Ein Herz aus Schokolade
Wie wird aus einer mutigen Idee ein erfolgreiches Kölner Familienunternehmen? In der neuen Folge von “Stimme der Wirtschaft” spricht Annette Imhoff, Geschäftsführerin des Schokoladenmuseums Köln und Mitglied der IHK-Vollversammlung, über Unternehmertum, Erneuerung und gesellschaftliche Verantwortung.
Mehr als 716.000 Menschen besuchten das Schokoladenmuseum im vergangenen Jahr. Damit ist es das meistbesuchte Museum Kölns – und nach Angaben von Annette Imhoff sogar Nordrhein-Westfalens.
IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald (von links), Annette Imhoff und Moderator Konstantin Klostermann
Im Gespräch mit IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald und Moderator Konstantin Klostermann erinnert Imhoff an die ungewöhnlichen Anfänge des Hauses. Ihr Vater Hans Imhoff ließ das Museum 1993 ohne öffentliche Förderung und in nur 13 Monaten errichten. “Tatsächlich waren eigentlich alle dagegen”, erzählt Annette Imhoff. Auch innerhalb der Familie habe man die Idee zunächst für eine “Schnapsidee” gehalten. Heute zählt das Museum zu den bekanntesten Attraktionen der Stadt.
Ein Grund für den Erfolg ist die Verbindung verschiedener Rollen:
Wir sind zwar Museum und Bildungsort, aber natürlich auch ein Unternehmen, eine Kulturinstitution und eine Freizeitinstitution.
Auf mehr als 4.000 Quadratmetern verbindet das Haus Kulturgeschichte, Produktion und Genuss mit kritischen Themen wie Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen und Kolonialgeschichte. Seit 2020 wurde die Ausstellung im laufenden Betrieb umfassend modernisiert. Mehr als zehn Millionen Euro flossen in neue Räume, Filme und interaktive Angebote. “Außer dem Schokoladenbrunnen ist wirklich kein Stein auf dem anderen geblieben”, sagt Imhoff.
Wirtschaftlich steht das Museum auf mehreren Säulen: Neben Eintrittsgeldern tragen die eigene Schokoladenproduktion, Shop und Gastronomie sowie das Eventgeschäft zum Erfolg bei. Hochzeiten, Firmenveranstaltungen, Weihnachtsmarkt und Außenflächen ergänzen das Angebot. Auch gesellschaftliches Engagement gehört für Imhoff zum Unternehmertum. Das Museum ist ein von der UNESCO zertifizierter Bildungsort für nachhaltige Entwicklung und bietet unter anderem Programme für Schulen, Senioreneinrichtungen und demenziell erkrankte Menschen an.
Anderen Familienunternehmen rät Imhoff, die eigenen Stärken zu kennen und ein unverwechselbares Profil zu entwickeln:
Glaubwürdigkeit ist ebenfalls ein großes Thema: Wir müssen als Unternehmerinnen und Unternehmer zeigen, dass wir uns engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Eine Folge über Schokolade, unternehmerischen Mut und die Kunst, eine erfolgreiche Idee immer wieder neu zu erfinden.
Die neue Folge von “Stimme der Wirtschaft” sehen Sie hier:
Die Stimme der Wirtschaft als Audio-Podcast
Kontakt
Jörg Löbker
Pressesprecher | Kommunikation
Tanja Wessendorf
Kommunikation | Multimedia-Redakteurin