Konjunkturlage in Schwaben - Herbst 2022

Mitten in der Abwärtsspirale - Wirtschaft schlägt Alarm

Die bayerisch-schwäbischen Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen werden im Herbst 2022 durch multiple und breit angelegte Angebots- und Nachfrageschocks schwer belastet. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen der Unternehmen widerspiegelt, ist im Vergleich zur Frühjahrsumfrage um 25 Punkte auf nun 85 Punkte eingebrochen.
Koju-Index - Schwaben
Dies ist vergleichbar mit der Entwicklung in der Corona-Krise. Insbesondere die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich deutlich verschlechtert. Unternehmen aller Branchen leiden zum einen unter den gestiegenen Preisen und den stark angespannten Lieferketten. Zum anderen lassen die auf breiter Front gestiegenen Verbraucherpreise die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen sinken. 
Koju-Verlauf - Schwaben

Geschäftslage verschlechtert sich, Auslastung weiterhin positiv 

In den Unternehmen hat sich die aktuelle Geschäftslage im Vergleich zur Umfrage im Frühjahr 2022 verschlechtert. Rund 41 Prozent der Befragten berichten gegenwärtig von einer guten wirtschaftlichen Situation. Dies entspricht einem Rückgang um sechs Prozentpunkte. 15 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer finden in ihrem Unternehmen derzeit eine schlechte Lage vor. Das Auftragsvolumen aus dem In- und Ausland ist im Saldo ebenso rückläufig wie die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen. Die Energiekrise und die damit verbundenen Preissteigerungen und Lieferkettenprobleme belasten die Unternehmen bereits heute. Positiv ist dagegen die weiterhin hohe Kapazitätsauslastung der Unternehmen zu bewerten. 
Koju-akt.GL - Schwaben

Düstere Erwartungen, Verkaufspreise steigen 

Die Erwartungen der Unternehmerinnen und Unternehmer für die kommenden Monate haben sich deutlich verschlechtert. So rechnet jedes zweite befragte Unternehmen mit einer negativen Entwicklung mit Blick auf die wirtschaftliche Situation. Lediglich sieben Prozent der Unternehmen erwarten eine kurzfristige Verbesserung. Ebenso geht die Mehrheit der bayerisch-schwäbischen Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen von einem sinkenden Auftragsvolumen aus dem In- und Ausland aus. Die hohe Inflation sorgt hier für rückläufige Konsum- und Investitionsausgaben. 73 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Verkaufspreise zu erhöhen. 
Koju-erw.GL - Schwaben

Energiekrise als größtes Risiko, Fachkräftemangel hält an 

Die hohen Energie- und Rohstoffpreise sind aus Sicht der Unternehmen das mit deutlichem Abstand größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Dies berichten 82 Prozent der Befragten. Der Fachkräftemangel wird derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung von der Energiekrise überschattet, ist jedoch für sechs von zehn Unternehmen weiterhin ein großes strukturelles Risiko. Die Inlandsnachfrage wird durch stark steigende Preise gedämpft. 50 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer sehen hierin eine Belastung für ihr Geschäft. 

Standort sichern, Wettbewerbsfähigkeit erhalten 

Die von der IHK-Organisation geforderten und von der Politik nun angekündigten wirtschaftspolitischen Entlastungsmaßnahmen für Unternehmen müssen schnellstmöglich und bürokratiearm umgesetzt werden. Gleiches gilt, wie von der Vollversammlung der IHK Schwaben einstimmig gefordert, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene für ein Belastungsmoratorium, um langfristige ökonomische Schäden zu verhindern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Bayerisch-Schwaben zu erhalten.
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Blick in die Regionen

Wirtschaftsraum Augsburg

  • Nur noch gut ein Drittel der Unternehmen bewertet die gegenwärtige Geschäftslage als gut.
  • Die Erwartungen der Unternehmerschaft haben sich deutlich verschlechtert. Fast jedes zweite Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung seiner Situation.
  • Die Umsatzentwicklung im Einzelhandel war im Saldo in den vergangenen Monaten negativ.

Nordschwaben

  • In Nordschwaben bewerten vier von zehn Unternehmen ihre Geschäftslage als gut.
  • Rund 57 Prozent der befragten Unternehmen erwarten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.
  • In der nordschwäbischen Industrie hat sich die Lage bereits verschärft. Der regionale Branchenindex fällt um 31 Punkte.

Westschwaben

  • 44 Prozent der westschwäbischen Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage.
  • Die Erwartungen für die kommenden Monate sind überwiegend pessimistisch.
  • In der westschwäbischen Industrie erwarten gut sieben von zehn Befragten eine negative Entwicklung.

Allgäu

  • Im Allgäu ist die Geschäftslage bei 46 Prozent der Unternehmen gut.
  • Ebenfalls 46 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
  • Rund sieben von zehn Unternehmen des Reise- und Gastgewerbes erwarten eine negative Entwicklung ihrer Geschäftslage.