Unternehmensumfrage Frühjahr 2026

AHK World Business Outlook

Der AHK World Business Outlook ist eine Umfrage zum Geschäftsklima deutscher Unternehmen an ihren internationalen Standorten und bietet einen Überblick über die Geschäftslandschaft im Ausland. Die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Ausgabe finden Sie im Folgenden zusammengefasst.

Globale Wirtschaftslage und Zukunftsaussichten

Geschäftslage: Der seit 2023 zu beobachtende Abwärtstrend kommt im Frühjahr 2026 zunächst zum Stillstand. Die Geschäfte deutscher Unternehmen an ihren Auslandsstandorten zeigen sich insgesamt stabil. 39Prozent der Firmen bewerten ihre Lage als gut, 13Prozent als schlecht. Im langjährigen Vergleich liegt die Lageeinschätzung jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt. Während die Geschäftslage im Dienstleistungssektor eher positiv beurteilt wird, fällt die Bewertung in Industrie, Bau und Handel verhaltener aus.
Geschäftserwartungen: Die Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung haben sich leicht eingetrübt. Zwar sind weiterhin mehr Unternehmen optimistisch als pessimistisch, per Saldo bleibt die Entwicklung jedoch unter dem langjährigen Durchschnitt. 43 Prozent der international aktiven Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften, 16 Prozent befürchten eine Verschlechterung.
Konjunkturerwartungen: Der Konflikt im Nahen Osten und seine Auswirkungen auf die weltweite Energieversorgung dämpfen die Konjunkturerwartungen an den Auslandsstandorten. Deutlich mehr Unternehmen (32 Prozent) erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine Abschwächung der Konjunktur als eine Verbesserung (21 Prozent).
Geschäftsrisiken: Hohe Energiepreise stellen mit 46 Prozent das mit Abstand größte Geschäftsrisiko für deutsche Unternehmen an ihren internationalen Standorten dar. Gegenüber der Vorumfrage hat sich die Zahl der Nennungen mehr als verdoppelt. Auf Platz zwei und drei folgen Nachfragerisiken mit 44 Prozent und wirtschaftspolitische Unsicherheiten mit 42 Prozent.
Investitionsabsichten: Die Dynamik der Investitionen lässt weiter nach. Der Anteil der Befragten, die ihre Investitionen in den nächsten zwölf Monaten reduzieren wollen, steigt auf 22 Prozent (Herbst 2025: 15 Prozent). Gleichzeitig geht der Anteil der Unternehmen mit Expansionsplänen etwas zurück (von 33 Prozent im Herbst 2025 auf 31 Prozent im Frühjahr 2026).
Umgang mit geopolitischen Herausforderungen: Angesichts einer angespannten geopolitischen Lage passen viele Unternehmen ihre Strategien an und ergreifen konkrete Maßnahmen. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Erschließung neuer Absatzmärkte. 76 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen sich im Zuge der aktuellen Herausforderungen mit diesen Themen. Zudem bauen 66 Prozent ihr Lieferantennetzwerk aus oder planen entsprechende Schritte. 46 Prozent berichten von erhöhten Investitionen vor Ort, während 40 Prozent ihre Lagerhaltung ausweiten, um sich besser gegen Risiken und Störungen abzusichern. 30 Prozent verlagern ihre Produktion oder sind in der Planung.

Unterschiede nach Weltregionen

USA: Nach den handelspolitischen Verwerfungen des letzten Jahres stabilisiert sich die Geschäftslage deutscher Unternehmen in den Vereinigten Staaten wieder. Die aktuelle Situation wird insgesamt positiver eingeschätzt. 43 Prozent der Firmen berichten von guten Geschäften in den USA, während zwölf Prozent ihre Lage als schlecht bewerten. Auch die Erwartungen an die zukünftige Geschäftsentwicklung haben sich verbessert. 46 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung, 15 Prozent erwarten hingegen eine Verschlechterung. Deutlich zurückhaltender fallen jedoch die Konjunkturerwartungen aus. Trotz der Rolle der USA als Nettoölexporteur spiegelt sich dies bislang nicht in einer höheren Zuversicht hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wider. So gehen 30 Prozent von einer konjunkturellen Abschwächung aus und 24 Prozent von einer Erholung.
Süd- und Mittelamerika: Die Einschätzungen in Süd- und Mittelamerika sind deutlich besser als im weltweiten Vergleich. Aktuell bewerten 43 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage in der Region als positiv, während nur 15 Prozent eine schlechte Situation melden. Auch die Erwartungen der Firmen bleiben überwiegend optimistisch. 58 Prozent rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, lediglich sechs Prozent erwarten Rückgänge. Entsprechend sind viele Unternehmen in dieser Region zuversichtlich, was die konjunkturelle Entwicklung betrifft. Begünstigt wird dies unter anderem durch vorhandene Energieressourcen und die damit verbundene Abhängigkeit sowie zusätzliche wirtschaftliche Impulse im Zusammenhang mit dem Mercosur-Abkommen. Vor diesem Hintergrund erwarten 33 Prozent der Befragten eine konjunkturelle Belebung, während 23 Prozent mit einer Abschwächung rechnen.
Eurozone: In der Eurozone fällt das Stimmungsbild deutlich verhaltener aus. Zwar bewerten 39Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, jedoch berichten elf Prozent von einer schlechten Situation. Auch die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung bleiben gedämpft. 34Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, während 18 Prozent eher pessimistisch eingestellt sind. Besonders zurückhaltend zeigen sich die Konjunkturerwartungen. Nur 13Prozent der Unternehmen erwarten eine wirtschaftliche Belebung, während 44Prozent mit einer Abschwächung rechnen. Belastend wirken vor allem die anhaltenden Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld.
Asien/ Pazifik (ohne China): Die starke Abhängigkeit von Energieimporten, anhaltende Lieferkettenstörungen sowie steigende Energie‑ und Rohstoffpreise wirken dämpfend auf die Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Insgesamt bleibt die Einschätzung jedoch überwiegend positiv. Viele Unternehmen blicken weiterhin zuversichtlich auf ihre eigene Geschäftsentwicklung. 45 Prozent rechnen mit besseren Geschäftsergebnissen, wenngleich sich der Optimismus gegenüber der Vorumfrage deutlich abgeschwächt hat. 16 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die Konjunkturerwartungen trüben sich hingegen deutlich ein. 35 Prozent der Unternehmen gehen von einer Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung aus, während 23 Prozent eine Verbesserung erwarten.
Greater China: In der Region Greater China zeigt sich die Geschäftslage deutscher Unternehmen insgesamt stabil. Belastungen durch steigende Energiepreise und mögliche Störungen in der Energieversorgung wirken sich bislang nur begrenzt aus, da die Region über strukturelle Ausgleichsfaktoren wie eine diversifizierte Energieversorgung und strategische Reserven verfügt. Zudem spielt die Sicherung der Energieversorgung für die Volksrepublik eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund bewerten 42 Prozent der Firmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, während zwölf  Prozent eine schlechte Situation melden. Auch die Erwartungen an die eigene Geschäftsentwicklung bleiben überwiegend positiv. 48 Prozent rechnen mit besseren Geschäften, lediglich sieben Prozent erwarten eine Verschlechterung. Zurückhaltender fallen hingegen die Konjunkturerwartungen aus. 18 Prozent der Unternehmen gehen von einer wirtschaftlichen Belebung aus, während 15 Prozent mit einer Abschwächung rechnen.
Afrika, Nah- und Mittelost: In Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten wird die wirtschaftliche Lage stark von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Gleichwohl berichten 40 Prozent der Unternehmen von einer guten aktuellen Geschäftslage, während 13 Prozent ihre Situation als schlecht einschätzen. Die Erwartungen an die eigene Geschäftsentwicklung bleiben insgesamt noch positiv. 43 Prozent der Firmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, während 17 Prozent eine Verschlechterung vor Ort erwarten. Deutlich verhaltener fallen jedoch die Konjunkturerwartungen aus. 34 Prozent der Unternehmen gehen von einer konjunkturellen Abschwächung aus, während 27 Prozent in den kommenden zwölf Monaten mit einer wirtschaftlichen Erholung rechnen.

Methodische Erläuterungen

Der AHK World Business Outlook basiert auf einer regelmäßigen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs).
Die Befragung fand vom 16. März bis 10. April 2026 statt. Über 4.500 deutsche Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Unternehmen mit engen Deutschlandbezug haben sich an der weltweiten Umfrage beteiligt.
Branchenverteilung:
  • 40 Prozent Industrie- und Baugewerbe
  • 42 Prozent Dienstleistungsgewerbe
  • 18 Prozent Handelsgewerbe
Größenverteilung:
  • 54 Prozent weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 26 Prozent 100 bis 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 20 Prozent mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Unternehmensstruktur:
  • 47 Prozent Tochterunternehmen/ Niederlassungen deutscher Unternehmen
  • 43 Prozent lokale oder (nicht deutsche) internationale Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland
  • 10 Prozent lokale oder (nicht deutsche) internationale Unternehmen mit Niederlassungen in Deutschland
Diese Zusammenfassung basiert auf den AHK World Business Outlook Frühjahr 2026 der Deutschen Industrie‑ und Handelskammer (DIHK) aus dem Bereich Internationale Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsrecht (Stand: Mai 2026). Den vollständigen Bericht finden Sie auf der Homepage der DIHK.