Nr. 6444658
Ansprechpartner nach Sachthemen

Dienstleistungen von A bis Z

Wer macht was?

Mitarbeiterverzeichnis

14. September 2026

IHK am Puls bringt Unternehmen der Region zusammen

Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region zusammenbringen, Impulse setzen und den Austausch fördern – dafür steht das Veranstaltungsformat „IHK am Puls. Unternehmen. Vernetzen. Region.“
Zur dritten Auflage lädt die Geschäftsstelle Marburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg für Donnerstag, 24. September, ab 17 Uhr in das Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) in Marburg ein.
„Unternehmergeist lebt vom Austausch. IHK am Puls bietet dafür den passenden Rahmen: Die Veranstaltung verbindet wirtschaftspolitische Impulse mit der Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und das regionale Netzwerk auszubauen“, sagt Udo Diehl, Vizepräsident der IHK Kassel-Marburg und Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Marburg. „Wir laden alle Unternehmerinnen und Unternehmer herzlich ein, den Abend für neue Begegnungen, interessante Gespräche und wertvolle Kontakte zu nutzen“, fügt Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, hinzu.
Die Keynote hält in diesem Jahr Dennis Gies, Geschäftsführer der Toynamics Europe GmbH. Das Unternehmen ist die europäische Vertriebs- und Servicegesellschaft der weltweit tätigen Hape Holding AG und zählt mit der Verbindung von Spielwarenproduktion, Markenvertrieb und Handelsdienstleistungen zu den bedeutenden Akteuren des europäischen Spielwarenmarktes.
In seinem Vortrag gibt Gies Einblicke in die Herausforderungen des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Aus seinen internationalen Erfahrungen zeigt er auf, wie sich Produktions- und Vertriebsstandorte in Europa und weltweit unterscheiden und welche Schlussfolgerungen Unternehmen daraus ziehen können.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Die Anmeldung ist möglich bis Mittwoch, 23. September: IHK-Geschäftsstelle Marburg, Tel. 06421 9654-0 oder über die Veranstaltungsseite
14. September 2026

49 Top-Absolventen für Spitzenleistungen geehrt

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg hat am Freitag (11. September) die besten Absolventinnen und Absolventen der IHK-Aufstiegsfortbildung aus Nordhessen und der Region Marburg für ihre herausragenden Leistungen geehrt.
Die 49 Ausgezeichneten haben ihre Prüfungen mit mindestens 81 Punkten abgeschlossen und gehören damit zu den besten 3,5 Prozent von rund 1.400 Absolventinnen und Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2025/26. Sie erlangten Abschlüsse als Industriemeister, Fachwirte, Technische Betriebswirte oder Fachkaufleute, die dem Bachelor- beziehungsweise Master-Niveau im Deutschen Qualifikationsrahmen zugeordnet sind.
Als Anerkennung für ihre Leistungen erhielten die Top-Absolventinnen und -Absolventen eine Urkunde und eine Himmelsstürmer-Skulptur. Patrick Weilbach, stellvertretender Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Region Kassel und Mitglied der IHK-Vollversammlung, gratulierte ihnen und betonte die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung für die regionale Wirtschaft: „Gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind eine wichtige Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen – und damit für die Zukunft unserer Region.“
Viele der Ausgezeichneten haben für ihre Weiterbildung auch die Aufstiegsprämie des Landes Hessen in Anspruch genommen. Seit dem 1. Juni 2024 erhalten Absolventinnen und Absolventen erfolgreicher Fortbildungsprüfungen eine Prämie von 3.500 Euro. „Ein starkes Zeichen für die Bedeutung beruflicher Weiterbildung“, betont Weilbach. „Davon profitieren auch die Unternehmen und damit der Standort.“
Weilbach, der selbst Unternehmer ist, weiß um den Wert gut qualifizierter Fachkräfte: „Die Unternehmen in der Region brauchen Ihr Wissen, Ihre Erfahrung und Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“ Die Absolventinnen und Absolventen hätten mit ihrem erfolgreichen Abschluss zugleich bewiesen, dass sie bereit seien, Verantwortung für ihre berufliche Entwicklung zu übernehmen. „Heute feiern wir, was Sie erreicht haben. Morgen beginnt das, was Sie daraus machen.“
Dass sich die Investition in Weiterbildung lohnt, zeigt auch eine bundesweite Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK): 81 Prozent der Absolventinnen und Absolventen berichteten von positiven Auswirkungen auf ihre berufliche Entwicklung. 58 Prozent erzielten finanzielle Verbesserungen, 57 Prozent übernahmen mehr Verantwortung oder stiegen in eine höhere Position auf.
Patrick Weilbach dankte zudem den Bildungsträgern, Lehrkräften und ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern. Ihr Engagement trage entscheidend dazu bei, dass berufliche Weiterbildung auf hohem Niveau möglich sei.
Hintergrund: Aufstiegsprämie des Landes Hessen
Das Land Hessen fördert erfolgreiche berufliche Aufstiegsfortbildungen – wie Meister-, Fachwirt- oder Betriebswirtabschlüsse – mit einer Aufstiegsprämie von 3.500 Euro. Die Prämie gilt für Prüfungen, die ab dem 1. Juni 2024 erfolgreich abgeschlossen wurden, und soll die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung stärken. Bereits seit dem 1. Januar 2018 wurde in Hessen eine Aufstiegsprämie von 1.000 Euro gewährt. Mit der Anhebung auf 3.500 Euro setzt das Land ein deutliches Signal zur weiteren Stärkung der beruflichen Bildung. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Prüfungsabschluss bei der zuständigen Kammer gestellt werden (für IHK-Abschlüsse: online auf der Website des Hessischen Industrie- und Handelskammertags). In Kombination mit dem Aufstiegs-BAföG kann der Weg zum Fortbildungsabschluss nahezu kostenfrei erfolgen.
11. September 2026

documenta 16: „Dynamik, die alle mitreißt“

Sie gilt als weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst: die documenta. Einblicke ins Werden der documenta 16 gab der Geschäftsführer der documenta gGmbH, Prof. Dr. Andreas Hoffmann, in der gestrigen Herbst-Sitzung (Donnerstag, 10.9.2026) der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg im Haus der Wirtschaft in Kassel.
Um sich mit dem Themenkomplex Kunst, Bildung und Beruf im Kontext der documenta 16 auseinanderzusetzen, erarbeitet der Berufsbildungsausschuss (BBA) der IHK Kassel-Marburg derzeit in Zusammenarbeit mit der documenta 16 ein Curriculum sowie einen praxisnahen Leitfaden, der ab dem Frühjahr 2027 Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben zur Verfügung stehen soll. Inspiriert durch die documenta und die Frage, wo und wie sich Kunst, Bildung und Beruf miteinander verbinden, sind Berufsschulen und Unternehmen dazu aufgerufen, gemeinsam mit Jugendlichen eigene Kunstwerke zu entwickeln. Diese sollen im Herbst 2027 beim IHK-Bildungskongress präsentiert werden.
Laut Prof. Dr. Andreas Hoffmann gewinnt die documenta 16 zunehmend an Gestalt. „Es entwickelt sich eine positive Dynamik, die uns alle mitreißt und fasziniert“, sagte der Geschäftsführer der documenta gGmbH den Mitgliedern der Vollversammlung. Im Fünf-Jahres-Rhythmus zieht sie Kunst- und Kulturtouristen aus aller Welt nach Nordhessen – die documenta 15 besuchten über 738.000 Gäste. Als zentraler Anlaufpunkt sei das Welcome Center der Kunstausstellung nach Angaben von Hoffmann gesichert, die Organisation wachse. „Aktuell entsteht ein Vermittlungsprogramm, das wirklich für alle Menschen in dieser Stadt gedacht ist“, berichtete er. „Kassel und die documenta gehören zusammen – das spüren wir jeden Tag in unserer Arbeit.“
Das Thema Bildung stand nicht nur bei der documenta im Mittelpunkt der Vollversammlung. So votierten die Unternehmerinnen und Unternehmer einstimmig für eine Anschubfinanzierung für die geplante Außenstelle „StudiumPlus Kassel“ der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Derzeit laufen mit Partnern wie dem Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen, Bezirksgruppe Nordhessen e. V., der Stadt Kassel, dem Landkreis Kassel, der Wirtschaftsförderung Region Kassel (WFG) und der THM die Vorbereitungen dafür, ein entsprechendes duales Studienprogramm bereitzustellen. Voraussetzung für die Bereitstellung der IHK-Mittel ist der Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung mit der WFG Region Kassel.
Zudem fand sich eine neue Kampagne der IHK-Organisation auf der Tagesordnung wieder, die das Unternehmertum in den Mittelpunkt stellt. Schließlich sind es Unternehmerinnen und Unternehmer, die täglich Verantwortung übernehmen, Arbeitsplätze schaffen und Innovationen vorantreiben. Um im Zuge der bundesweiten Kampagne „Wir unternehmen das“ Gesicht zu zeigen, nutzten die Mitglieder der Vollversammlung vor Sitzungsbeginn die Möglichkeit, sich professionell fotografieren zu lassen, um personalisiertes Kampagnenmaterial für Social Media erstellen zu können. Ziel der Kampagne ist es, das Unternehmerbild in der öffentlichen Meinung zu stärken und neues Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zu schaffen. Unternehmerinnen und Unternehmer können unter www.wir-unternehmen-das.de kostenfrei Kampagnenmaterialien erstellen lassen. „Wir unternehmen das“ soll kontinuierlich weiterwachsen und mindestens bis ins kommende Jahr fortgeführt werden.
Darüber hinaus standen Finanzen und Personalien auf der Tagesordnung. Nach den Berichten der haupt- und ehrenamtlichen Rechnungsprüfer hat die Vollversammlung Präsidium, Präsidentin und Hauptgeschäftsführer entlastet. Außerdem beriefen die Unternehmerinnen und Unternehmer Kariem Jaber, Geschäftsführer Vertrieb & Engineering bei AKG Thermotechnik International GmbH & Co. KG in Hofgeismar, in den IHK- Industrieausschuss. Jaber folgt damit auf Peter Krause von der AKG Thermotechnik International GmbH & Co. KG, der Ende Juli aus dem Unternehmen und damit auch aus dem IHK-Industrieausschuss ausgeschieden ist.
Die Vollversammlung der IHK Kassel-Marburg besteht aus 77 direkt gewählten Unternehmerinnen und Unternehmern aus Industrie, Handel und Dienstleistung. Sie entscheiden gemeinsam über die Verwendung der finanziellen Mittel, arbeiten an IHK-Leitlinien zu wirtschaftspolitischen Fragen mit und fassen Beschlüssen im Hinblick auf die Bedarfe der regionalen Gesamtwirtschaft. Die Mitglieder der Vollversammlung werden alle fünf Jahre direkt von den IHK-Mitgliedsunternehmen in der Nordhessen und der Region Marburg gewählt. Mehr Informationen sind auf unserer Übersichtsseite zur Vollversammlung zu finden.


10. September 2026

Roadshow zur Unternehmensnachfolge

Unter dem Motto „Übergeben. Übernehmen. Zukunft gestalten.“ findet am Mittwoch, 30. September, von 14.30 bis 17.30 Uhr der zweite Roadshow-Termin zur Unternehmensnachfolge in der Region statt – diesmal in Bad Hersfeld in der Geschäftsstelle der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Dudenstraße 15.
Eingeladen sind Unternehmerinnen und Unternehmer, potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie alle Interessierten, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung jedoch erforderlich. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg mit ihrem Nachfolgeprojekt „Nexxt Now 2.0“, die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg und die Handwerkskammer Kassel laden ein.
Erfahrungen aus erster Hand vermitteln Michaela Schade­wald, die ihr Unternehmen Medi Sport Gym an die nächste Generation übergeben hat, und ihre Enkelin Eileen Malkmus, die es übernommen hat. Sie berichten gemeinsam über ihren Weg der familieninternen Unternehmensnachfolge, die damit verbundenen Herausforderungen und die Chancen eines gelungenen Generationenwechsels.
Neben praxisnahen Einblicken und Impulsen von Expertinnen und Experten bietet die Roadshow die Möglichkeit, direkt mit Unternehmerinnen und Unternehmern, potenziellen Nachfolgenden sowie Netzwerkpartnern ins Gespräch zu kommen. Auf dem Programm stehen unter anderem Impulse zu Modellen, Wegen und Perspektiven einer gelungenen Unternehmensnachfolge sowie Informationen zu Finanzierungs- und Steuerfragen.
Bei einem Markt der Möglichkeiten stehen Institutionen und Netzwerkpartner für individuelle Fragen und weiterführende Informationen rund um das Thema Unternehmensnachfolge zur Verfügung. In lockerer Atmosphäre bietet sich zudem die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und das eigene Netzwerk zu erweitern.
Bitte melden Sie sich bis Dienstag, 22. September 2026, auf unserer Veranstaltungsseite an.

9. September 2026

IHK fordert stärkeren Fokus auf Ausbildungsreife

Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie geben aus Sicht der regionalen Wirtschaft Anlass zur Sorge. Demnach erreichen Deutschlands 15-Jährige in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000. Besonders problematisch: Rund ein Drittel der Jugendlichen erreicht in Mathematik beziehungsweise beim Lesen nicht einmal das grundlegende Kompetenzniveau.
„Diese Entwicklung ist längst nicht mehr nur ein bildungspolitisches Problem. Sie betrifft zunehmend auch die Bereiche Ausbildung, Fachkräftesicherung und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, sagt Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Bildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg.
Die Ergebnisse deckten sich mit den Erfahrungen vieler Ausbildungsbetriebe. Unternehmen müssten immer häufiger zusätzliche Zeit und Ressourcen investieren, um fehlende schulische Grundlagen aufzuarbeiten. Laut der aktuellen DIHK-Ausbildungsumfrage berichten rund vier von zehn Betrieben von Defiziten in Mathematik, Deutsch oder wirtschaftlichem Grundwissen. Auch in den Naturwissenschaften und in Englisch seien Lücken weit verbreitet. Viele Unternehmen unterstützten Jugendliche bereits mit Nachhilfe, zusätzlicher Förderung und intensiver persönlicher Begleitung. „Ausbildungsbetriebe sind bereit, jungen Menschen Chancen zu eröffnen und sie auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten. Sie können aber nicht dauerhaft fehlende schulische Grundlagen ausgleichen“, betont Fölsch.
Aus Sicht der IHK Kassel-Marburg müssen deshalb die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen wieder stärker in den Mittelpunkt der Bildungspolitik rücken. Lernrückstände müssten früh erkannt und gezielt aufgearbeitet werden. Ebenso wichtig sei eine verbindliche und praxisnahe Berufsorientierung. „Ausbildungsreife bedeutet nicht nur, schulische Grundlagen zu beherrschen. Junge Menschen müssen auch wissen, welche Berufe zu ihren Fähigkeiten und Interessen passen“, betont Thomas Fölsch. Die IHK sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf: „Der Fachkräftemangel von morgen entscheidet sich auch in den Klassenzimmern von heute.“
9. September 2026

PPWR: Bevollmächtigtenpflicht bremst EU-weiten Handel aus

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg kritisiert wiederholt neue bürokratische Belastungen durch die europäische Verpackungsverordnung Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR).
So müssen seit dem 12. August 2026 Unternehmen, die verpackte Waren unmittelbar an Endabnehmer in andere EU-Mitgliedstaaten liefern, jeweils vor Ort einen Bevollmächtigten für die erweiterte Herstellerverantwortung bestellen, sofern sie nicht über eine Niederlassung verfügen. Auf diese und weitere Belastungen durch die PPWR macht die IHK Kassel-Marburg gemeinsam mit den anderen IHKs in Deutschland seit Anfang September im Zuge einer Kampagne aufmerksam. Inzwischen haben auch zwei Mitglieder aus Hessens Landesregierung die zuständige EU-Kommissarin Jessika Roswall angeschrieben, um für ein praxisnäheres und wettbewerbsverträglicheres Vorgehen zu werben.
Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung Manfred Pentz sowie der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Ingmar Jung, sprechen sich wie die IHK Kassel-Marburg unter anderem dafür aus, auf die Benennung eines Bevollmächtigten in jedem Mitgliedsstaat für Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu verzichten – ein Vorschlag, den auch die Europäische Kommission unterbreitet hat und den die IHK Kassel-Marburg ausdrücklich begrüßt. Ergänzend schlagen Pentz und Jung vor, Bagatellgrenzen bei Registrierungs- und Meldepflichten für Kleinstunternehmen und KMU einzuführen sowie ein EU-weites Registrierungssystem aufzubauen. Ökologische Ambition und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit müssten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, um auf gesellschaftliche Akzeptanz zu stoßen. Auch in der Bundesregierung findet ein Umdenken statt.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wie Désirée Derin-Holzapfel, Präsidentin der IHK Kassel-Marburg, fordern darüber hinaus einen Aufschub der PPWR, ein sogenanntes Moratorium. „Politik und Verwaltungen müssen umgehend für praxistaugliche Vorgaben sorgen und das Inkrafttreten bis dahin wieder aussetzen“, sagt sie. „Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gute Umsetzung schafft beides.“
Derzeit sieht die PPWR keine Bagatellgrenze oder Ausnahme für geringe Liefer- beziehungsweise Verpackungsmengen oder kleinste Verpackungselemente vor. Das bedeutet: Bereits mit dem ersten Paket und dem ersten Gramm Verpackungsgewicht greifen die Pflicht zur Bestellung eines Bevollmächtigten sowie die Vorgaben zu nationalen Registern sowie Sammel- und Verwertungssystemen und den Versand von Begleitschreiben für Nicht-Kleinstteile, die nicht gekennzeichnet werden können. Das Beraterteam der IHK Kassel-Marburg hat bereits zahlreiche Rückmeldungen von kleinen Unternehmen aus Nordhessen und der Region Marburg erreicht, die ihren Versand in andere EU-Mitgliedstaaten wegen dieser Belastungen einstellen. „Es kann nicht sein, dass kleine Händler aufgrund der Vorgaben der Verpackungsvorschriften europäische Märkte aufgeben müssen“, stellt IHK-Präsidentin Désirée Derin-Holzapfel klar. Gleichzeitig würden dadurch Direktimporte aus Drittländern begünstigt, bei denen es häufig schwieriger sei, die europäischen Vorgaben durchzusetzen. „Die Regelung schwächt damit europäische Unternehmen und läuft dem Ziel eines funktionierenden europäischen Binnenmarktes zuwider“, bilanziert Derin-Holzapfel.
Für jeden belieferten Mitgliedsstaat fallen zusätzliche Kosten an. „Die genauen Kosten lassen sich kaum ermitteln, da die Anbieter diese nicht veröffentlichen“, ergänzt IHK-Umweltreferentin Elke Elsner. „Bislang teilen sie diese nur auf konkrete Nachfrage bezogen auf Empfängerland und Verpackungsmengen und -Materialien mit.“
Hinzu kommt ein beträchtlicher Verwaltungsaufwand. Dieser umfasst neben der Bestellung des Bevollmächtigten insbesondere die Registrierung, die Meldung der Verpackungsmengen und die Kommunikation mit Behörden und Rücknahmesystemen. „Hinzu kommen Entsorgungsbeiträge, deren Höhe sich nach dem jeweiligen Land sowie nach Art und Menge der Verpackungen richtet“, ergänzt Elsner. „Praxistaugliche Ausnahmen für kleine und mittlere Unternehmen fehlen.“
Vor diesem Hintergrund ruft die IHK-Organisation Unternehmen zum gemeinsamen Handeln auf. Um den betroffenen Firmen in Brüssel direkt Gehör zu verschaffen und die zuständige EU-Kommissarin Jessika Roswall sowie die hessischen Europaparlamentarier für die erheblichen Zusatzbelastungen durch die PPWR zu sensibilisieren, bietet die IHK-Organisation Musterschreiben an. Unternehmen können diese durch ihre eigenen Belastungsbeispiele ergänzen und direkt an die EU-Kommissarin unter der E-Mail: Jessika.ROSWALL@ec.europa.eu) und die sechs hessischen Europaparlamentarier (hier finden Sie die Abgeordneten und ihre Kontaktdaten) senden. Die Musterschreiben stehen auf der IHK-Website zu diesem Thema zum Download bereit. Dort finden Sie auch weitere Informationen.