Creator City Cologne
Köln ist die Stadt der Medien. Das gilt längst nicht mehr nur für die klassischen Medien wie Fernsehen, Radio und Print, sondern auch für die Creator Szene.
Wie wichtig diese Branche ist, weiß Kevin Tewe, Geschäftsführer der Kölner Influencer-Marketing Agentur „ALL IN“. Im Gespräch mit IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald und Moderator Konstantin Klostermann erzählt er, was Content Creator ausmacht, was sie für erfolgreiche Arbeit brauchen und welche Rolle die Stadt Köln dabei spielt.
IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald, Kevin Tewe (Mitte) und Moderator Konstantin Klostermann.
Vom Spaßprodukt zum Geschäftsmodell
Tewe hat den Aufstieg der Creator Economy von Anfang an miterlebt. Studiert hat er Medien- und Kommunikationswissenschaften und nach dem Studium zunächst Fernsehmoderatoren betreut. Vor etwa zehn Jahren wechselte er in die Welt der Sozialen Medien und begleitete dort den Aufstieg der Content Creator vom reinen Spaßprodukt zum ernsthaften Geschäftsmodell. „Es kam aus dieser Kreativ-Spaß-Szene, wurde dann ernst und jetzt wird halt von außen ganz viel dafür gesorgt, dass es gar nicht mehr so viel Spaß macht und dass gar nicht mehr diese Freiheit da ist“, sagt Tewe rückblickend. Es sei ein bisschen wie erwachsen zu werden, obwohl man eigentlich gerne noch jugendlich bleiben würde. Ein Highlight dieser Entwicklung sei für ihn aber, endlich ernst genommen zu werden und echter Teil der Medienwelt zu sein.
In Köln leben viele Content Creator
In Köln leben knapp die Hälfte der reichweitenstärksten Creator mit mehr als einer Million Followern, dazu etwa 1500 Creator mit mindestens 10.000 Followern. Das liegt laut Tewe daran, dass es hier von Anfang an viele Agenturen gab. „Wodurch sind Creator gewachsen? Durch gemeinsamen Content. Deswegen zieht es den Creator dahin, wo auch die anderen Creator sind“, erklärt er. Weiterer Vorteil in Köln: Hier „ist es nichts Besonderes, jemanden zu sehen aus der Öffentlichkeit“. Man könne hier anonym sein, müsse es aber nicht. Auch die Grundbedingungen seien gut, etwa was Drehgenehmigungen angeht. Was Tewe zufolge aber noch fehlt, sind mehr Events und kreative Konzepte, zum Beispiel in Lokalen. Tewe: „Es wird ja schwer für den Content Creator, wenn man nichts zeigen kann.“
„Wichtig ist, dass wir nicht noch weiter absacken”
Damit sich diese Branche in Köln hält und auch weiter entwickeln kann, müsse die Stadt jungen Menschen etwas bieten, meint Nicole Grünewald: „Wenn ich ein gutes Nachtleben habe, wenn ich für junge Menschen viel anzubieten habe - die ganzen Hochschulen, die Unis, viele machen ja nebenher auch noch eine Ausbildung oder ein Studium - da ist Köln natürlich super aufgestellt. Aber auch wichtig ist natürlich, dass wir hier nicht noch weiter absacken. Auch ein Content Creator findet es nicht lustig, wenn er über den Neumarkt geht und dort angegriffen wird oder da liegen irgendwelche Menschen. Also Köln hat damit auch eine große Verantwortung.“ Außerdem sei es gerade für diese Branche enorm wichtig, dass es schöne Bilder gebe. „Da ist in Köln noch Luft nach oben“, so Grünewald.
Köln müsse sich dafür einsetzen, die Hauptstadt der Creator-Szene zu bleiben. Abschließend sagte sie: "Ich bin super stolz darauf, dass wir in Köln so eine innovative neue Branche haben, denn Köln ist ja so eine alte Stadt. Und wie schön, dass so eine alte Stadt mit so einer jungen Branche so gut zusammen wirkt. Ich würde mir wünschen, dass man sich noch viel mehr gegenseitig nach oben zieht.
Die ganze Folge mit Moderator Konstantin Klostermann finden Sie hier!
Die Stimme der Wirtschaft als Audio-Podcast
Kontakt
Tanja Wessendorf
Kommunikation | Multimedia-Redakteurin
Jörg Löbker
Pressesprecher | Kommunikation