Regionale Wirtschaft braucht verlässlichen Ausbau der Energieinfrastruktur
Die Energiewende bleibt für die deutsche Wirtschaft mit erheblichen Belastungen und Unsicherheiten verbunden. Dies zeigt sich in den regionalen Ergebnissen des bundesweiten DIHK-Energiewendebarometers. Während die Energiewende bundesweit weiterhin überwiegend kritisch bewertet wird (Saldo: -11,5), fällt die Einschätzung der Unternehmen in der Region Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim mit einem Saldo von +6,9 leicht positiver aus.
Dennoch sieht die regionale Wirtschaft besonderen Handlungsbedarf in der Neuausrichtung der Energiepolitik: Neun von zehn regionalen Unternehmen fordern die Priorisierung und Verlässlichkeit beim Ausbau der Energieinfrastruktur. 67 Prozent beklagen mangelnde Planbarkeit und Verlässlichkeit. Mehr als die Hälfte nennen zu langsame Genehmigungsverfahren beziehungsweise eine unzureichende Infrastruktur als zentrale Hemmnisse für Investitionen.
„Die aktuellen Preissteigerungen und Unsicherheiten infolge internationaler Krisen und Verwerfungen sind externe Belastungen. Hausgemachte energiepolitische Entscheidungen, wie hohe Steuern und Abgaben und zu viel Regulierung verstärken diese Effekte leider unnötig. Hier besteht Handlungsdruck“, erklärt Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie. Besonders groß sei der Druck in der Industrie. Fehlende Planungssicherheit hinsichtlich wettbewerbsfähiger Energiepreise würden schon heute zu Produktionsverlagerungen oder Betriebsaufgaben führen. Fehlende Netzanschlüsse dürfen Investitionen in der Industrie nicht ausbremsen.
Unternehmen, die neue Produktionskapazitäten schaffen oder ihre Prozesse elektrifizieren wollen, müssen aus Sicht der IHK zeitnah Zugang zu ausreichenden Kapazitäten im Verteilnetz erhalten. Ein schneller Ausbau der Energieinfrastruktur stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Region und des gesamten Nordens dauerhaft. Dafür braucht es einen verlässlichen und technologieoffenen Rahmen. Bei der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind angemessene Übergangsfristen erforderlich, im Netzanschlusspaket müssen zusätzliche Belastungen durch steigende Netzkosten für Betriebe begrenzt werden. Gleichzeitig müssen die Genehmigungsverfahren für neue Netze einfacher und schneller werden.
Hintergrund: Für das DIHK-Energiewendebarometer wurden im Juni bundesweit rund 3.100 Unternehmen befragt. Die Skala reicht von minus 100 bis plus 100.