Attraktive Innenstädte: Keine Sonderbelastung der Gastronomie

Attraktive Innenstädte: Keine Sonderbelastung der Gastronomie
Attraktive Innenstädte und Ortskerne bieten heute neben dem stationären Einzelhandel auch Gastronomie, Aufenthaltsqualität und Veranstaltungsformate an. Restaurants, Bars und Cafés steigern mit ihren Angeboten die Verweildauer in den Zentren und sorgen so für Lebensqualität und Frequenz in Stadtzentren. Sonderbelastungen für die Branche, wie die für 2027 geplante Sondersteuer auf Verpackungen für To-Go Speisen und -Getränke in Osnabrück, könnten diese Funktion erheblich schwächen.
„Im Lebensmittelbereich sind die Vorgaben schon jetzt hoch. Unsere Branche braucht Entlastungen oder zumindest eine Atempause. Durch die Verpackungssteuer drohen nicht nur höhere Preise für uns und unsere Kunden, sondern – entgegen öffentlicher Bekundungen – mehr Bürokratie für alle Beteiligten“, sagt Davud Kücükugurlu, Inhaber des Restaurants „Zum Drehspieß“ in der Innenstadt von Osnabrück.
Die wirtschaftliche Lage vieler Gastronomiebetriebe in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist bereits angespannt. Steigende Personalkosten – etwa durch den steigenden Mindestlohn –, höhere Energiepreise und teurere Lebensmittel belasten die Betriebe, während viele Verbraucher gleichzeitig zurückhaltender konsumieren. Die Mehrkosten lassen sich häufig nicht vollständig an Gäste weitergeben, denn die Verbraucher reagieren nach der Inflationsentwicklung der Vorjahre preissensibel. Entsprechend wächst der wirtschaftliche Druck in der Branche: Laut Insolvenzstatistik der IHK ist die Zahl der Insolvenzen im Gastgewerbe im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 25 Prozent gestiegen.