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Rund um den Globus
Wer Produkte oder Dienstleistungen ins Ausland exportieren möchte, muss einiges beachten. Drei Unternehmen sprechen mit der Wirtschaft über die Chancen und die Herausforderungen des Außenhandels.
Roboter, Kamerasysteme oder die reine Software – die Projekte bei Eyespec in Hemmingstedt variieren von Auftrag zu Auftrag. „Wir entwickeln individuelle, automatisierte Inspektionssysteme, vorwiegend für Produktionsstraßen im Automotive-, Pharma- und Medizinbereich. In Sekundenschnelle nehmen diese Anlagen Bilder auf, die mittels KI ausgewertet werden. Im zweiten Schritt können sie Roboter anweisen, um beispielsweise fehlerhafte Produkte auszusortieren“, erklärt Geschäftsführer Jasper Raun.
Seit der Gründung 2012 ist das Unternehmen in den weltweiten Markt hineingewachsen. Über 400 Kunden beliefert Eyespec in Europa, Nordamerika und Asien. „Die Hälfte unserer Projekte liegen im Exportmarkt. Besonders der Markt in Osteuropa ist in den letzten Jahren stark gewachsen“, sagt der Wahl-Dithmarscher. Um die Kunden bestmöglich zu betreuen, reisen er und die Mitarbeiter regelmäßig zu ihnen. „Die gute Anbindung an Hamburg erleichtert uns die Dienstgänge. Zudem haben wir einen guten Draht zur lokalen Hochschule, wodurch wir Mitarbeitende finden“, so der 41-Jährige. Viel wichtiger sei für Eyespec die digitale Infrastruktur. „Wir haben zwei Jahre auf den Ausbau von Glasfaser in Hemmingstedt gewartet. Die Netzabdeckung des Mobilfunknetzes ist stark ausbaufähig. Wenn wir bedenken, dass in Zukunft alle Systeme immer mehr vernetzt sind, brauchen wir es flächendeckend.“
Sich auf jedes Land neu einzulassen, Regeln und Gesetzgebungen zu beachten sowie wettbewerbsfähig zu sein, gehören zum Alltag dazu. „Es braucht Finanzpuffer, da mehr Druck auf den Preisen im internationalen Wettbewerb lastet und Rechnungen nicht immer direkt bezahlt werden. Zudem ist der Markt unheimlich dynamisch. Schnell, flexibel und kreativ zu reagieren, ist ein Muss“, so Raun. Dafür hält das Unternehmen seine internen Abläufe und Ressourcen so schlank wie möglich.
Vernetzung und Globalisierung bringen gleichzeitig Chancen und Risiken, die für uns zur Hauptaufgabe werden.Luka Meyli Gömer, Kaleris
Langfristig zu planen ist nicht möglich, weil internationale Konflikte Rahmenbedingungen von heute auf morgen verändern.Fabian Seidl, Voss GmbH & Co. KG
Neben den Online-Shops betreibt das Familienunternehmen aber weiterhin einen stationären Markt in Viöl. „Manche Produkte sind größere Investitionen. Einigen Kunden ist es auch wichtig, die Ware vorher zu begutachten und auszutesten. Deswegen planen wir auch weitere Geschäfte, vorerst aber nur in Deutschland“, sagt Fabian Seidl. Das direkte Kundenfeedback und der Austausch seien nicht zu vernachlässigen; on- und offline stärkt sich gegenseitig, weiß der Geschäftsführer.
Neue Kunden gewinnt das Unternehmen online zudem über Drittanbieter „Wir versuchen das so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich zu nutzen. In den Produkttiteln arbeiten wir mit dem Branding ‚Voss.farming‘. Je öfter die Kunden das sehen, desto größer ist die Chance, dass sie uns dann aktiv suchen, um Alternativen zu finden. So kommen sie dann auf unsere eigenen Shops“, erklärt Seidl. Eine Corporate Identity, ein guter Service und keine Verzögerungen seien ein Muss, um langfristig erfolgreich zu sein: „Da wir unsere Ware importieren und exportieren, wissen wir aber natürlich auch, wie schwierig sich das gestaltet. Neben den Infrastrukturproblemen mit den vielen Baustellen leben wir in einer volatilen Welt. Langfristig zu planen ist nicht möglich, weil internationale Konflikte Rahmenbedingungen von heute auf morgen verändern.“ Das Unternehmen hält dennoch am Export fest: „Der Markt wächst immer weiter. Wir müssen nur am Ball bleiben, uns mitentwickeln und darauf hoffen, dass unsere Politik uns weniger Bürokratie und die nötige Flexibilität ermöglicht.“
Autorin: Joana Detlefs
Veröffentlicht: Oktober 2026
Veröffentlicht: Oktober 2026
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Joana Detlefs