Ausbildung kennt keine Grenzen: Drittstaatsangehörige können mit einem Aufenthaltstitel nach §16a des Aufenthaltsgesetzes für eine duale Berufsausbildung nach Deutschland einreisen. Voraussetzung ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Mindestgehalt (aktuell mindestens 1.048 Euro brutto monatlich), ausreichende Deutschkenntnisse – B1-Niveau, empfohlen B2 – sowie gegebenenfalls ein Nachweis über Wohnraum. Nach Abschluss der Ausbildung können Unternehmen ihre Azubis als qualifizierte Fachkräfte weiterbeschäftigen, etwa mit einer Aufenthaltserlaubnis nach §18a. Viele Betriebe erhalten inzwischen Bewerbungen direkt aus dem Ausland, andere arbeiten mit Agenturen oder Partnern zusammen. Der Prozess reicht von der Bewerbung über digitale Vorstellungsgespräche und die Visumsbeantragung bis hin zur Einreise, zum Ausbildungsstart und zur Integration ins Unternehmen. Dabei gilt es, bürokratische Hürden, Wartezeiten bei Botschaften, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede zu meistern.
feelMOOR: Vielfalt als Erfolgsfaktor
Das Gesundresort feelMOOR in Bad Wurzach rekrutiert seit Jahren internationale Auszubildende. „Wir wollten unbedingt mehr ausbilden, bekamen aber zunächst keine Bewerbungen aus der Region“, erklärt Hotelmanager Christian Heil. Über die Stiftung Liebenau kamen zunächst Azubis aus Vietnam, später aus Guatemala. Über den Kontakt zu IHK und AHK sei man schließlich auch auf Yusuf Kagan Ekiz aus der Türkei gestoßen, der nun eine Ausbildung zum Hotelfachmann bei feelMOOR absolviert. Der Visumsprozess sei zwar „sehr langwierig und aufwändig“ gewesen, so Heil, doch mit Unterstützung der IHK und externer Partner gut zu bewältigen. Für ihn überwiegen die Vorteile klar: „Trotz anfänglich mangelnder Bewerbungen können wir Fachkräfte selbst ausbilden. Viele bleiben bei uns, und über den Rest freut sich die gesamte Branche.“ Yusuf Kagan Ekiz beschreibt seine Motivation, für eine Ausbildung nach Deutschland zu kommen: „Die stabile Wirtschaft, in Europa zu sein und weil eine deutsche Ausbildung sehr hoch angesehen wird.“ Seine Erwartungen haben sich erfüllt: „Schönes Land, wunderbare Natur, und die Kollegen im Betrieb sind unglaublich nett.“ Später möchte er selbst einmal ein Hotel führen – „am liebsten sogar ein eigenes, mein Traum wäre am Bodensee“.
Unterstützung durch die IHK
Damit aus internationalen Azubis langfristig Fachkräfte werden, ist eine gute Begleitung entscheidend. Die IHKs Bodensee-Oberschwaben und Ulm beraten Unternehmen individuell und kostenfrei – von Fragen vor der Einreise bis hin zu Herausforderungen nach dem Ausbildungsstart.
WAB