Außenhandel kompakt: Partner & Güter im Überblick

Die aktuellen Außenhandelszahlen zeigen, wie sich die Export- und Importströme Baden-Württembergs und Deutschlands in den vergangenen Monaten entwickelt haben. Erhalten Sie Einblicke in die wichtigsten Handelspartner und Gütergruppen – inklusive Rankings zum Download.

Außenhandel im Wandel: Aktuelle Entwicklung

BW BRD
Export
  • 182,6 Milliarden Euro
  • + 0,1 % zum Vorjahreszeitraum
  • 1.174,1 Milliarden Euro
  • + 0,3 % zum Vorjahreszeitraum
Import
  • 165,1 Milliarden Euro
  • + 0,9 % zum Vorjahreszeitraum
  • 182,6 Milliarden Euro
  • + 0,1 % zum Vorjahreszeitraum
* Nominale Export- und Importumsätze von Januar bis September 2025.
Auf der Exportseite zeigt sich insgesamt kaum Dynamik. Von Januar bis September wurden baden-württembergische Waren im Wert von 182,6 Milliarden Euro ins Ausland geliefert. Das entspricht einem Plus von lediglich 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bundesweit ergibt sich ein ähnliches Bild. Die deutschen Warenexporte stiegen um 0,3 Prozent auf 1.174,1 Milliarden Euro. Damit lässt sich die Exportentwicklung sowohl für Baden-Württemberg als auch für Deutschland als stagnierend einstufen.
Die Importseite präsentiert sich auf Bundesebene deutlich lebhafter. Deutschland führte in den ersten drei Quartalen Waren im Wert von rund 1.031,2 Milliarden Euro ein, was einem Plus von 4,6 Prozent entspricht. Davon wurden Waren im Gesamtwert von rund 165,1 Milliarden Euro erstmals zollrechtlich in Baden-Württemberg abgewickelt, ein moderater Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Top-Handelspartner: Wer steht an der Spitze?

Die Vereinigten Staaten bleiben der wichtigste Absatzmarkt für Baden-Württemberg und Deutschland, doch die jüngsten Zahlen sind ernüchternd. Von Januar bis September gingen die Südwestausfuhren in die USA um 11,3 Prozent zurück und lagen bei 23,7 Milliarden Euro. Besonders betroffen sind die umsatzstärksten Exportgruppen: Kraftfahrzeuge und -teile verzeichneten ein Minus von 13 Prozent, pharmazeutische Erzeugnisse sanken um 15 Prozent und Maschinen um 13 Prozent.
Bei den Importen nimmt China sowohl für Deutschland als auch für den Südwesten den Spitzenplatz im Ranking der Außenhandelspartner ein. Die baden-württembergischen Einfuhren aus China beliefen sich auf rund 15,4 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auf der Exportseite schwächelt China hingegen deutlich und rangiert nur auf dem fünften Platz. Die Ausfuhren in die Volksrepublik gingen um 15,7 Prozent zurück, wobei der Einbruch im Automobilsektor besonders gravierend ausfällt.
Ein Lichtblick ist Irland. Mit einem Exportwachstum von 30,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Insel der klare Gewinner unter den 40 umsatzstärksten Wachstumsmärkten. Vor allem die pharmazeutische Industrie trug maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Die Ausfuhren aus Baden-Württemberg in dieser Gütergruppe haben sich in den ersten drei Quartalen mehr als verdoppelt – von 221,6 Millionen Euro auf 472,1 Millionen Euro.
Bei den Einfuhren glänzt Libyen mit dem stärksten Wachstum. So stiegen die Südwesteinfuhren (Januar bis September 2025) aus Libyen um 51,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 1,5 Milliarden Euro. Haupttreiber sind die deutlich gestiegenen Importe von Kraftwagen und Kraftwagen Teilen sowie Maschinen.

Güter im Fokus: Was treibt Export und Import?

Deutschlands Ausfuhren werden von wenigen industriellen Zugpferden getragen: der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Chemie. Zwischen Januar und September 2025 exportierte Deutschland Kraftwagen und -teile im Wert von 193,4 Milliarden Euro, Maschinen im Wert von 160,4 Milliarden Euro sowie chemische Erzeugnisse im Wert von 103,5 Milliarden Euro. Zusammen stehen diese drei Branchen für knapp 40 Prozent des Exportvolumens – gegenüber dem Vorjahreszeitraum jedoch mit spürbaren Einbußen. In Baden‑Württemberg ist die Abhängigkeit noch größer: Autos und Autoteile, Maschinenbau und Pharma vereinen rund 52 Prozent der Ausfuhren. Während die pharmazeutischen Exporte das Vorjahresniveau halten, schwächeln Automobil- und Maschinenbauindustrie.
Die Seite der Einfuhren ist breiter aufgestellt: In den ersten drei Quartalen machten Kraftwagen und Kraftwagenteile mit 110,8 Milliarden Euro den mit Abstand größten Posten aus. Auf den weiteren Plätzen folgen Datenverarbeitungs-, elektrische und optische Erzeugnisse mit 103,9 Milliarden Euro, elektrische Ausrüstung mit 88,8 Milliarden Euro, Maschinen mit 78,4 Milliarden Euro sowie chemische Erzeugnisse mit 77,3 Milliarden Euro. Zusammengenommen entfiel auf diese Warengruppen rund die Hälfte der nach Deutschland eingeführten Waren. In Baden-Württemberg verzeichneten die Einfuhren im selben Zeitraum die höchsten Werte bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit 21,8 Milliarden Euro, gefolgt von Maschinen mit 17,5 Milliarden Euro, chemischen Erzeugnissen mit 16,1 Milliarden Euro und pharmazeutischen Produkten mit 15,0 Milliarden Euro.

Download der Außenhandel-Rankings

Alle Details zu den wichtigsten Außenhandelspartner sowie den führenden Export- und Imporrtgütern finden Sie in unseren Außenhandel-Rankings:
Top Außenhandelspartner
  • für Baden-Württemberg:
  • für Deutschland:
Top Gütergruppen
  • für Baden-Württemberg:
  • für Deutschland:

Methodische Hinweise zur Außenhandelsstatistik

Die in diesem Artikel dargestellten Export- und Importzahlen stammen vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg sowie Statistischen Bundesamt (Destatis) und beziehen sich auf nominale Umsätze. Bitte beachten Sie, dass die angegebenen Handelszahlen vorläufig sind und auf Schätzungen des Statistischen Bundesamts beruhen. Sie werden regelmäßig überarbeitet und aktualisiert. Der aktuelle Stand der Daten entspricht dem Zugriffszeitraum November 2025.
Ferner wird die Außenhandelsstatistik auf Ebene der Bundesländer mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen für Importe und Exporte erhoben:
  • Exporte (Spezialhandel): Hier wird der tatsächliche Bestimmungsort der Ware erfasst. Die Daten spiegeln somit genauer wider, wohin die Güter tatsächlich geliefert werden.
  • Importe (Generalhandel): Erfasst wird das Bundesland, in dem die zollrechtliche Abwicklung erfolgt, nicht das tatsächliche Ziel der Ware. Ein Bundesland kann daher als Empfänger erscheinen, obwohl die importierte Ware dort weder verwendet noch weiterverarbeitet wird.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund dieser methodischen Unterschiede sind Import- und Exportdaten auf Bundeslandebene nicht direkt miteinander vergleichbar. Sie dürfen daher nicht zur Berechnung von Handelsvolumen, Überschüssen oder Defiziten verwendet werden.