Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026
Koju-Index
Koju-Verlauf
Wirtschaftswende auf Raten – Kommunalwahl soll neue Wachstumsimpulse vor Ort bringen
Die Stimmung der Wirtschaft in der Stadt Augsburg hat sich zum Jahresbeginn 2026 weiter verbessert. Der IHK-Konjunkturindex, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen abbildet, steigt im Vergleich zum Herbst 2025 um drei auf 120 Punkte. „Die bessere Stimmung ist ein Vertrauensvorschuss der IHK-Mitgliedsunternehmen an die Politik. Neben den angekündigten Reformen im Bund erhoffen sich viele Unternehmen neue Wachstumsimpulse aus ihren Rathäusern und Landratsämtern“, stellt Ellen Dinges-Dierig, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt, mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage und den bayerischen Kommunalwahlen im März fest. Sebastian Priller, stellv. Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung, ergänzt: „Eine Wirtschaftswende auf Raten darf uns angesichts der vielen konjunktureller Risiken nicht zufrieden stellen. Es bleibt die Aufgabe der Politik für wachstumsfördernde Rahmenbedingungen zu sorgen.“
Vom 5. bis 16. Januar 2026 hat die IHK Schwaben einen auch regional repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zu aktueller Lage, Erwartungen und den größten konjunkturellen Risiken befragt. Bereits im Herbst 2025 hat die IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt, die 19.865 Unternehmen in Augsburg vertritt, die Positionen der regionalen Wirtschaft zur Kommunalwahl 2026 beschlossen.
Konjunkturindex deutlich über Wachstumsschwelle – regionaler Spitzenreiter in Bayerisch-Schwaben
Mit 120 Punkten liegt der IHK-Konjunkturindex für die Stadt Augsburg deutlich oberhalb der „Wachstumsschwelle“ von 100 Punkten und ist damit auch regionaler Spitzenreiter in Bayerisch-Schwaben. Zum Vergleich: In Bayerisch-Schwaben erreicht der IHK-Konjunkturindex einen Wert von 108 Punkten, in der Referenzregion Wirtschaftsraum Augsburg, zu der neben dem die Stadt Augsburg auch der Landkreis Augsburg und der Landkreis Aichach-Friedberg zählen, von 111 Punkten. „Unser Standort profitiert weiterhin von seiner breiten, mittelständisch geprägten und damit in Summe krisenerprobten Wirtschaftsstruktur“, stellt IHK-Regionalgeschäftsführer Jens Walter bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse fest. Doch auch er warnt: „Ohne eine echte Wirtschaftswende, wird das stabilste wirtschaftliche Fundament eines Tages brüchig.“
Geschäftslage und Erwartungen verbessern sich
Im Vergleich zur letzten Umfrage im Herbst 2025 bleibt die Geschäftslage stabil und haben sich die Erwartungen leicht verbessert. Als „gut“ bewerten unverändert 40 Prozent die aktuelle Geschäftslage, als „schlecht“ 18 Prozent (-2 Punkte). Die verbleibenden 42 Prozent (+2 Punkte) beurteilen diese als „befriedigend“. Die Erwartungen für das kommende halbe Jahr fallen etwas optimistischer aus. 32 Prozent (+4 Punkte) erwarten eine „verbesserte“, unverändert 15 Prozent eine „verschlechterte“ und 53 Prozent (-4 Punkte) eine „nicht veränderte“ Geschäftslage.
Branchenentwicklung in Bayerisch-Schwaben nähert sich an
Die Stimmung in den betrachteten Branchen nähert sich an. Der Trend ist mit Ausnahme des Einzelhandels (Index bei 96 Punkten) bei allen Branchen leicht positiv. Über der Wachstumsschwelle liegen damit die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (116 Punkte), das Baugewerbe (112 Punkte), das Transportgewerbe (109 Punkte), das Reise- und Gastgewerbe (103 Punkte) sowie die Industrie (102 Punkte). „Angesichts zunehmend schlechter Nachrichten aus verschiedenen Unternehmen ist es besonders erfreulich, dass es einen leichten Aufwärtstrend in der für unsere Region besonders wichtigen Industrie sowie dem krisengeschüttelten Baugewerbe gibt“, so IHK-Vorstandsmitglied Ariane Grandel.
Viele Risiken belasten die Investitions- und Beschäftigungspläne
Die regionale Wirtschaft hat mit vielen Risiken gleichzeitig zu kämpfen. Im Vergleich zum Herbst 2025 hat deren Intensität sogar noch weiter zugenommen. Die fünf größten konjunkturellen Risiken sind: wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (65 Prozent, +2), Inlandsnachfrage (63 Prozent, +1), Arbeitskosten (60 Prozent, +5 entspricht Allzeit-Hoch), Energie- und Rohstoffpreise (44 Prozent, -2) sowie Arbeits- und Fachkräftemangel (39 Prozent, -3). Ellen Dinges-Dierig: „Die vielen Risiken drücken trotz der kurzfristig besseren Stimmung auf die langfristigen Investitions- und Beschäftigungspläne der heimischen Wirtschaft. Es ist daher Zeit für mutige Reformen, die Risiken abbauen und neue Möglichkeiten schaffen. Dazu gehört ein Steuersystem, das Erträge auf international wettbewerbsfähigem Niveau besteuert, sowie ein Erbschaftsteuerrecht, das Unternehmensnachfolgen fördert und Betriebsvermögen für Investitionen und Arbeitsplätze schont. Darüber hinaus muss das Arbeitsvolumen in Deutschland steigen, beispielsweise indem Vollzeit nicht nur zeitlich möglich, sondern auch steuerlich attraktiv ist.“
Regionale Wirtschaft und die Kommunalpolitik müssen Partner sein
„Wachstumsfördernde Rahmenbedingungen entstehen aber nicht nur in München, Berlin und Brüssel. Sie entstehen genauso hier, vor Ort – in unseren Rathäusern und Landratsämtern“, betont Sebastian Priller. Daher hat die IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt in den Bereichen Standortfaktoren, Moderne Verwaltung, Finanzen und Steuern, Bildung und Fachkräftesicherung sowie Innenstadt und Ortskerne konkrete Handlungsfelder herausgearbeitet und selbst Vorschläge unterbreitet. Ariane Grandel abschließend: „Kommunen und Landkreise machen Wirtschaftspolitik – jeden Tag, ganz unmittelbar. Und deshalb sage ich sehr klar: Die regionale Wirtschaft und die Kommunalpolitik müssen Partner sein. Wir brauchen kommunale Entscheiderinnen und Entscheider, die die wirtschaftliche Perspektive verstehen und gemeinsam mit uns handeln.“
