IHK-Hauptgeschäftsführer fordert schnelle Umsetzung des Mercosur-Abkommens
Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg, Max-Martin Deinhard, kritisiert die aktuelle Haltung der Europäischen Union zum Mercosur-Abkommen. Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das bereits ausgehandelte Abkommen erneut vom Europäischen Gerichtshof prüfen zu lassen, sende aus Sicht der regionalen Wirtschaft ein fatales Signal.
„Gerade in einer Phase, in der der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen in Europa so hoch ist wie selten zuvor, wäre das Mercosur-Abkommen ein starkes Zeichen für Offenheit, Verlässlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit gewesen“, erklärt Deinhard. Stattdessen vermittle die EU nach außen den Eindruck von Unsicherheit und innerer Uneinigkeit. „Das schadet nicht nur dem internationalen Ansehen Europas, sondern verunsichert auch Unternehmen, die auf stabile und planbare Rahmenbedingungen angewiesen sind.“
Dabei gehe es beim Mercosur-Abkommen nicht allein um den Abbau von Zöllen oder die Ausweitung der Handelsbeziehungen mit Südamerika, so Deinhard weiter. „In einer Welt zunehmender geopolitischer Spannungen muss Europa zeigen, dass es wirtschaftlich handlungsfähig ist und strategische Partnerschaften entschlossen umsetzt.“ Der Auftrag an die EU-Kommission sei daher eindeutig: „Das Abkommen muss trotz der laufenden juristischen Prüfung zügig umgesetzt werden, um weiteren Schaden für Wirtschaft und Standort Europa abzuwenden.“
Statement Max-Martin Deinhard, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg:
„Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das Mercosur-Abkommen erneut vom Europäischen Gerichtshof prüfen zu lassen, kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Gerade jetzt, wo der wirtschaftliche Druck auf die Unternehmen in der EU so hoch ist wie selten zuvor, wäre die Gründung der größten Freihandelszone der Welt ein starkes Signal für die Standfestigkeit und Handlungsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gewesen. Stattdessen sendet Europa ein Zeichen der inneren Uneinigkeit – mit negativen Folgen für Vertrauen, Planungssicherheit und internationale Glaubwürdigkeit.Dabei geht es beim Mercosur-Abkommen nicht allein um den Abbau von Zöllen oder die Ausweitung der Handelsbeziehungen mit Südamerika. In einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen muss die Europäische Union zeigen, dass sie wirtschaftlich mithalten kann und strategische Partnerschaften entschlossen umsetzt. Der Auftrag an die EU-Kommission ist daher eindeutig: Das Abkommen muss trotz der laufenden juristischen Prüfung schnellstmöglich umgesetzt werden, um weiteren Schaden für das Ansehen Europas und für unsere Wirtschaft abzuwenden.“