FIFA hat das Sagen

Fußball-WM 2022 in Katar: Vorsicht bei der Vermarktung und Lizenzvergabe

In Dortmund beispielsweise wird es wieder die Möglichkeit für ein „Rudelgucken“ geben. Zwar wird ein Outdoor Public Viewing aufgrund der Jahreszeit schwierig, alternativ bietet beispielsweise das Dortmunder Fußballmuseum in ihrer „Arena“ ein sog. Private Viewing auf Großbildleinwand für die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft an. Detaillierte Informationen finden Sie dazu auf der Homepage des Fußballmuseums.
Grundsätzlich müssen Veranstalter und Gastronomen in Deutschland wie bei jeder WM einige Vorschriften bei der Vermarktung sowie für Public Viewing Veranstaltungen beachten. Die WM ist einerseits eine Veranstaltung der FIFA, andererseits ein Markenprodukt ihrerseits. Somit hat ausschließlich die FIFA die Hoheit über alle kommerziellen Rechte, wie z. B. Medien-, Marketing-, Lizensierungs- und Ticketing-Rechte. Für Unternehmer und Gastronomen ist also Vorsicht geboten.
Wie darf ich mit der WM werben?
Achtung: Nicht nur das offizielle Logo der FIFA ist geschützt, sondern auch diverse Symbole und Wortkombinationen. So genießen u. a. der Pokal, das offizielle Emblem der WM sowie das Maskottchen und der Slogan „Now is all“ kennzeichenrechtlichen Schutz. Außerdem sind die Begrifflichkeiten „FIFA World Cup Qatar 2022™ “, „FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™ “ oder „WORLD CUP™ “ zu kennzeichnen. Die FIFA hat für die Nutzung Richtlinien auf ihrer Homepage veröffentlicht: www.fifa.com/about-fifa/commercial/fifa-marketing/brand-protection  
Grundsätzlich gilt, dass nur offiziellen Partnern, Sponsoren und Regionalen Unterstützern gestattet ist, mit den Schutzmarken zu werben, alle andere Unternehmen müssen sich hierfür eine Lizenz einholen! Oftmals kann keine pauschale Aussage über Werbung getroffen werden, sodass es einer Einzelfallprüfung bedarf. Daher ist jeder Unternehmer, der ohne Lizenz für die WM werben möchte, gut beraten, sich vorab rechtlichen Rat einzuholen, da die FIFA die Verletzung ihrer Rechte sehr genau prüft! 
Unterdes kann Werbung unter Bezugnahme auf die Weltmeisterschaft zulässig sein, wenn die Werbeaussage einen rein beschreibenden Charakter hat und nicht gegen „die guten Sitten“ verstößt. Zulässige Begriffe können z. B. sein: Fan-Wurst, Weltmeister-Produkt oder generelle Aussagen wie „Fußball in Katar“. Eine allgemeine, dekorative Schaufenstergestaltung zum Thema Fußball, ohne die offiziellen FIFA-Symbole ist ebenfalls erlaubt.
Darüber hinaus bedarf der Vertrieb von Merchandising-Produkten mit offiziellen FIFA-Marken oder Symbolen einer Lizenz. Die Anfrage muss das Unternehmen an retail-licensing@fifa.org richten. 
Ausrichtung von Public Viewing Veranstaltungen
Auch bei der Ausrichtung von Public Viewing Veranstaltungen gibt es viele Auflagen der FIFA zu beachten. Um WM-Spiele im TV oder auf einer Großbildleinwand als Public Viewing anzubieten, ist auch hier die Einholung einer Lizenz verpflichtend. Es wird hierbei unterschieden zwischen „gewerbliche” und „besondere nicht gewerbliche“ Veranstaltungen. Bei letzterer handelt es sich um eine nicht gewerbliche Veranstaltung, die sich an mehr als 5000 Zuschauer richtet. Bei jeder gewerblichen Veranstaltung ist eine kostenpflichtige Lizenz notwendig. Dies gilt jedoch nicht für „gewerbliche Einrichtungen“ wie Bars und Clubs, die keine direkten oder indirekten Eintrittsgelder für die Veranstaltung erheben. Die Kosten für eine notwendige Lizenz richten sich dabei nach der Anzahl und der Zuschauerkapazität.  
Das Reglement der FIFA ist komplex und daher sollte sich jedes Unternehmen vorab genau auf der Homepage der FIFA über die Vorschriften erkundigen.

Wir danken der IHK München für die freundliche Überlassung der Informationen.