Service und Beratung
"Das EU-Mercosur-Abkommen wird auch Berliner Unternehmen bedeutende Chancen eröffnen. Schließlich schafft das Abkommen einen gemeinsamen Markt von rund 715 Millionen Menschen und baut Zölle auf etwa 90 Prozent der gehandelten Waren ab. Das senkt Kosten spürbar und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Für kleine und mittlere Unternehmen erleichtert das Abkommen den Marktzugang zusätzlich durch Informations- und Förderangebote. Gerade für viele Berliner Betriebe, die international noch wachsen wollen, wird der Einstieg in die Region einfacher. Bisher liegen Mercosur-Staaten wie Brasilien und Argentinien nicht unter den Top-Handelspartnern Berlins. Das Abkommen bietet daher erhebliches Potenzial, den Handel in bislang wenig erschlossenen Märkten zu steigern und die Lieferketten weiter zu diversifizieren. Gerade in Zeiten zunehmender Handelshemmnisse und geopolitischer Spannungen ist es gut, wenn Barrieren abgebaut werden. Als nächstes sollte deshalb mit Hochdruck das Abkommen mit Indien vorangetrieben werden.“
„Der große Dank gilt allen Einsatzkräften, Helfern und Unternehmen für die enorme Solidarität in den letzten Tagen. Der Anschlag hat gezeigt: Unsere kritische Infrastruktur ist verletzlich – und die Wirtschaft leidet massiv, wenn der Strom ausfällt.Der Blackout legte ganze Wertschöpfungsketten lahm – ein Weckruf für mehr Schutz unserer kritischen Infrastruktur. Jetzt müssen wir handeln: Investitionen in die Resilienz der Infrastrukturen sind unverzichtbar. Die Wirtschaft muss in Krisenstäbe eingebunden werden. Berliner Unternehmen sind nicht nur Betroffene, sondern Partner für Lösungen.Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Lehren für Berlin und darüber hinaus. Die jüngsten Defizite im Katastrophenschutz zeigen: Wir sind organisatorisch und strukturell nicht ausreichend vorbereitet. Jetzt braucht es eine klare Strategie zur Stärkung der Versorgungssicherheit – mit Augenmaß zwischen Transparenz und Schutzinteressen. Die Berliner Wirtschaft steht bereit, ihren Beitrag zu leisten.“
„Berlin erlebt ein arbeitsmarktpolitisches Paradox: Fachkräfte fehlen, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt – gleichzeitig bleibt die Arbeitslosigkeit hoch. Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen und die Arbeitslosenquote zu senken, hat die IHK Berlin gemeinsam mit 17 anderen Kammern und Verbänden Vorschläge für die langfristige Vitalisierung des Arbeitsmarktes entwickelt und an die Politik geschickt.An erster Stelle stehen Qualifizierung und passgenaue Vermittlung als zentrale Stellschrauben, um aktuell arbeitssuchende Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Wir müssen aber über den Tag hinausdenken, um die Herausforderungen durch demographischen Wandel und technologische Transformation zu meistern. Berlin braucht eine langfristige Fach- und Arbeitsmarktstrategie, die Bildung, Qualifizierung, Zuwanderung und die bessere Nutzung vorhandener Potenziale systematisch verbindet. Internationale Fachkräfte bleiben unverzichtbar. Damit diese Fachkräfte kommen und bleiben, braucht es schlanke digitale Verfahren, die zügige Anerkennung von Abschlüssen und gezielte Sprachförderung. Gleichzeitig müssen wir inländische Potenziale besser erschließen – dazu gehören verlässliche Kinderbetreuung, Weiterbildung, Inklusion sowie die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung. Auch ohne bezahlbaren Wohnraum ist Fachkräftesicherung nicht möglich. Eine vorausschauende Standortpolitik muss daher Beschäftigten- und Azubiwohnen mitdenken.Die beste Arbeitsmarktpolitik bringt allerdings wenig, wenn die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen insgesamt nicht stimmen. Hierzu zählen zum Beispiel die drohende Ausbildungsplatzabgabe aber auch die schwelende Vergesellschaftungsdebatte. Beides würde den Wirtschaftsstandort Berlin langfristig schwächen.“