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Wir brauchen Vertrauen und Verlässlichkeit!
Tjark Beye ist Geschäftsführer des Planungsbüros WindPlan GmbH & Co KG in Heide. Das Unternehmen plant, koordiniert und setzt Windenergieprojekte in ganz Schleswig-Holstein um.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – ganz nach diesem Prinzip läuft es aktuell in Deutschland. Immer häufiger entsteht der Eindruck, dass niemandem mehr zugetraut wird, seine Arbeit nach guter fachlicher Praxis, auf Basis seiner Ausbildung und im Rahmen der geltenden Gesetze ordnungsgemäß auszuführen. Stattdessen werden immer neue Kontrollen, Nachweise, Dokumentationspflichten und Prüfinstanzen geschaffen. Das Ergebnis: Immer mehr Menschen beschäftigen sich nicht mit der eigentlichen Wertschöpfung, sondern damit, zu kontrollieren, ob Regeln eingehalten werden.
Als Planungsbüro für Windkraftanlagen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass aus politischen Ausbauzielen tatsächlich erneuerbare Energie wird. Wir identifizieren geeignete Standorte, koordinieren Umwelt- und Artenschutzgutachten, begleiten Genehmigungsverfahren und bringen Investoren, Grundstückseigentümer, Kommunen und Behörden an einen Tisch. Kurz gesagt: Ohne Planung keine Windkraftanlage.
Aber während uns nicht vertraut wird, können wir den Gesetzgebern nicht vertrauen. Was in politischen Debatten oft übersehen wird: Die Entwicklung eines Windparks dauert viele Jahre und erfordert hohe Vorleistungen. Noch bevor die erste Kilowattstunde Strom erzeugt wird, investieren Unternehmen erhebliche Summen in Planung, Gutachten und Genehmigungen. In der Praxis erleben wir jedoch immer wieder, dass gesetzliche Vorgaben angepasst, Fristen verändert oder bestehende Regelungen neu ausgelegt werden. Projekte, die bereits weit fortgeschritten sind, müssen dann erneut geprüft, umgeplant oder mit zusätzlichen Unterlagen versehen werden. Zeit und Geld, die weder der Energiewende noch dem Wirtschaftsstandort nutzen, und alles andere sind als vertrauensfördernd. Das ist Gift für die Investitionsbereitschaft.
Für die Branche und für Schleswig-Holstein bedeutet das einen erheblichen Wertschöpfungsverlust. Regionale Planungsbüros, Gutachter, Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Kommunen profitieren von Windenergieprojekten. Werden Vorhaben verzögert oder aufgegeben, bleiben Aufträge, Investitionen und Steuereinnahmen aus. Gleichzeitig steigen die Kosten durch zusätzliche Bürokratie und langwierige Verfahren. Ressourcen werden gebunden, Fachkräfte beschäftigt, ohne dass am Ende ein Projekt realisiert wird.
Unsere Forderung ist deshalb klar: Die Politik muss den Mut haben, auf die Kompetenz der Fachleute in Unternehmen, Behörden und Genehmigungsstellen zu vertrauen. Gleichzeitig braucht die Branche verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen, die Bestand haben. Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und eine konsistente Gesetzgebung schaffen die notwendige Planungssicherheit. Nur mit Vertrauen und Verlässlichkeit auf beiden Seiten können wir unser volles Potenzial entfalten und dauerhaft Wertschöpfung in Deutschland sichern.
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Autor: Tjark Beye
Veröffentlicht: Oktober 2026
Veröffentlicht: Oktober 2026
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Joana Detlefs