Das ist das Ergebnis der bundesweiten DIHK-Digitalisierungsumfrage 2025, ausgewertet für Baden- Württemberg. Insgesamt nahmen 5.000 Unternehmen teil, 500 davon aus Baden-Württemberg. Für den Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) bleibt der Fortschritt dennoch hinter den Erwartungen zurück. „Die Wirtschaft bewegt sich, aber sie wird ausgebremst“, betont BWIHK-Vizepräsident Claus Paal. „Viele Unternehmen investieren in digitale Lösungen, doch ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen bleibt der Fortschritt Stückwerk – insbesondere für kleine und kleinste Betriebe.“
Industrie unter Druck, Verwaltung Schlusslicht
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Branchen. Während die ITK Branche ihre digitale Reife überdurchschnittlich einschätzt, liegt die Industrie seit Jahren leicht darunter. „Gerade für unsere Industrie brauchen wir schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, eine leistungsfähige digitale Infrastruktur und gezielte Fachkräftesicherung“, so Paal. Besonders kritisch fällt das Urteil zur öffentlichen Verwaltung aus: 74 Prozent der Betriebe vergeben die Noten vier bis sechs. „Die Verwaltung darf nicht länger der Bremsklotz der Digitalisierung sein“, fordert Paal. Unternehmen bräuchten funktionierende digitale Verfahren und verbindliche Bearbeitungszeiten.
KI gewinnt an Bedeutung – Souveränität wird zum Thema
Der Handlungsdruck steigt: 61 Prozent der Betriebe nennen fehlende Zeit als größtes Hemmnis, 55 Prozent die Komplexität, 42 Prozent Finanzierungsprobleme. 18 Prozent sehen Defizite bei Infrastruktur oder Internetanbindung – obwohl 72 Prozent grundsätzlich Zugang zu schnellem Internet haben. „Das zeigt eine wachsende Lücke zwischen theoretischer Verfügbarkeit und praktischer Nutzbarkeit“, erklärt Paal. Künstliche Intelligenz etabliert sich zunehmend: 36 Prozent der Unternehmen setzen KI ein, weitere 29 Prozent planen dies binnen drei Jahren. Zugleich rückt die digitale Souveränität in den Fokus. 32 Prozent berichten von starker Abhängigkeit bei Microsoft-Office-Produkten oder -Betriebssystemen. „Das ist kein Randthema, sondern ein strukturelles Risiko“, warnt Paal. Wichtig seien Diversifikation und Open-Source-Alternativen.