Regionale Wirtschaftsgeschichte

Die Rosenbaums

Blick auf Memmingen © Stadtarchiv Memmingen

Jüdisches Leben in Memmingen

Jüdisches Leben war seit Mitte des 15. Jahrhunderts tief verwurzelt im kulturellen und historischen Selbstverständnis der Stadt Memmingen. Und heute?

Briefkopf als Visitenkarte © Stadtarchiv Memmingen / Raya Hoffmann

„Feinste koschere Käse“ – das Käsegewerbe

Käsehersteller und Käsegroßhändler wie Wilhelm und Benno Rosenberg hatten sich auch auf koscheren Käse spezialisiert, der den religiösen Essvorschriften gläubiger Juden entsprach.

Antisemitismus_Plakat mit Hydrakopf © BArch, Plak 002-006-059 / Grafiker C. Kiesslich

Juden­feindliche Stimmung in Memmingen und in Bayern

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte eine systematische Hetze gegen Juden in Memmingen ein. Der „Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund“ schürte Militarismus, Nationalismus und Antisemitismus.

Die Memminger Krawalle vor dem Volksgericht © Stadtarchiv Memmingen

Die Rosenbaum-Krawalle

1921 entfachten rechte Täter in Memmingen ein Pogrom gegen Wilhelm Rosenbaum, bespuckten ihn, schlugen ihn und trieben ihn durch die Stadt. In einem Prozess erhielt Rosenbaum eine Haftstrafe, die Brandstifter kamen glimpflich davon. Stellt das Prozessgeschehen szenisch nach.

Feierliche Einzug zur Einweihung der neuen Synagoge in Memmingen © Leo-Baeck-Institut

Memmingen und seine wehrhafte jüdische Gemeinde

In den 1920er Jahren setzte sich die jüdische Gemeinde immer wieder zur Wehr. Sie appellierte an den Stadtrat, die Juden gewährleisteten Rechte zu wahren. Jüdische Unternehmer verhängten einen Wirtschaftsboykott gegen Zeitungen, die antisemitische Anzeigen veröffentlichten.

Stolpersteinefür die Familie Rosenbaum in Memmingen © CSF-Medien

Verfolgung, Exil und Erinnerung

Wilhelm Rosenbaum gelang mit seiner Familie die Flucht nach Palästina. Sein Cousin entkam ins Exil, verkraftete aber den Verlust der Heimat nicht. Zwei Schwestern Wilhelms wurden in der Shoah ermordet. Heute prägen bürgerliches und städtisches Engagement die Erinnerungskultur Memmingens. Doch der Antisemitismus bleibt gegenwärtig.