Position

Bildungsstarke Stadt

Bildung stärken – Talente für die Wirtschaft entwickeln

Das Berliner Bildungssystem steht vor erheblichen strukturellen Herausforderungen entlang der gesamten Bildungskette. Vergleichsstudien zeigen deutliche Defizite von Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen bei grundlegenden Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Vielen Jugendlichen fehlt es zudem an beruflicher Orientierung. Die begrenzte Autonomie schränkt Schulen und deren Handlungsspielräume ein und erschwert es der Verwaltung, Ressourcen bedarfsgerecht und wirksam einzusetzen. Die Digitalisierung ist entlang der gesamten Bildungskette unzureichend. Das Festhalten an der Ausbildungsplatzabgabe ist dagegen ein Irrweg: Eine Strafabgabe schafft keine Ausbildungsverträge, wie das Beispiel Bremen zeigt.

IHK-Forderung

  • Basis- und Zukunftskompetenzen in den Mittelpunkt stellen: Der Erwerb der notwendigen Ausbildungsreife muss sichergestellt werden. Gleichzeitig braucht es eine verlässliche digitale Infrastruktur, damit zeitgemäßes Lernen, Lehren und individuelles Fördern ermöglicht wird.
  • Berufliche Orientierung als Kernauftrag von Schule umsetzen: Zukunftsgerichtete berufliche Orientierung braucht eine systematische Integration in Schulentwicklung und Schulqualität sowie die Bereitstellung entsprechender Ressourcen. Alle Maßnahmen sind transparent zu evaluieren. Gymnasien müssen verbindliche Angebote zur beruflichen Orientierung umsetzen und dabei die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung betonen.
  • Übergangssektor reformieren und Jugendberufsagentur stärken: Ein Landesinstitut für Berufliche Bildung soll aufgebaut werden, um Parallelstrukturen in den Verwaltungen abzubauen. Der Berliner Übergangssektor muss nachweislich wirksame Instrumente priorisieren, und die Jugendberufsagentur muss bei der Zielgruppe stärker sichtbar sein. Notwendig ist dafür die konsequente Umsetzung der aufsuchenden Beratung von unvermittelten Jugendlichen.
  • Duale Berufsausbildung modernisieren: Die Berliner Wirtschaft braucht eine starke duale Ausbildung mit modernen Strukturen. Statt bürokratischer Hürden bedarf es innovativer Ansätze. Dazu gehört die gesetzliche Verankerung von Lernortkooperationen sowie die Erprobung und Einführung modularer Ausbildungsmodelle. Ergänzend müssen strukturelle Flexibilisierungen auch internationale Ausbildungs- und Prüfungsabläufe ermöglichen.
  • Ja zur Ausbildung, Nein zur Abgabe: Die Ausbildungsplatzabgabe belastet Unternehmen zusätzlich und baut weitere Bürokratie auf, ohne die Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt einer Ausbildungsplatzabgabe muss sich Berlin für die Fortsetzung des Bündnisses für Ausbildung einsetzen, in dem jedes Mitglied seinen Beitrag leistet, um die duale Ausbildung als Ganzes wirkungsvoll zu stärken.