg Prenzlau, Templin und Eberswalde relevant. Die Aggregation zu Ortsgrößenklassen-Durchschnitten erlaubt die Verallgemeinerung der Aussagen und dient den teilnehmenden Städten als Vergleichsmaßstab. 

überregional: Die bundesweiten Ergebnisse zeigen allgemeine Trends auf, die den Diskurs mit Politik und Medien auf Bund- und Länderebene ermöglichen. 

Einzelhandel bestimmt den Erlebniswert  

Der stationäre Einzelhandel bestimmt maßgeblich wie attraktiv deutsche Innenstädte wahrgenommen werden. Ebenfalls Top-Treiber für den Erlebniswert sind Sehenswürdigkeiten sowie Freizeit- und Kulturangebote. Dabei ist die Digitalisierung und eine zukunftsorientierte Positionierung von Städten – etwa durch den passenden Onlineauftritt – oft noch ein Manko. Hier besteht Handlungsbedarf, schließlich kaufen bis zu zwei Drittel der Konsument*innen (auch) online ein. Eine Dynamik, die durch Corona noch verstärkt wurde.  

Städte müssen auch für jüngere Zielgruppen attraktiver werden  

Der klassische Einkaufsbummel ist das Hauptmotiv für den Besuch von Innenstädten – vor allem für ältere Personen (75 % in Ostbrandenburg). Bei jüngeren Menschen unter 25 Jahren gibt die Hälfte an, zum Einkaufen in die Stadt zu kommen, dafür sind Gastronomie oder Behörden-/ Arztgänge öfter ein Besuchsanlass als bei älteren Menschen. Die Befragten unserer Region vermissen Veranstaltungsangebote sowie Erlebniswert (Neues entdecken, inspirieren lassen, Spass haben) am meisten.