Exporte, Importe, Gütergruppen und Zeitreihen

Außenhandel Baden-Württembergs mit Russland und der Ukraine

Auf einen Blick

Exporte BW nach Russland im Jahr 2021
  • 3,8 Milliarden Euro
  • 1,7% Anteil an Gesamtexporten BW
  • Rangplatz 15 aller Handelspartner
  • +31,9 % zum Vorjahr (2020)
  • Top 3 Ausfuhrgüter: Kraftwagen und -teile (28,0%), Maschinen (27,5%), Elektrische Ausrüstungen (7,5%)
Exporte BW in die Ukraine im Jahr 2021
  • 0,6 Milliarden Euro
  • 0,3% Anteil an Gesamtexporten BW
  • Rangplatz 45 aller Handelspartner
  • +12,1 % zum Vorjahr (2020)
  • Top 3 Ausfuhrgüter: Maschinen (25,3%), Kraftwagen und -teile (21,9%), Pharmazeutische Erzeugnisse (9,9%)
Importe BW aus Russland im Jahr 2021
  • 2,0 Milliarden Euro
  • 1,0% Anteil an Gesamtimporten BW
  • Rangplatz 22 aller Handelspartner
  • +56,4 % zum Vorjahr (2020)
  • Top 3 Einfuhrgüter: Erdöl und Erdgas (40,3%), Metalle (28,4%), Kohle (16,3%)
Importe BW aus der Ukraine im Jahr 2021
  • 0,3 Milliarden Euro
  • 0,1% Anteil an Gesamtexporten BW
  • Rangplatz 55 aller Handelspartner
  • +27,2 % zum Vorjahr (2020)
  • Top 3 Einfuhrgüter: Kraftwagen und -teile (14,9%), Chemische Erzeugnisse (12,8%), Metalle (12,2%)

Außenhandelsstatistik: Handelsbeziehungen der Südwestindustrie zu Russland

Trotz der Belastungen durch den Ukraine-Konflikt und die Corona-Pandemie nahm der Handel zwischen der Südwestwirtschaft und Russland im Jahr 2021 laut dem Statistischen Landesamt deutlich zu. Baden-Württemberg exportierte Waren im Wert von rund 3,8 Milliarden Euro nach Russland und importierte russische Waren im Wert von 2,0 Milliarden Euro.
Der Wert der Südwestexporte nach Russland stieg im Vorjahresvergleich um 31,9 Prozent. Der Wert der Importe aus Russland stieg um 56,4 Prozent – hierbei spielte jedoch der starke Anstieg der Energiepreise eine große Rolle.
Insgesamt sind die Südwestexporte in die Russische Föderation rückläufig: Im Jahr 2012 betrug der Exportwert noch 5,3 Milliarden Euro, im Jahr 2021 waren es trotz des Anstiegs knapp 3,8 Milliarden Euro.
Wesentliche Ursachen für den Rückgang des bilateralen Handels zwischen Deutschland (ebenso: Baden-Württemberg) und Russland in den letzten Jahren liegen in Strukturschwächen der russischen Wirtschaft mit ihrer hohen Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten.
Der Rückgang der Öl- und Gaspreise in Verbindung mit der Abwertung des Rubels führte zu geringeren Einnahmen Russlands aus Energieexporten und sinkender Kaufkraft. Die aufgrund der fortbestehenden Destabilisierung der Ost-Ukraine durch Russland verhängten sektoralen EU-Wirtschaftssanktionen und die russischen Gegenmaßnahmen im Agrarbereich haben diesen Trend zusätzlich verstärkt. Auch die russische Politik der Importsubstitution und Lokalisierung hat sich auf den Außenhandel ausgewirkt.
Der leichte Anstieg der Exportumsätze mit Russland im Jahr 2017 geht hauptsächlich auf den im letzten Jahr angestiegenen Ölpreis zurück.
Grafik Außenhandel zwischen Baden-Württemberg und Russland von 1996 bis 2021
Spitzenreiter unter den Südwestexporten nach Russland waren 2021 mit einem Wert von jeweils gut 1,1 Milliarden Euro Kraftwagen und Kraftwagenteile sowie Maschinen. Die Kfz-Ausfuhren verzeichneten dabei ein Plus von 84,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Grafik zeigt die wichtigsten Exortgüter Baden-Württembergs nach Russland
Grafik Top Ten Exportgüter Baden-Württembergs und Deutschland nach Russland
Die baden-württembergischen Importe aus Russland bestanden im Jahr 2021 überwiegend aus Erdöl und Erdgas im Wert von 0,8 Milliarden Euro, gefolgt von Metallen und Kohle. Zusammen nahmen diese drei Gütergruppen fast 85 Prozent der Gesamteinfuhr aus Russland ein.
Russland bleibt größter Energielieferant Deutschlands. Jeweils fast 40 Prozent des deutschen Gas- und Ölbedarfs werden aus russischen Lieferungen gedeckt. Daneben bezieht die deutsche Wirtschaft in erheblichem Umfang Nichteisen-Metalle sowie Eisen und Stahl aus Russland.
Grafik zeigt die wichtigsten Importgüter Baden-Württembergs aus Russland
Grafik Top Ten Importgüter 2021 Baden-Württembergs und Deutschland aus Russland

Außenhandelsstatistik: Handelsbeziehungen der Südwestindustrie zur Ukraine

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008-2009 hat die ukrainische Wirtschaft sehr stark getroffen. Der Aufholprozess nach dem Einbruch war bis 2012 von hohen Wachstumsraten und damit einhergehender Inflation gekennzeichnet. Nicht zuletzt durch IWF-Kredite konnte die Lage nach der Wirtschaftskrise stabilisiert und eine allmähliche Erholung eingeleitet werden. 2012 ist diese Erholung auf Grund externer und interner Faktoren jedoch ins Stocken geraten. Dies führte in den folgenden Jahren bis einschließlich 2015 zu schwachen Jahren für Wirtschaft und Außenhandel der Ukraine. Seit 2016 setzte für die Südwestexporte eine Phase der Erholung ein. Das vertiefte und umfassende Freihandelsabkommen der EU mit der Ukraine wurde angewendet. Die Ukraine wendet sich vom zuvor größten Handelspartner Russland anderen Ländern zu.
Angesichts der aktuellen Lage geraten Anfang 2022 neben den Wirtschaftsbeziehungen Baden-Württembergs zu Russland auch jene zur Ukraine in den Fokus. Der Außenhandel mit der Ukraine hat im Jahr 2021 mit einem Plus im Vorjahresvergleich von 12,1 Prozent bei den Exporten und 27,2 Prozent bei den Importen einen neuen Höchststand erreicht. Er fiel mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 0,87 Milliarden Euro jedoch deutlich geringer aus als der mit Russland. Zuvor war 2007 das umsatzstärkste Jahr im Außenhandel mit der Ukraine gewesen (0,86 Milliarden Euro), wobei der aktuelle Wert im Vergleich deutlich mehr von den Importen getragen wird (beziehungsweise die Exporte damals im Vergleich deutlich höher lagen).
Grafik Außenhandel zwischen Baden-Württemberg und der Ukraine von 1996 bis 2021
Zu den wichtigsten Exportgütern der Südwestindustrie in die Ukraine zählten 2021 ebenfalls Maschinen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile mit Anteilen von 25,3 Prozent und 21,9 Prozent an der Gesamtausfuhr. Die Kfz-Ausfuhren verzeichneten dabei ein Plus von 54,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Maschinenexporte waren mit -0,5 Prozent leicht rückläufig.
Grafik zeigt wichtigsten Exportgüter Baden-Württembergs in die Ukraine
Grafik Top Ten Exportgüter 2021 Baden-Württembergs und Deutschlands in die Ukraine
Die stärksten Importgütergruppen aus der Ukraine nach Baden-Württemberg waren 2021 Kraftwagen und Kraftwagenteile (Anteil von 14,9 Prozent), chemische Erzeugnisse (12,8 Prozent) sowie Metalle (12,2 Prozent). Wobei sich (mit bedingt durch die Lieferprobleme und Rohstoffknappheit) der Wert der Metalleinfuhren sich im Vergleich zu 2020 verdoppelte.
Grafik zeigt die wichtigsten Importgüter Baden-Württembergs aus der Urkaine
Grafik Top Ten Importgüter 2021 Baden-Württembergs und Deutschland aus der Ukraine

Aktuelle Rankings zum Download


Informationen und Schaubilder zum Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland insgesamt zu Russland und der Urkaine finden Sie auf der Sonderseite des Statistischen Bundesamts.