IHK-MAGAZIN
Nr. 6509060
3 min Lesezeit
Schleswig: Nachfolge

Der Traum vom eigenen Geschäft

Eigentlich wollte sich die gebürtige Schleswigerin mit einem Laden in Berlin selbstständig machen. Über Umwege zog es Lisa Wippich aber zurück in die Heimat, wo sie letztes Jahr im August das Geschäft Stormbreaker übernommen hat.
Stammkunden, ein durchdachtes Konzept und bereits etablierte Hintergrundprozesse haben Lisa Wippich überzeugt, das Geschäft Stormbreaker in der Schleswiger Innenstadt zu übernehmen. „Es war eine Basis vorhanden, mit der ich direkt starten konnte. Zudem hatte ich dadurch Zugang zu Marken, die keine oder nur kaum neue Geschäftskunden annehmen“, sagt die 30-Jährige. Das habe ihr besonders zu Beginn geholfen, als noch jeder Schritt fremd war.
Zuvor hatte sie als Logistikerin bei der Bundeswehr gearbeitet, wusste aber, dass sie sich irgendwann mit einem Streetwear-Laden selbstständig machen möchte. „Ich habe schon immer von einem eigenen Geschäft geträumt, ursprünglich in Berlin. Während meines Praktikums bei Stormbreaker hat sich nach und nach aber herauskristallisiert, dass der Inhaber nach einer Nachfolge sucht“, so Lisa Wippich. Schließlich konnte sie ihre Partnerin überzeugen, ihrer Heimatstadt eine Chance zu geben. Mithilfe von Mentoren hat sie einen Businessplan erstellt und die nötigen Finanzierungsfragen geklärt. „Es ist total hilfreich, abseits von Freunden und Familie unabhängige Stimmen zuhören, die Erfahrungen in dem Bereich haben und die unterschiedlichen Interessen von Verkäufer und Käufer sehen – denn es geht auf beiden Seiten um viel Geld“, sagt sie.
Die Stadt hat bereits einiges zu bieten, aber in ihr steckt auch noch viel Potenzial.
Nach einem Dreivierteljahr kann sie bereits ein erstes Fazit ziehen. „Die Kunden haben mich mit offenen Armen empfangen. Zukünftig möchte ich gerne neue, junge Kunden dazugewinnen“, so Lisa Wippich. Dafür plant sie, die Verkaufsfläche neuzugestalten, das Online-Geschäft voranzutreiben und Social Media auf die Agenda zu setzen. „Langfristig möchte ich Schritt für Schritt meine eigene Note einbringen, die sich im gesamten Geschäft wiederfindet. Dafür bedarf es noch viel Arbeit, aber ich lerne am besten, wenn ich es einfach probiere und ins kalte Wasser springe.“
Der Umzug nach Schleswig sei die richtige Entscheidung gewesen:„Wir fühlen uns wohl. Die Stadt hat bereits einiges zu bieten, aber in ihr steckt auch noch viel Potenzial. Veranstaltungen wie das Norden Festival ziehen bereits junge Besucher in die Region – davon darf es gerne mehr geben, seien es Lesungen oder weitere kulturelle Programme.“ Lisa Wippich freut sich auf den Sommer, wenn wieder mehr Menschen durch die Straßen bummeln und vielleicht bei ihr im Stadtweg vorbeischauen.
Die IHK Flensburg bietet mit dem Nachfolgedialog einen kostenfreien Service für Betriebe an, die eine Unternehmensnachfolge planen und umsetzen möchten. Mehr unter: Nachfolgeberatung.
Autorin: Joana Detlefs
Veröffentlicht: April 2025

Weitere Neuigkeiten

Standpunkt: Standort SH
Diana Engelhard, Mit-Gründerin von Unleash Future Boats © Unleash Future Boats

Diana Engelhard ist Mit-Gründerin von dem Unternehmen Unleash Future Boats, das Greentech und Künstliche Intelligenz sowie maritime Sicherheitslösungen entwickelt. Sie plädiert dafür, alte Strukturen aufzubrechen, um Platz für Neues zu schaffen.

3 min Lesezeit
Wirtschaftsjunioren
Gruppe aus WJlern steht vor einem Bus mit Dünen im Hintergrund.

Seit rund 70 Jahren vertreten junge Führungskräfte ihre Interessen als Wirtschaftsjunioren (WJ). Über 10.000 Mitglieder bilden das Netzwerk der WJ Deutschland. Die Verbände in Nordfriesland, Dithmarschen, Flensburg und Schleswig berichten, was sie antreibt.

4 min Lesezeit
Nordfriesland: startuphafen.sh
Kooperationspartner des startuphafen.sh

Wer gründen oder eine Nachfolge antreten möchte, muss sich durch viele Anlaufstellen und bürokratische Herausforderungen kämpfen. Das Projekt „startuphafen.sh“ bündelt nun alle wichtigen Schnittstellen digital.

2 min Lesezeit