Luftverkehrssteuer sinkt: Wichtiges Signal für den FMO und die regionale Wirtschaft
Für den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) kann die Entlastung spürbare Folgen haben: Staatlich verursachte Standortkosten gehören zu den Faktoren, die Flugangebote in Deutschland verteuern und die Wirtschaftlichkeit einzelner Verbindungen beeinflussen. Sinkt die Belastung, verbessern sich die Rahmenbedingungen für Airlines – und damit auch die Chancen, wichtige Strecken in der Fläche zu erhalten.
Deutschland gehört allerdings weiterhin zu den teuersten Luftverkehrsstandorten in Europa. Die staatlichen Standortkosten sind im Vergleich zum EU-Durchschnitt rund doppelt so hoch. Die Senkung der Luftverkehrssteuer schafft daher noch keine Trendwende.
IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf sieht in der beschlossenen Senkung der Luftverkehrssteuer daher einen wichtigen ersten Schritt: „Die Entscheidung zeigt: Interessenvertretung wirkt, wenn Wirtschaft und Kammern gemeinsam mit Nachdruck auftreten. Für die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland müssen die staatlichen Standortkosten jedoch weiter sinken. Leistungsfähige internationale Verbindungen sind für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Region unverzichtbar.“
FMO, Fotos vom 13. September 2023, Postproduktion: MichaelMuecke.com
Besonders bedeutsam ist dies für die Verbindung zwischen dem FMO und dem Lufthansa-Drehkreuz München. Sie bleibt auch im Winterflugplan 2026/27 uneingeschränkt bestehen. Lufthansa wird die Strecke von Ende Oktober 2026 bis Ende März 2027 weiterhin mit bis zu vier täglichen Flügen bedienen. Zudem sollen Optimierungen im Flugplan bessere Umsteigezeiten ermöglichen – sowohl für innereuropäische Verbindungen als auch für Interkontinentalflüge.
Für die regionale Wirtschaft ist die Verbindung von erheblicher Bedeutung. Über das Drehkreuz München erhalten Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Zugang zu internationalen Märkten, Kunden, Lieferanten und Standorten. Gerade für exportorientierte Betriebe, international tätige Mittelständler und Unternehmen mit globalen Wertschöpfungsketten ist eine verlässliche Anbindung an den Luftverkehr ein
Der nun erzielte Erfolg hat eine Vorgeschichte: In den vergangenen Monaten hatte sich unsere IHK gemeinsam mit zahlreichen regionalen Unternehmen sowie der IHK Nord Westfalen für die Senkung der Luftverkehrssteuer und weiterer staatlicher Standortkosten eingesetzt. Ziel war es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass die Verbindung zwischen dem FMO und München erhalten bleiben kann. Die zunächst gesicherte Strecke zeigt, dass gemeinsames regionales Engagement Wirkung entfalten kann.
Mit der im Juni 2026 vorgelegten Luftverkehrsstrategie der Bundesregierung nimmt die Koalition die Standortkosten in den Fokus ihrer Arbeit. Die darin enthaltenen Maßnahmen fließen in die kommenden Parlamentsberatungen ein.
Mit der im Juni 2026 vorgelegten Luftverkehrsstrategie der Bundesregierung nimmt die Koalition die Standortkosten in den Fokus ihrer Arbeit. Die darin enthaltenen Maßnahmen fließen in die kommenden Parlamentsberatungen ein.