Entschädigungsanspruch außergerichtlich darlegen

Ein pauschaler Schadenersatz nach Reiserücktritt von einer Pauschalreise ist keine angemessene Entschädigung i.S.d. § 651h Abs.1  BGB. Das entschied der BGH mit Urteil vom 18.01.2022 in gleich drei Fällen (Az: X ZR 88/20; X ZR 109/20; X ZR 125/20).
In den entschiedenen Fällen waren die Kunden vor Beginn der Reise zurückgetreten und der Versicherer sodann vertragsgemäß eingesprungen. Diese nahmen sodann die Reiseveranstalter aus übergegangenen Recht in Regress.
Grundsätzlich geht der Anspruch auf den Preis verloren, wenn der Vertrag vor Antritt der Reise gekündigt wird. Der Anspruch des Veranstalters, eine “angemessene Entschädigung" nach § § 651h Abs. 1 Satz 3 BGB zu erhalten, stellt nach Ansicht der Karlsruher Richter ein Gegenrecht des Unternehmens dar. Dieses müsse sich darauf berufen und die Voraussetzungen beweisen. Insoweit genügt der Verweis auf eine pauschale Ausgleichsregelung nicht. Trägt der Reiseveranstalter hier nicht substantiiert vor und bietet entsprechenden Beweis an, kann dies zu einem Unterliegen im Prozess führen.
Für Reiseveranstalter kann es deshalb durchaus zielführend sein, den Entschädigungsanspruch bereits außergerichtlich näher darzulegen.