IHKplus 08/2022

Unternehmen bei Energiepreispauschale gefordert

Mit der Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro will die Bundesregierung die Folgen der stark gestiegenen Energiepreise für die Bürgerinnen und Bürger abfedern. Auf die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die für die Auszahlung zuständig sind, kommt damit einiger Aufwand zu.
Die Pauschale wird allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Jahr einmalig als Zuschuss zum Gehalt gewährt.  Dieser Zuschuss gilt zwar unabhängig von Pendlerpauschale und anderen Vergünstigungen, unterliegt aber der Einkommensteuer. Arbeitgebende sollen die Pauschale in der Regel im September auszahlen und sie aus dem Gesamtbetrag der einzubehaltenden Lohnsteuer entnehmen dürfen. Wie und wann die Auszahlung konkret abläuft, hängt unter anderem davon ab, ob Unternehmen
die Lohnsteuer-Anmeldung monatlich, vierteljährlich oder nur jährlich abgeben. Im letzteren Fall müssen die Arbeitgebenden die 300 Euro gar nicht auszahlen, Beschäftigte können sie dann über die Einkommensteuererklärung für 2022 erhalten.
In manchen Fällen müssen zudem besondere Verfahren angewandt werden. Dies gilt zum Beispiel für Beschäftigte, für die  insgesamt weniger als 300 Euro Lohnsteuer abzuführen sind und für die dann eine so genannte Minus-Lohnsteuer-Anmeldung abgewickelt werden muss. Trotz des insgesamt hohen Verwaltungsaufwandes müssen die Unternehmen die Kosten dafür selbst tragen. Allerdings kann sich der Aufwand steuermindernd auswirken.
Auch Selbstständige erhalten die Energiepreispauschale. Für sie sinkt der vorauszuzahlende Betrag im entsprechenden Zeitraum um 300 Euro. Wer die Vorauszahlung aufgrund des früheren Bescheides schon geleistet hat, dem wird der Betrag vom Finanzamt erstattet.
Die IHK Köln erklärt die wichtigsten Punkte für Unternehmen. Hilfreich kann darüber hinaus die FAQ-Liste der Finanzverwaltung sein, die rechtliche und verfahrenstechnische Fragen beantwortet.

Kontakt

Corinna Kaus
Steuern und Gesellschaftsrecht
Ellen Lindner
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Dr. Timmy Wengerofsky
Steuern und Gesellschaftsrecht