Neuer Mindestlohn ab Oktober

Ab Oktober steigt der Mindestlohn auf zwölf Euro, gleichzeitig wird die Minijob-Grenze auf 520 Euro angehoben. Anders als bisher reduziert sich für Minijobber also nicht erneut die Arbeitszeit. Denn schon seit der Erhöhung des Mindestlohns auf 10,45 Euro zum 1. Juli können Minijobber nur noch 43 Stunden pro Monat arbeiten (43 Stunden x 10,45 Euro = 449,35 Euro). Darauf weist die Steuerberatungsgesellschaft Ecovis hin. Neu ist jetzt, dass die Minijob-Grenze an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt ist. Würde der Mindestlohn also irgendwann auf 12,75 Euro steigen, so würde sich laut Gesetz die Minijob-Grenze auf 552,50 Euro erhöhen. Die monatliche Stundenhöchstzahl bliebe mit 43,3 Stunden konstant. Die Grenze bei Midi-Jobs erhöht sich ab Oktober ebenfalls – und zwar von aktuell 1.300 Euro auf 1.600 Euro.
„Arbeitgeber sollten auch genau prüfen, für welche Arbeitnehmer sie Stunden aufzeichnen müssen. Bei Mindestlohnprüfungen oder Betriebsprüfungen drohen sonst erhebliche Bußgelder“, warnt Ecovis-Steuerberaterin Ines Mummert. Bei Gehaltsbeziehern ist das Gehalt anhand der tatsächlich gearbeiteten Stunden auf einen Stundenlohn umzurechnen. Dieser Stundenlohn muss dann mindestens zwölf Euro betragen. Dabei gilt es auch zu prüfen, ob Entgeltbestandteile beim Mindestlohn zu berücksichtigen sind oder nicht. Nicht zu berücksichtigen sind beispielsweise Sachbezüge und Firmenwagen.
Bestimmte Branchen sind nach dem Mindestlohngesetz aufzeichnungspflichtig. In diesen Branchen sind Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit innerhalb von sieben Tagen nach geleisteter Arbeit aufzuzeichnen.
Zu den aufzeichnungspflichtigen Branchen gehören:
  • Baugewerbe
  • Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe
  • Personenbeförderungsgewerbe
  • Speditions-, Transport- und damit verbundene Logistikgewerbe
  • Schaustellergewerbe
  • Unternehmen der Forstwirtschaft
  • Gebäudereinigungsgewerbe
  • Unternehmen, die sich am Auf-  und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen
  • Fleischwirtschaft
  • Prostitutionsgewerbe
  • Wach- und Sicherheitsgewerbe
Bisher entfallen diese Aufzeichnungspflichten, wenn Arbeitnehmer mehr als 2.958 Euro brutto pro Monat verdienen oder innerhalb der letzten zwölf Monate monatlich immer mehr als 2.000 Euro brutto verdient haben. Der Gesetzgeber hebt diese Grenzen für die Aufzeichnungspflicht nun auf 4.176 Euro beziehungsweise 2.784 Euro an. Die Folge: Viele Arbeitnehmer werden in den genannten Branchen ab dem 1. Oktober aufzeichnungspflichtig. red

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