Service und Beratung
IHK-Präsident Sebastian Stietzel: „Das sogenannte Sondervermögen war als Hebel für einen Innovationsbooster gedacht. Herausgekommen ist allerdings ein Projekt-Potpourri statt eines Zukunfts-Masterplans. Auch der Kernhaushalt wird den großen Herausforderungen, vor denen Berlin steht, nur unzureichend gerecht. Das Land steuert trotz gestiegener Einnahmen auf eine Haushaltsnotlage zu, der Investitionsstau bewegt sich im zwei – bis dreistelligen Milliardenbereich und die Konjunktur kommt nicht in Schwung. Angesichts dieses Aufgabenberges sind die konsequente Priorisierung von wachstumsfördernden Zukunftsinvestitionen sowie schmerzhafte, aber notwendige Einsparungen insbesondere bei konsumtiven Ausgaben das Gebot der Stunde. Den Willen dazu sehen wir leider nur bei einzelnen Vorhaben.“
„Die Berliner Wirtschaft ist sich bei der umstrittenen Abgabe einig: Sie ist das falsche Instrument, um mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen. Was jungen Berlinern wirklich hilft, ist mehr Berufsorientierung schon während ihrer Schullaufbahn. Die IHK Berlin trägt im Bündnis für Ausbildung ihren Teil durch zahlreiche Maßnahmen bei. So konnte die Zahl der Ausbildungsverträge 2024 bereits um 3,2 Prozent gesteigert werden – entgegen dem Bundestrend von minus einem Prozent. Das ist ein erster Erfolg, doch die Maßnahmen brauchen Zeit, um ihr volles Potenzial zu entfalten.Was jetzt wichtig ist, um diese positive Entwicklung zu verstetigen: Statt die Berliner Wirtschaft mit einer Ausbildungsplatzabgabe zu belasten, müssen alle Bündnispartner ihre Kräfte bündeln, um die duale Ausbildung zu stärken, die Zahl der unversorgten Jugendlichen zu reduzieren und alle offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Kein Jugendlicher darf verloren gehen.“