Konjunkturlage in Bayerisch-Schwaben – Frühjahr 2026
Koju-Verlauf - Transportgewerbe
Konjunkturlage im Transportgewerbe
Das bayerisch-schwäbische Transportgewerbe rutscht im Frühjahr 2026 unter die Wachstumsschwelle. Der Branchenindex fällt von 109 auf 97 Punkte, ein Rückgang um 12 Punkte. Dabei ist es nicht die aktuelle Lage, die diesen Rückgang treibt, sondern der scharf eingebrochene Ausblick. Geschäfts-, Umsatz- und Auslastungserwartungen verschlechtern sich auf breiter Front, während die Preiserwartungen gleichzeitig deutlich steigen. Die Branche steht operativ noch, aber die Grundlage für das kommende Geschäftsjahr erodiert.
Geschäftslage: Noch im Plus, aber rückläufig
Die aktuelle Geschäftslage bleibt mit einem Saldo von plus 9 Punkten positiv, liegt aber 7 Punkte unter dem Wert vom Jahresbeginn. Das befriedigende Mittelfeld hält sich stabil bei 55 Prozent, doch der Anteil der Betriebe mit schlechter Lage wächst von 14 auf 18 Prozent. Die Auslastung gibt den Abwärtstrend deutlicher wieder. Der Anteil nicht ausreichend ausgelasteter Betriebe verdoppelt sich von 12 auf 25 Prozent, der Auslastungssaldo fällt von plus 13 auf plus 3 Punkte. Die operative Kapazität wird deutlich weniger gleichmäßig ausgeschöpft als noch zu Jahresbeginn, ein Frühindikator für die Erwartungseinbrüche, die folgen.
Umsatz: Inland schwach, Ausland mit leichter Entspannung
Beim Inlandsumsatz setzt sich die Schwäche fort. Der Saldo verharrt bei minus 17 Punkten, der Anteil der Betriebe mit gesunkenem Inlandsumsatz steigt auf 35 Prozent. Beim Auslandsumsatz zeigt sich eine leichte Entspannung. Der Saldo verbessert sich von minus 24 auf minus 9 Punkte, weil der Anteil der Betriebe mit gesunkenen Auslandsumsätzen von 24 auf 14 Prozent fällt. Der dominierende Befund bleibt jedoch. 81 Prozent melden gleichgebliebene Auslandsumsätze. Das Geschäft stabilisiert sich, ohne Wachstumsimpuls zu setzen.
Erwartungen: Der eigentliche Einbruch
Die Erwartungsdaten sind der kritische Befund dieser Umfragerunde. Der Saldo der Geschäftserwartungen fällt von plus 2 auf minus 15 Punkte, ein Rückgang um 17 Punkte. Beim erwarteten Inlandsumsatz ist der Einbruch noch schärfer. Der Saldo rutscht von null auf minus 19 Punkte, 35 Prozent der Betriebe erwarten sinkende Inlandsumsätze, nach 18 Prozent zu Jahresbeginn. Beim Auslandsumsatz fällt der Saldo von plus 6 auf minus 14 Punkte. Die erwartete Auslastung folgt unmittelbar, 26 Prozent der Betriebe rechnen mit abnehmender Auslastung. Geschäfts-, Umsatz- und Auslastungserwartungen zeigen übereinstimmend in eine Richtung. Das Transportgewerbe stellt sich auf eine schwächere zweite Jahreshälfte ein.
Investitionen und Beschäftigung: Ein Gegenimpuls, aber kein Ausgleich
Auffällig ist die Investitionsentwicklung. Der Saldo der Inlandsinvestitionen dreht von minus 5 auf plus 9 Punkte, der Anteil der Betriebe mit steigenden Investitionsabsichten wächst von 15 auf 27 Prozent. Investitionen und Erwartungen entwickeln sich damit in entgegengesetzte Richtungen, ein eigenständiges Signal, das zeigt, dass ein Teil der Branche strukturelle Anpassungen vornimmt, unabhängig vom kurzfristigen Konjunkturausblick. Bei der Beschäftigung verschlechtert sich der Saldo moderat von null auf minus 3 Punkte. 18 Prozent planen Stellenabbau, 15 Prozent Neueinstellungen. Sollten die Erwartungen auf diesem Niveau verharren, dürfte dieser Puffer unter Druck geraten.
Verkaufspreise und Index: Zangenlage
Der Saldo der Preiserwartungen steigt von 41 auf 63 Punkte, ein Zuwachs um 22 Punkte, 68 Prozent der Betriebe erwarten steigende Preise. Steigende Preiserwartungen in einer Phase schwacher Nachfrage und einbrechender Umsatzaussichten beschreiben eine klassische Zangenlage. Steigende Preiserwartungen treffen auf eine Auftragsbasis, die gleichzeitig unter Druck gerät. Der Branchenindex liegt mit 97 Punkten unter der Wachstumsschwelle und 13 Punkte unterhalb des zehnjährigen Durchschnitts von 110 Punkten. Ohne eine Erholung der Nachfrage drohen die schwachen Erwartungen sich selbst zu erfüllen. Wo Unternehmen keine Besserung sehen, unterbleiben Einstellungen und Wachstum, auch wenn die aktuell gestiegene Investitionsbereitschaft zeigt, dass die Branche strukturelle Anpassungen nicht aufschiebt.
