Wirtschaftsspiegel
Nr. 7167268
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Gebäude Düsseldorf der NRW.BANK
Verteidigung verstärken

„Investitionen in Defence und Dual-Use sind förderfähig“

Unternehmen, die am Hochlauf der Defence-Industrie teilhaben wollen, müssen oft in Vorleistung gehen. An Fördermöglichkeiten aber fehlt es nicht, wie Anke Hosse-Doblinger, Leiterin des „Beratungscenters Wirtschaftsförderung“ bei der NRW.BANK, erklärt.
Wirtschaftsspiegel: Frau Hosse-Doblinger, aktuell steigen die Aufträge in der Defence-Industrie viel schneller als die Produktion, folglich müssen die Produktionskapazitäten entlang der Lieferketten ausgebaut werden. Inwieweit lässt diese Entwicklung die Zahl der Förderanfragen bei der NRW.BANK ansteigen?
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Anke Hosse-Doblinger, Leiterin des „Beratungscenters Wirtschaftsförderung“ bei der NRW.BANK © NRW.BANK/Schmidt-Dominé
Anke Hosse-Doblinger: „Wir haben bereits sehr konkrete Beratungsanfragen zu dem Thema. In unseren Gesprächen insgesamt stellen wir zudem fest, dass das Thema viele Unternehmen in NRW interessiert und deutlich an Bedeutung gewinnt. Sie fragen sich, inwiefern sie ihre Kompetenzen künftig auch in der Zulieferindustrie, im Bereich Resilienz oder Dual-Use einsetzen und so von der steigenden Nachfrage der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie profitieren können. Wir sehen hier eine große Chance gerade für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands. Deswegen bieten wir hier gezielte Beratung an.“
Wirtschaftsspiegel: Welche Förderangebote der NRW.BANK kommen im Defence-Bereich aktuell für welche Art von Projekten infrage?
Hosse-Doblinger: „Grundsätzlich gilt: Investitionen in Defence und Dual-Use sind förderfähig. Als NRW.BANK können wir Investitionen in Verteidigung und Sicherheit über unsere bestehenden Programme finanzieren. Wenn beispielsweise ein Unternehmen in diesem Bereich Arbeitsplätze schafft, innovative Lösungen umsetzt oder in effiziente Produktionsanlagen investiert, kann das ein ganz normaler Fördergegenstand sein. Unser Finanzierungsangebot reicht von Förderkreditprogrammen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Konsortialfinanzierungen. Lange Laufzeiten und Zinsbindungen bieten den Unternehmen dabei eine verlässliche Planungssicherheit.“
Wirtschaftsspiegel: Welche weiteren Angebote könnten für die Unternehmen von Interesse sein?
Hosse-Doblinger: „Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern entwickeln wir zurzeit ein breites Informations- und Workshopangebot, das wir über unser Netzwerk NRW.BANK.Innovationspartner anbieten werden. Hierbei sollen sowohl allgemeinere Informationsformate als auch interaktive Workshop-Angebote für mittelständische Unternehmen in NRW entstehen. Ziel ist es, Partner aus verschiedenen Welten zusammenzubringen, um Inspiration zu geben und beim Matching zu helfen.“
Wirtschaftsspiegel: Wie läuft die Antragstellung bei NRW.BANK, und inwieweit unterstützen Sie die Unternehmen in diesem Prozess?
Hosse-Doblinger: „Die Anträge für Förderkredite stellen Unternehmen über ihre Hausbank.
Wir bieten den Unternehmen im Vorfeld kostenfreie Beratungen an, um Fördermöglichkeiten auszuloten. Dabei geht es nicht nur um unsere eigenen Programme, wir haben zusätzlich den Überblick über Förderung und Zuschüsse, die vom Land oder Bund gewährt werden.“
Wirtschaftsspiegel: Welche Tipps geben Sie einem Unternehmen, das einen oder mehrere Förderanträge stellen will?
Hosse-Doblinger: „Sprechen Sie uns an. Je früher, desto besser. Auch wenn Unternehmen noch prüfen, ob sie ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln wollen, lohnt es sich, frühzeitig den Kontakt zu unserer Beratung zu suchen. Ergänzend zu den vielseitigen Angeboten der IHKs vor Ort, beraten wir Unternehmen individuell entsprechend ihrer Vorhaben und fungieren für sie als Lotse durch die Förderlandschaft. Förderung lohnt sich und trägt dazu bei, dass sich Investitionen schneller rechnen.“