Innenstadtentwicklung
Innenstadtmonitor Ostfriesland und Papenburg
Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg hat gemeinsam mit dem Institut für Handelsforschung in Köln (IFH Köln) erstmals die Passantenfrequenzen in den Innenstädten von Aurich, Emden, Leer, Norden und Papenburg wissenschaftlich ausgewertet. Der neue Innenstadtmonitor zeigt: Wie viele Menschen eine Innenstadt besuchen, hängt nicht allein von ihrer Größe ab. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel von Stadtstruktur, Einzelhandel, Tourismus, Veranstaltungen, Wetter und saisonalen Effekten.
Frequenzmessungen liefern fundierte Datengrundlage für Handlungsempfehlungen
Die IHK hatte das Projekt zur Passantenfrequenzmessung initiiert, um Besucherströme systematisch zu erfassen und Einflussfaktoren besser zu verstehen. Gemeinsam mit den beteiligten Städten wurden dafür Passantenfrequenzmessgeräte in den Innenstädten installiert. Der Innenstadtmonitor wertet die Daten aus und leitet daraus Handlungsempfehlungen für Kommunen, Handel, Gastronomie und weitere Innenstadtakteure ab.
„Innenstädte sind nicht nur Einkaufsorte, sondern wichtige Wirtschafts-, Versorgungs- und Begegnungsräume. Wer sie erfolgreich weiterentwickeln will, muss wissen, was Menschen in die Zentren bringt und welche Angebote miteinander wirken. Der Innenstadtmonitor liefert dafür eine fundierte Datengrundlage und konkrete Ansatzpunkte für die Praxis“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard.
Jede Innenstadt hat ihr eigenes Frequenzprofil
Die Ergebnisse zeigen für jede der untersuchten Städte ein eigenes Frequenzprofil. Aurich profitiert unter anderem von der zentralen Fußgängerzone und der direkten Marktplatzanbindung. In Leer spielen Handel, Freizeit und Tourismus eine wichtige Rolle. Norden weist eine stark einkaufsgeprägte Innenstadt auf, die zusätzlich von touristischen und saisonalen Effekten beeinflusst wird. Papenburg profitiert insbesondere von Tourismus, Aufenthaltsqualität und Veranstaltungen. Der untersuchte Standort in Emden ist stärker durch lokale Alltagsnutzung geprägt.
Über alle Städte hinweg zeigt sich vor allem die Bedeutung von Veranstaltungen. Stadtfeste, Märkte, Weihnachtsmärkte und verkaufsoffene Sonntage zählen zu den wichtigsten Frequenztreibern. Besonders wirksam sind sie, wenn sie räumlich eng mit Einkaufs- und Gastronomielagen verbunden sind. Auch Wetter, Ferienzeiten oder verlängerte Wochenenden können die Wirkung beeinflussen.
„Eine zentrale Erkenntnis ist, dass Frequenz dort entsteht, wo unterschiedliche Besuchsanlässe zusammenkommen. Einzelhandel, Gastronomie, Märkte, Veranstaltungen, Tourismus und Aufenthaltsqualität sollten deshalb gemeinsam gedacht werden. Gleichzeitig hat jede Innenstadt eigene Stärken und braucht ein darauf abgestimmtes Profil“, sagt Jens-Peter Gödde vom IFH Köln.
Die gemessenen Passantenzahlen sind dabei ausdrücklich nicht als Ranking der Städte zu verstehen. Unterschiede bei Messstandorten, Innenstadtstruktur und Veranstaltungsräumen beeinflussen die Werte erheblich. Die Frequenzen geben daher vor allem Auskunft über die Nutzung einzelner Lagen – nicht über die Qualität einer Innenstadt insgesamt.
Nähere Informationen finden Sie in unserem Online-Artikel zum Innenstadtmonitor.