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Infrastruktur ausbauen und Verlässlichkeit gewährleisten

Das DIHK-Energiewendebarometer 2026 zeigt für unsere Region erstmals einen leicht positiven Gesamtsaldo: 33 % der Unternehmen sehen positive, 20 % negative Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit. Bundesweit zeigt die Umfrage, dass die Energiewende von 40 % der Unternehmen negativ beurteilt wird.
Sehr deutlich zeigt die Umfrage die Wünsche unserer Unternehmen an die Politik. 90 % fordern einen verlässlicheren Ausbau der Energieinfrastruktur, 77 % dabei auch ein stärkeres finanzielles Engagement des Staates, 70 % niedrigere Steuern und Abgaben auf Strom und 67 % unterstützen die Leitprinzipien Wirtschaftlichkeit und Technologieoffenheit.
„Es braucht eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung, damit unsere Wirtschaft auf solider Basis investieren kann“, erklärte Anke Schweda, Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie unserer IHK. „Preissteigerungen und Unsicherheiten infolge internationaler Krisen und Verwerfungen sind externe Belastungen. Hausgemachte energiepolitische Entscheidungen verstärken diese Effekte leider unnötig. Hier besteht Handlungsdruck“, betonte Schweda.
Die hohen Energiepreise wirken sich weiterhin auf Investitionen aus. 43 % der Betriebe sehen darin einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. 20 % stellen Investitionen in Kernprozesse zurück, 10 % Investitionen in Forschung und Innovation.
Denn 67 % unserer Wirtschaft beklagen die fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der Energiepolitik, 60 % zu viel Bürokratie und 53 % zu langsame Genehmigungsverfahren. Doch es wird nicht nur beklagt, sondern vor allem gemacht. „Positiv ist, dass unsere Unternehmen innerbetriebliches Engagement und Motivation für den Standort beweisen“, sagt Schweda. 74 % haben ihre Effizienz gesteigert und 52 % eine eigene Energieerzeugung aufgebaut.
Wie erfolgreich unsere Unternehmen die Energiewende bewältigen und als wirtschaftliche Chance nutzen, wird im Bundesvergleich deutlich. Der Barometerwert erreicht in unserem IHK-Bezirk 6,9 gegenüber −1,7 in Niedersachsen und −11,5 im Bund. Das Ergebnis fügt sich in das Gesamtbild ein: Auch weitere norddeutsche Regionen bewerten die Energiewende positiv.
„Der Ausbau der erneuerbaren Energien stärkt unsere Region und den gesamten Norden. Jetzt kommt es darauf an, dass die EEG-Novelle einen verlässlichen und technologieoffenen Rahmen setzt. Nur mit Planbarkeit können die Betriebe ihre Stärken ausspielen. Das ist die Grundlage für Wachstum“, macht Schweda deutlich.

Wirtschaft.Wandel.Energie - Wertschöpfung durch Transformation

Wie kann die Energiewende zum Motor für wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und Beschäftigung im Nordwesten werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Studie „Wirtschaft.Wandel.Energie. - Wertschöpfung durch die Transformation zwischen Ems und Elbe“.
Nun wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die erste Studienphase ist abgeschlossen. Erstmals wurden die energetischen, wirtschaftlichen und räumlichen Potenziale der Regionen Weser-Ems und Lüneburg systematisch erfasst und analysiert. Die Ergebnisse schaffen eine gemeinsame Datengrundlage für die weitere Entwicklung der Region und machen sichtbar, welche Chancen sich aus der Energietransformation ergeben können. Die Studie wird von einem breiten Bündnis regionaler Akteure getragen. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, die Energiewende nicht nur als energiepolitische Herausforderung, sondern auch als wirtschaftliche Chance für die Region zu betrachten.
Die nun vorliegenden Ergebnisse bilden die Grundlage für die weiteren Projektphasen. Im nächsten Schritt wird untersucht, welche regionalen Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Entwicklungspotenziale sich aus unterschiedlichen Transformationspfaden ergeben können. Daraus sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und weitere Akteure abgeleitet werden. Denn eines wird bereits jetzt deutlich: Der Norden verfügt über erhebliche Potenziale. Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre lautet, wie diese Potenziale strategisch genutzt werden können, um Wertschöpfung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft in der Region zu stärken.

H2-Hochlauf, wie ist der Stand?

Der Markthochlauf bleibt hinter den politischen Zielen zurück. Eine neue Studie im Auftrag der DIHK benennt die Ursachen. Für unseren Bezirk mit dem Hydrogen Valley Emsland ist das mehr als eine Randnotiz.

Der Stand im Bund

Wasserstoff gilt als unverzichtbarer Baustein der industriellen Transformation. Doch der Weg von der Strategie in die Praxis ist steiniger als erwartet: Projekte laufen langsamer als geplant, Investoren warten ab, viele Unternehmen können den Umstieg weder wirtschaftlich begründen noch vertraglich absichern. Das zeigt die Studie „Meilensteine für einen erfolgreichen Wasserstoffhochlauf bis 2040", die die r2b energy consulting GmbH im Auftrag der DIHK entlang der gesamten Wertschöpfungskette erstellt hat. Der Hochlauf stockt dabei nicht an einem einzelnen Engpass, sondern am fehlenden Gleichklang von Wirtschaftlichkeit, klarer Regulierung, verlässlicher Nachfrage und koordinierter Infrastruktur. Grüner Wasserstoff kostet im Großhandel knapp über 8 Euro je Kilogramm, hinzu kommen Netzentgelte sowie Kosten für Transport, Speicherung und Zertifizierung. „Viele Unternehmen wollen investieren, brauchen dafür aber verlässliche Rahmenbedingungen", betont Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie.

Der Stand im Bezirk

Die Studie empfiehlt deshalb, die europäischen Kriterien für grünen Wasserstoff pragmatischer zu fassen und die Netzentgelte für Elektrolyseure rechtssicher festzulegen. Vor allem aber fehlt es an Infrastruktur: Während das Kernnetz planerisch weit fortgeschritten ist, liegen viele potenzielle Abnehmer abseits der Trassen. Für regionale Verteilnetze gibt es bis heute keinen verbindlichen Rahmen, auch großskalige Speicher sind trotz langer Vorlaufzeiten kaum angeschoben. Wie viel davon abhängt, zeigt der Blick ins Emsland. Die Region wurde 2024 von der EU als erstes deutsches „Hydrogen Valley of the Year" ausgezeichnet. Neben vielversprechenden im Vergleich kleineren Projekten in unserem Bezirk, entstehen am Standort Lingen der RWE AG 300 Megawatt Elektrolyseleistung, die BP Europa SE plant weitere 100 Megawatt. Bis 2027 wächst die Elektrolyseleistung in Lingen damit auf rund 400 Megawatt. August 2026 erreichte Wasserstoff aus Lingen erstmals per 120 Kilometer Pipeline den Chemiepark Marl im Ruhrgebiet.

Ausblick

Wann diese Kapazitäten ausgelastet werden, entscheidet sich an genau den Punkten, die die Studie beschreibt. Die Weichen werden derzeit gestellt: Die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Wasserstoffmarkt werden derzeit weiterentwickelt; zugleich überprüft die EU ihre Kriterien für erneuerbaren Wasserstoff. Mit einem skalierenden Markt rechnet die Studie ab Mitte der 2030er-Jahre.
Die ganze Studie zum nachlesen findet sich hier.

Industrie und Außenwirtschaft unter Druck: IHK-Ausschüsse diskutieren Folgen von Nahost-Krise und De-Industrialisierung

Die Wirtschaft sieht sich derzeit mit einer Vielzahl von Belastungen konfrontiert. Zwei davon standen im Mittelpunkt der gemeinsamen Sitzung der IHK-Fachausschüsse Industrie, Energie und Umwelt sowie International bei der meurer Verpackungssysteme GmbH: die Folgen der Nahost-Krise sowie die De-Industrialisierung in Deutschland.
Die beiden Ausschussvorsitzenden Dietmar Hemsath, Geschäftsführer der Georgsmarienhütte GmbH, und Bernard Storm, Geschäftsführer der August Storm GmbH & Co. KG, betonen zu Beginn deutlich: “Die Lage vieler Unternehmen ist weiterhin stark angespannt. Der rückläufige IHK-Konjunkturklimaindex zeigt, dass zahlreiche Betriebe mit wachsender Unsicherheit auf die kommenden Monate blicken.“
Dazu tragen aktuell insbesondere die Auswirkungen des Iran-Krieges bei, zu denen Elisabeth Strahl von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) berichtete. International tätige Unternehmen seien von gestörten Handelswegen, steigenden Transportkosten und einer zunehmenden Unsicherheit bei Investitionen betroffen. Zudem wachse die Sorge vor Engpässen bei Energie und wichtigen Rohstoffen. Viele Industrieunternehmen seien auf stabile Lieferungen von Öl, Gas sowie chemischen Grundstoffen angewiesen, die über die Region transportiert werden. „Die wirtschaftlichen Folgen durch Störungen in den Transportwegen und Schäden an den Energieinfrastrukturen werden für die Unternehmen länger spürbar bleiben – selbst wenn die Straße von Hormus bald komplett und sicher geöffnet werden sollte“, sagte Strahl.
Dies erhöhe den ohnehin hohen Wettbewerbsdruck auf Industrieunternehmen. Christopher Meisner von den Unternehmerverbänden Niedersachsen (UVN) erläuterte, dass hohe Energiepreise, langwierige Genehmigungsverfahren und der Fachkräftemangel die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts belasten und zu einer zunehmenden De-Industrialisierung in Deutschland führen. Besonders energieintensive Industriebetriebe reduzierten Investitionen oder verlagerten Produktionskapazitäten ins Ausland. Auch in Niedersachsen und in der Region sei diese Entwicklung zunehmend sichtbar. So verlor etwa der IHK-Bezirk seit 2022 rund 2.500 Industriearbeitsplätze.
Allerdings machte Geschäftsführer Jens Gozian am Beispiel des gastgebenden Unternehmens, der meurer Verpackungssysteme GmbH in Fürstenau, deutlich, dass eine De-Industrialisierung kein zwangsläufiger Prozess ist. Das Unternehmen entwickelt und produziert Verpackungsmaschinen für die Getränkeindustrie und ist international tätig. Der Erfolg des Betriebs seit Übernahme durch die US-amerikanische ITW-Unternehmensgruppe sei vor allem durch eine strikte Fokussierung nach dem sogenannten ITW Front-To-Back 80:20-Geschäftsmodell möglich gewesen. Danach entfallen rund 80 Prozent des Geschäfts auf wenige große Hauptkunden. „Nach der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2013 hatte meurer rund 2.500 Kunden, heute sind es etwa 250“, so Gozian. Die enge Bindung an erfolgreiche, international tätige Kunden ermögliche eine verlässliche Auslastung und eine frühzeitige Einbindung in neue Projekte. Gleichzeitig investiere das Unternehmen kontinuierlich in Automatisierung und standardisierte Maschinenplattformen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehenden IHK-Fachausschüsse Industrie, Energie und Umwelt sowie International treffen sich dreimal jährlich. Ihre Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.

IHK-Umfrage Energieversorgung 1. Quartal 2026

Hohe Energiepreise infolge internationaler Krisen und der Energiewende belasten die Industrieunternehmen erheblich: 37 Prozent von ihnen geben an, ihre Produktion bereits ins Ausland verlagert zu haben, aktuell umzusetzen oder in Zukunft zu planen. Das zeigt die aktuelle IHK-Umfrage zur Energieversorgung der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim. Rund 300 Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen nahmen an der Befragung zum ersten Quartal 2026 teil. Die Ergebnisse wurden Juni 2026 im IHK-Online-Format „Energie-Espresso“ vorgestellt und anschließend mit Unternehmern und Verena Kämmerling MdL aus Osnabrück diskutiert.
„Für die Zukunft des Industriestandorts ist das besorgniserregend und ein deutliches Zeichen für eine fortschreitende Deindustrialisierung. Denn Investitionen, die einmal im Ausland getätigt werden, kehren kaum zurück in die Region“, kommentierte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie, diesen Höchstwert seit der ersten Erhebung der IHK-Umfrage im Jahr 2022 unmittelbar nach der Ukrainekrise.
Zwei Kostentreiber belasten die Energieversorgung der Unternehmen zugleich: die hohen Umbaukosten der Netzinfrastruktur der Energiewende und die angespannte Lage um die Straße von Hormus, die Öl und Gas verteuert. Zwei Drittel der energieintensiven Unternehmen aller Branchen schätzen das Risiko von Versorgungsengpässen in den nächsten sechs Monaten als hoch oder sehr hoch ein.
Auch der Preisdruck durch die mangelhafte Stromnetzinfrastruktur hält an: Der Industriestrompreis liegt weiterhin 34 Prozent über dem Vorkrisenniveau von Anfang 2021, die Netzentgelte sind seit 2020 für Industriekunden um 63 Prozent gestiegen. Entsprechend kritisch fällt die Bewertung aus: 50 Prozent der Industrieunternehmen beurteilen die Energiewende als Nachteil für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Bei knapp einem Drittel der energieintensiven Unternehmen aller Branchen kommt es zu Produktionseinschränkungen.
Die Reaktionen der Unternehmen sind unterschiedlich: Kurzfristige Einsparungen sind weitgehend ausgereizt, beim Strom haben 62 Prozent zuletzt keine Maßnahmen umsetzen können, beim Gas sogar 75 Prozent. An ihre Stelle treten langfristigere Maßnahmen: Von Industrieunternehmen meistgenannt sind die Steigerung der Energieeffizienz (89 Prozent) und der Aufbau einer eigenen erneuerbaren Energieversorgung (81 Prozent). Zudem erreichen Power Purchase Agreements, also langfristige Direktlieferverträge zwischen Unternehmen und Stromerzeugern, mit 34 Prozent einen neuen Höchstwert.
Entsprechend klar sind die Erwartungen der Unternehmen an die Politik: Sie fordern schnelle und wirksame Maßnahmen. 95 Prozent aller Unternehmen fordern eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren (Industrieunternehmen: 97 Prozent). Jeweils rund 90 Prozent fordern niedrigere Netzentgelte, die Beseitigung von Netzengpässen und eine Senkung von Steuern und Abgaben auf den Strompreis. „Diese Maßnahmen brauchen keine langen Vorlaufzeiten. Mit klarem politischem Willen ließen sie sich zügig umsetzen“, betonte Schweda. In der Diskussion äußerten die Unternehmer explizit den Wunsch nach mehr Tempo, günstigeren Energiepreisen und weniger Regulierung.
Verena Kämmerling, Mitglied des Niedersächsischen Landtags und umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, verwies bei der Vorstellung der Ergebnisse auf die hohen Kosten des Netzausbaus: „Um diese Kosten zu senken und den Ausbau zu beschleunigen, sollten Freileitungen einen klaren Vorrang vor der Erdverkabelung erhalten, denn Erdkabel sind ein Kostentreiber in Milliardenhöhe und in der Umsetzung sehr zeitaufwändig. Dafür setzen wir uns gerade sehr intensiv ein“. Gleichzeitig hob sie den Einsatz Niedersachsens für die Erneuerbaren Energien, als Stärke der Region, gegenüber dem Bund hervor und betont, dass die Ausgestaltung des Redispatch-Vorbehaltes im neuen Netzpaket (Einspeisung nur bei ausreichender Netzkapazität) Investitionen in der Region nicht ausbremsen dürfe.
Trotz der angespannten Lage sieht Schweda für die Region eine besondere Chance: „Unsere Region hat beim Ausbau der Erneuerbaren Energien viele Standortvorteile - diese gilt es klug zu nutzen und in Wertschöpfung zu verwandeln. In Kombination mit Energiespeichern und Versorgungssicherheit ist das attraktiv für Investitionen und Ansiedlungen.“

Potentiale der Windenergie: Region braucht gute Wirtschaftspolitik, um von Wertschöpfung in Milliardenhöhe zu profitieren

„Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie für Direktleitungen, um den Ausbau der Windenergie zu einem entscheidenden Standortvorteil für unsere Region zu machen“, so Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, auf der IHK-Veranstaltung „Potenziale durch Windenergie“. Rund 70 Teilnehmer diskutierten in Osnabrück über die Chancen und Herausforderungen von Stromlieferverträgen aus Windenergie. Graf forderte dabei international wettbewerbsfähige Energiepreise: „Dafür ist neben grundlastfähigen Kraftwerken auch ein zügiger Ausbau erneuerbarer Energien wichtig.“
Eine von der IHK unterstützte Studie des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) macht deutlich, wie stark die regionale Wirtschaft vom weiteren Windenergieausbau profitieren kann. Allein im Landkreis Emsland könnten durch neue Anlagen mit einer Leistung von 3.524 Megawatt (MW) bis zu neun Milliarden Euro Wertschöpfung generiert werden. Dazu zählen vor allem regionale Auftragsvergaben. Der Landkreis Osnabrück könnte durch 845 MW an zusätzlicher Leistung auf eine Wertschöpfung von 1,7 Milliarden Euro kommen, während in der Grafschaft Bentheim neue Anlagen mit 783 MW ein wirtschaftliches Potenzial von zwei Milliarden Euro bieten. Die Studie geht dabei von einem Flächenbedarf von 1,8 Hektar pro Megawatt installierter Leistung aus. Ein modernes Windrad hat heute eine Leistung von etwa sieben MW. Silke Weyberg, Geschäftsführerin des LEE Niedersachsen/Bremen, mahnte: „Wir stehen in Niedersachsen aktuell bei 13 Gigawatt Windleistung. Um die geplanten 30 Gigawatt bis 2035 zu erreichen, ist noch viel zu tun.“
Insgesamt können in den nächsten Jahrzehnten in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim somit 12,7 Milliarden Euro an Wertschöpfung erzielt werden. Hier profitieren regionale Unternehmen entlang der gesamten Prozesskette, beispielsweise Projektierer, Planer, Tiefbauunternehmen oder Gutachter. „Es gibt Stromerzeuger und interessierte Abnehmer – dazwischen stehen unnötige gesetzliche Regularien, die geändert werden müssen“, erklärte IHK-Vollversammlungsmitglied Christoph Pieper von der CEC Haren GmbH und meint: „Sogar der europäische Rechtsrahmen sieht vor, Direktleitungen stärker zu nutzen. Bürokratische Hürden dürfen uns hier nicht im Weg stehen. Wenn das gelingt, dann bieten wir Unternehmen eine dauerhafte Perspektive“.
Ein Beispiel aus der Windstudie zeigt auch: Ein Unternehmen, das 60 Prozent seines Strombedarfs durch Direktstromlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), deckt, kann Stromkosten von bis zu 4,7 Millionen Euro über zehn Jahre einsparen. Die IHK setzt sich für die Förderung solcher Lieferverträge ein und fordert beispielsweise Investitionszuschüsse oder die Absenkung der Netzentgelte für regionale Versorgung. Jannis Moss von der Deutschen Energieagentur stellte die Vorteile von PPAs heraus: Absicherung gegen schwankende Großhandelspreise sowie Herkunftsnachweise über nachhaltigen Strombezug. Allerdings wies er auch auf die Komplexität solcher Lieferverträge hin.
Klaus Gervelmeyer von der ABC-Klinkergruppe berichtete von verschiedenen Projekten, unter anderem auch am Standort in Natrup-Hagen. Neben Investitionen in eigene Photovoltaik-Anlagen liefen an allen Standorten Bemühungen um die Abnahme von Windstrom über Direktleitungen. Aktuell zeichne sich die Abnahme von Windstrom aus Anlagen ab, die aus der langjährigen EEG-Förderung herausgefallen sind. Neben Gervelmeyer berichtete auch Philipp Sander von der Krone Gruppe von Projekten zur Stromversorgung. Beide mahnten die Reduzierung bürokratischer Auflagen an.
„Niedersachsen ist Energieland Nummer eins, aber Deutschland auch Bürokratieland Nummer eins. Wir brauchen für die sichere Versorgung unserer Industrie flexiblere Regeln“, so Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie.

Marktoffensive Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien für Unternehmen direkt beziehen

Unternehmen müssen ihre Energieversorgung zunehmend wirtschaftlich, verlässlich und klimafreundlich ausrichten. Die Marktoffensive Erneuerbare Energien von dena und DIHK bietet dafür Informationen, praktische Arbeitshilfen und den Austausch mit Fachleuten und Marktakteuren.
Im Mittelpunkt stehen derzeit langfristige Grünstromlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs). Ergänzend beschäftigt sich die Initiative mit der Verbindung von erneuerbarem Strom und Wärme.

Welchen Nutzen bietet die Marktoffensive?

Industrieunternehmen erhalten Unterstützung dabei,
  • Möglichkeiten für den langfristigen Bezug erneuerbaren Stroms einzuordnen,
  • Vertrags- und Preismodelle besser zu verstehen,
  • die Chancen und Risiken eines PPA zu bewerten,
  • eigene Fragen mit Fachleuten zu besprechen,
  • Erfahrungen und Kontakte aus Energie- und Industriewirtschaft zu nutzen,
  • Strom- und Wärmeversorgung stärker zusammenzudenken.

Langfristige Grünstromverträge prüfen

Über ein PPA bezieht ein Unternehmen erneuerbaren Strom zu vertraglich vereinbarten Konditionen von einem Erzeuger oder über einen Energiedienstleister. Je nach Ausgestaltung können PPAs die betriebliche Dekarbonisierung unterstützen und Teile der Strombeschaffung längerfristig planbar machen.
Ob ein PPA zum Unternehmen passt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
  • Strombedarf und Lastprofil,
  • Vertragsmenge und Laufzeit,
  • Preisgestaltung,
  • Umgang mit Mehr- und Mindermengen,
  • Herkunft des Stroms,
  • Verteilung der wirtschaftlichen und vertraglichen Risiken.

Musterverträge und Orientierungshilfen

Die Marktoffensive stellt Musterverträge, Standards und Leitfäden zur Verfügung. Diese erleichtern den Einstieg in das Thema und helfen Unternehmen, typische Vertragsstrukturen und Preisbildungsmechanismen besser zu verstehen.
Zu den verfügbaren Unterlagen gehören unter anderem ein Standardvertrag für ein PPA-Lieferband, ein Muster für virtuelle PPAs und ein Preisleitfaden für Green PPAs.
Die Unterlagen bieten eine erste Orientierung. Sie ersetzen keine unternehmensindividuelle rechtliche, steuerliche oder wirtschaftliche Prüfung.

Individuelle Fragen klären

In der PPA-Sprechstunde können Unternehmen ihre Fragen zu Green PPAs direkt mit Fachleuten besprechen. Der 30-minütige Austausch bietet eine erste Einschätzung zu möglichen Beschaffungsmodellen, Potenzialen und weiteren Prüfungsschritten.

Strom und Wärme zusammendenken

Für viele Industrieunternehmen reicht die Umstellung des Strombezugs allein nicht aus. Auch die Bereitstellung von Prozess- und Raumwärme muss in die betriebliche Energie- und Klimastrategie einbezogen werden.
Der Strom-Wärme-Hub bringt Unternehmen sowie Akteure aus Strom-, Wärme- und Finanzwirtschaft zusammen. Behandelt werden unter anderem die Elektrifizierung der Wärmeversorgung, Power-to-Heat, flexible Wärmeanwendungen, Finanzierung, Contracting und Netzanschlüsse.

Wissen und Kontakte nutzen

Über Veranstaltungen, Workshops und Netzwerkformate ermöglicht die Marktoffensive den Austausch zwischen Industrieunternehmen, Energieerzeugern, Versorgern, Projektentwicklern, Finanzierern und Dienstleistern.

Anträge nach § 9b StromStG lohnen sich fast immer: IHK-Berechnungstool und Merkblatt zur Energie- und Stromsteuer aktualisiert

Viele Unternehmen des produzierenden Gewerbes nutzen die Rückerstattungsmöglichkeit nach § 9b StromStG nicht. Dabei lohnt sich das seit der Senkung auf den EU-Mindeststeuersatz für fast jedes Unternehmen! Um die möglichen Ansprüche, auch der übrigen Erstattungsoptionen, abschätzen zu können, ist das Berechnungstool zur Energie- und Stromsteuer jetzt aktualisiert worden.
Seit Januar 2024 können Unternehmen des produzierenden Gewerbes nach § 9b Stromsteuergesetz die Stromsteuer oberhalb des Sockelbetrags fast vollständig zurückerstatten lassen. Um in den Genuss des reduzierten Steuersatzes von 0,50 Euro/MWh zu kommen, müssen sie auf dem Zollportal den entsprechenden Antrag auf Rückerstattung stellen.

Viele Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die in der Vergangenheit über § 9b StromStG nur geringfügige Erstattungssummen beantragen konnten und den bürokratischen Aufwand des mittlerweile gestrichenen Spitzenausgleichs nach § 10 StromStG gescheut haben, sollten unbedingt prüfen, ob sich die Rückerstattung nach § 9b nicht mittlerweile lohnt!

Um die möglichen Ansprüche, auch der übrigen Erstattungsoptionen, abschätzen zu können, hat die IHK Lippe zu Detmold das Berechnungstool zur Energie- und Stromsteuer aktualisiert. Die Steuersätze und Entlastungsregelungen des Energie- bzw. Stromsteuergesetzes haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Hinweise zu den Formularen sind aktualisiert.

Aktualisierung des BAFA-Merkblatts zum Energieeffizienzgesetz

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat kürzlich das Merkblatt zum Energieeffizienzgesetz (EnEfG) aktualisiert. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Präzisierung des Unternehmensbegriffs, die Anwendung der 90 %-Regelung bei Energie- und Umweltmanagementsystemen, Konkretisierungen der Anforderungen an Umsetzungspläne sowie Ausnahmeregelungen der Wirtschaftlichkeitsbewertung nach VALERI.
Mit der aktuellen Überarbeitung des Merkblatts zum EnEfG wurden wesentliche Anpassungen vorgenommen, um die Anforderungen für Unternehmen zu präzisieren und den bürokratischen Aufwand zu verringern.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
  • Anpassung des Unternehmensbegriffs & Entscheidungsbaum
    Im Kern bleibt das BAFA bei der funktionalen Betrachtungsweise des Unternehmens (nach EU). Explizit wird nun aber dargelegt, dass auch Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung als Unternehmen gelten können - wenn sie zur Erzielung eines Leistungsaustauschs am Markt tätig sind und keine unselbstständigen Eigenbetriebe sind.
  • Anwendung der 90 %-Regelung bei Energie- und Umweltmanagementsystemen (§ 8 EnEfG)
    Analog zur Energieaudit-Regelung müssen EnMS oder UMS künftig mind. 90 % des gesamten Endenergieverbrauchs eines Unternehmens abdecken. Dies ermöglicht eine flexiblere Umsetzung und reduziert den administrativen Aufwand für die Unternehmen, denn bisher wurden immer 100 % "gehandelt". Die Einhaltung der 90 %-Regelung obliegt dem verpflichteten Unternehmen und ist im Rahmen der Zertifizierung mit der Zertifizierungsstelle abzustimmen. Sie ist aber leider ausschließlich auf das einzelne verpflichtete Unternehmen beschränkt; eine unternehmensübergreifende Betrachtung (innerhalb eines Konzerns) ist nicht zulässig.
  • Konkretisierung der Anforderungen an Umsetzungspläne (§ 9 EnEfG)
    Das Merkblatt enthält detaillierte Informationen zu Inhalt und Umfang der geforderten Umsetzungspläne für wirtschaftliche Endenergieeinsparmaßnahmen und ein Gestaltungsbeispiel. Diese orientieren sich an den Vorgaben der ISO 50001, EMAS und DIN EN 16247-1.
  • Ausnahmeregelungen für Wirtschaftlichkeitsbewertung nach DIN EN 17463 (VALERI)
    Zukünftig sind bestimmte Maßnahmen von der detaillierten Wirtschaftlichkeitsbewertung befreit: Maßnahmen mit einem Netto-Investitionsvolumen bis 2.000 Euro, beschlossene und direkt in den Umsetzungsplan aufgenommene Maßnahmen sowie aufgrund gesetzlicher oder regulatorischer Vorgaben verpflichtende Maßnahmen.
  • Das aktualisierte Merkblatt steht auf der BAFA-Webseite zum Download bereit.

Direktstromlieferverträge: PPAs

Power Purchase Agreements (PPA) sind langfristige Stromabnahmeverträge. Diese vertragliche Vereinbarung über die Stromabnahme und Stromlieferung zu einem festgelegten Preis über einen längeren Zeitraum wird Green PPA genannt, sofern es sich um einen Abnahmevertrag für erneuerbare Energie handelt.
Mehr Informationen finden Sie hier.
Ein Factsheet der Marktoffensive Erneuerbare Energien beleuchtet die Rolle von PPAs im Strommarktdesign der Zukunft: PPAs: Das essenzielle Puzzleteil für den weiteren EE-Ausbau.
Die PPA-Marktanalyse Deutschland 2023 finden Sie hier.
Auf der Seite der Marktoffensive findet sich auch ein Mustervertrag: Der Mustervertrag als bearbeitbare Vorlage ermöglicht es, auch ohne vertiefte Kenntnisse über PPA-Vertragsarten und Strommarkteffekte einen Liefervertrag abzuschließen, sowie erste Einblicke in die Vertragsstrukturen zu erhalten. Dabei werden Spezifika des deutschen Rechts und Stromhandels berücksichtigt und eine Bandlieferung angenommen.

Heizungsförderung: Antragstellung nun für Unternehmen möglich

Die Antragstellung für die neue Heizungsförderung ist am 27. August auch für die dritte und letzte noch offene Antragstellergruppe gestartet.
Damit können jetzt auch Unternehmen, Eigentümerinnen und Eigentümer vermieteter Einfamilienhäuser sowie Wohneigentümergemeinschaften (WEG) bei Maßnahmen am Sondereigentum die Heizungsförderung bei der KfW beantragen. Beim Einbau einer klimafreundlichen Heizungsanlage oder beim Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz sind Investitionszuschüsse von der KfW erhältlich, für Wohn- wie auch Nichtwohngebäude.
Die dritte Antragstellergruppe kann die Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten nutzen, plus fünf Prozent Effizienz-Bonus für besonders effiziente Wärmepumpen (also insgesamt bis zu 35 Prozent Förderung) oder einen Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 Euro für besonders effiziente Biomasse-Heizungen.
Die Mittel für die Heizungsförderung stellt der Bund aus dem Klima- und Transformationsfond zur Verfügung.
Weitergehende Informationen zur Heizungs- und energetischen Sanierungsförderung sind auf www.energiewechsel.de/beg sowie – zur Antragstellung für die neue Heizungsförderung – auf www.kfw.de zu finden.
Quelle: BMWK
27.08.2024

Kommunale Wärmeplanung

Viele Kommunen starten aktuell den Prozess der Kommunalen Wärmeplanung (KWP). Zur Erstellung einer KWP sind alle Städte und Gemeinden gesetzlich verpflichtet. Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen die KWP bis zum 30. Juni 2026 abschließen, kleinere Gemeinden haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit. Unsere IHK klärt über die Hintergründe und Bedeutung der KWP für die Wirtschaft auf.
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument, mit dem Städte und Gemeinden eine Strategie festlegen, wie die Wärmeversorgung bis 2045 vollständig klimaneutral auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umgestellt werden kann. Zusätzlich erhöht die Kommunale Wärmeplanung die Planungssicherheit von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen.
In einem ersten Schritt wird der aktuelle Wärmebedarf im gesamten Stadt- oder Gemeindegebiet erfasst (Bestandsanalyse). Dazu zählen Raumwärme, Warmwasserbereitung und Prozesswärme für die Industrie. Anschließend wird geprüft, wo durch gesteigerte Energieeffizienz oder energetische Sanierungen der Wärmebedarf verringert werden kann und welche regenerativen Energiequellen wie Geothermie, Solarthermie, industrielle Abwärme, Abwasser oder auch grüner Wasserstoff in Zukunft genutzt werden könnten (Potenzialanalyse). Darauf aufbauend wird dann ein Zielszenario für die klimaneutrale Wärmeversorgung der Gemeinde im Jahr 2045 entwickelt. Auf Basis dessen wird das Gemeindegebiet in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete für die kommenden Jahre aufgeteilt. Dabei stehen die Aspekte der langfristigen Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Wärmeversorgung für die Wirtschaft und alle Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund. Abschließend werden Maßnahmen aufgestellt, wie dieses Ziel sozialverträglich und kosteneffizient erreicht werden kann (Strategie und Umsetzung). Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Energieversorgern, Netzbetreibern, der Wohnungswirtschaft und den übrigen Unternehmen mit Wärmebedarf, dem Handwerk, Bürgerinnen und Bürgern und vielen weiteren betroffenen Akteuren.
Unternehmen erhalten durch den Beschluss einer KWP mehr Planungssicherheit hinsichtlich der Optionen für eine künftige Wärmeversorgung. Grundsätzlich kann die KWP als Grundlage für individuelle Investitionsentscheidungen genutzt werden, wenn beispielsweise die Heizungsanlage (irreparabel) defekt ist und (mittelfristig) eine neue Heizungsanlage angeschafft werden muss oder auch mit Blick auf die klimaneutrale Umstellung der benötigten Wärme für Produktionsprozesse (z. B. Prozesswärme). Insgesamt können Unternehmen transparent einsehen, welche Form der Wärmeversorgung in ihrem Gebiet möglich und/oder voraussichtlich vorgesehen ist und welche Optionen für sie künftig zur Verfügung stehen sollen. Auf der anderen Seite ergibt sich für Unternehmen mit Abwärmepotenzialen unter Umständen die Möglichkeit, diese für die Wärmeversorgung in der Kommune zu nutzen.
Die Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung wird in der Regel in enger Zusammenarbeit mit Energieversorgern, Netzbetreibern, der Wohnungswirtschaft und den übrigen Unternehmen mit Wärmebedarf, dem Handwerk, Bürgerinnen und Bürgern und vielen weiteren betroffenen Akteuren erfolgen. Ihre Anmerkungen, Fragen, Ideen und Forderungen können Sie direkt an Ihre Kommune weitergeben oder die IHK ansprechen.
Bundesregierung: Weitere allgemeine Informationen zur KWP finden Sie hier oder hier.
Hier finden Sie auch den Leitfaden zur Kommunalen Wärmeplanung.

Stand: 12.08.2024

PPA-Mustervertrag für Direktstromlieferung

Der direkte Bezug von grünem Strom spielt für viele Unternehmen eine zentrale Rolle, um Preissicherheit und Klimaschutz im Unternehmen zu integrieren. Aktuell stellt der Abschluss von direkten Stromlieferverträgen (PPA) insbesondere für kleinere Unternehmen und Stadtwerke aufgrund fehlender Standardisierung eine Herausforderung dar.

Mustervertrag erleichtert Vertragsabschlüsse

Um den Abschluss von Direktstromlieferverträgen zu erleichtern, hat die Marktoffensive Erneuerbare Energien einen „Standardvertrag für den deutschen Markt“ erarbeitet. Das Vertragsmuster bietet Unternehmen die Möglichkeit, auch ohne vertiefte Kenntnisse über PPA-Vertragsarten und Strommarkteffekte einen Liefervertrag abschließen zu können. Die dazugehörigen „Guidance Notes“ geben Hinweise zu wesentlichen Aspekten und Ausgestaltungsoptionen.

Vorteile von PPAs

Der anpassbare Vertragstext ermöglicht es Abnehmern, ein PPA mit einem Stromvermarkter zu schließen. Um die Lieferung gut in bestehende Vertragskonstellationen einzubinden und das Management zu vereinfachen, wurde dem Vertrag eine Bandlieferung als Profil zugrunde gelegt. Damit erhält das Unternehmen zu jeder Zeit dieselbe Menge Strom aus erneuerbaren Energien. Schwankungen in der Erzeugung innerhalb dieser vertraglich vereinbarten Lieferung müssen nicht über entsprechende Vertragsoptionen geregelt werden.

Download und Merkblatt stehen bereit

Die anpassbare Vertragsvorlage sowie die zugehörigen Guidance Notes sind ab sofort auf der Website der Marktoffensive abrufbar.
Quelle: DIHK, dena

Ihre Wege zur Energie- und Umweltberatung

Wirtschaftliche Vernunft und Klimaschutz müssen sich nicht ausschließen. So senkt z. B. eine verbesserte Energieeffizienz betriebliche Energiekosten, steigert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und trägt zum Klimaschutz bei. Aufgrund der Energiekrise wollen viele Unternehmen Energiespar- oder Umweltmaßnahmen umsetzen, sind jedoch auf externe Hilfe angewiesen. Die Suche nach einem geeignetem Energie- und Umweltberater kann jedoch schwierig sein. Ist der Berater auch wirklich ein neutraler, unabhängiger Experte und führt die Energieberatung kompetent und energieeffizient durch? Berücksichtigt er auch alle aktuellen Förderprogramme und ist der Berater auch bei Institutionen wie der BAFA, KfW und Energieeffizienz-Expertenliste anerkannt?
Im Folgenden möchten wir Ihnen verschiedene Tipps geben, wo sie den passenden Berater finden:
IHK ecoFinder: Ihr "grünes Online-Branchenbuch"
Als "grünes Branchenbuch" für Unternehmen der Energie- und Umweltbranche bietet der IHK ecoFinder unter http://www.ihk-ecofinder.de eine benutzerfreundliche, barrierefreie und sichere Web-Anwendung für die Energie- und Umweltbranche.
Sie suchen Experten für Abfallentsorgung, Luftreinhaltung, Strahlenschutz? Sie bieten entsprechende Leistungen an? Dann sind Sie beim "ecoFinder" der Industrie- und Handelskammern (IHKs) genau richtig. Die Datenbank bietet einen bundesweiten Überblick über Dienstleistungsunternehmen, Berater, Hersteller und Händler in der Umwelt- und Energiebranche und dient der direkten Kontaktanbahnung mit potenziellen Kunden und Partnern im In- und Ausland.
Der Eintrag ist kostenfrei, die Datenpflege komfortabel: Anbieter können ihr Leistungsprofil online einstellen und mithilfe eines eigenen Benutzerzugangs jederzeit selbst aktualisieren. Dabei werden die Eintragungen durch die regionale IHK qualitätsgesichert.
Energieeffizienz-Expertenliste
Die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes ist ein bundesweites Verzeichnis nachweislich qualifizierter Fachkräfte für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Die rund 13.000 gelisteten Expertinnen und Experten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und sind in Energieberatung, Architektur, Ingenieurwesen sowie Handwerk tätig. Sie decken mit ihrem Fachwissen die gesamte Gebäudebandbreite ab – von Privathäusern über kommunale und gewerbliche Gebäude bis hin zu Baudenkmälern. Entsprechend ihrer nachgewiesenen Qualifikation sind die Expertinnen und Experten für die jeweiligen Förderprogramme des Bundes antragsberechtigt.
Um für Energieberatungen sowie Bauplanungen und -begleitungen bundesweit einheitliche Qualitätsstandards zu etablieren, haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW Bankengruppe (KfW) 2011 beschlossen, Expertinnen und Experten für geförderte Energieberatungen sowie hocheffiziente Sanierungen und Neubauten in einer bundeseinheitlichen Liste zu führen. Seitdem bietet die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes Kontakt zu professionellen Begleitern für energieeffizientes Bauen und Sanieren in der Nähe. Gleichzeitig wurde sichergestellt, dass die gelisteten Fachkräfte aus den verschiedenen Berufsständen über eine gleichwertige und hohe Qualifikation verfügen.
Bei der Aufnahme müssen die Expertinnen und Experten nachweisen, dass sie die Qualifikationsanforderungen der Liste im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren erfüllen. Der Eintrag in die Expertenliste gilt für drei Jahre. Dann kann er durch aktuelle Nachweise über Fortbildungen bzw. über Praxis-Referenzen verlängert werden. Diese Nachweise werden überprüft. Zudem werden die Arbeitsergebnisse der in der Liste vertretenen Expertinnen und Experten stichprobenartig über die Vor-Ort-Kontrollen überprüft.
Die dena koordiniert die Energieeffizienz-Expertenliste. Sie ist Ansprechpartnerin für die eingetragenen Expertinnen und Experten, prüft deren Qualifikationen und stichprobenartig auch ihre Arbeitsergebnisse. Außerdem entwickelt die dena die Expertenliste fortlaufend weiter, integriert neue Förderprogramme in das Qualitätssicherungssystem und optimiert die allgemeinen Rahmenbedingungen. Dabei stimmt sie sich eng mit den Projektpartnern und den Trägern der wichtigsten Förderprogramme des Bundes für Gebäudeeffizienz ab.
Insgesamt 23 Netzwerkpartner, darunter Verbände und Organisationen der Energieberatung, Vertretungen einzelner Berufsgruppen und Verbraucherschutz in ganz Deutschland, unterstützen das Projekt mit ihrer Expertise.
KEAN Energieberatung Beratungsangebote für Unternehmen
Wer die Energieeffizienz oder Klimabilanz eines Hauses, eines Produktionsprozesses oder in einer Kommune verbessern will, braucht qualifizierten, unabhängigen fachlichen Rat. Dies bietet die Beratungsangebote der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN). Energieberaterinnen und Energieberater unterschiedlicher Disziplinen der KEAN unterstützen Unternehmen bei Projekten für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz.