Pressemitteilung

Wirtschaft im IHK-Bezirk Rostock: Leerlauf statt Vorwärtsgang

Rostock/Stralsund. Zu Jahresbeginn 2026 kann das Konjunkturklima im IHK-Bezirk Rostock nicht an die zaghaften Aufwärtsbewegungen der vergangenen Konjunkturumfragen anknüpfen. Wie die gesamtdeutsche Wirtschaft leiden auch die Unternehmen im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns derzeit vor allem unter der schwachen Inlandsnachfrage und globalen Unsicherheiten, die den Export in Mitleidenschaft ziehen.
Gleichzeitig hemmen die angestauten strukturellen Standortprobleme und die erst sehr langsam Wirkung entfaltenden Investitionspakete des Bundes eine kräftigere binnenwirtschaftliche Erholung. Der IHK-Konjunkturklimaindex verschlechtert sich im Vergleich zur Vorumfrage vom Herbst 2025 um vier auf 99 Indexpunkte. Zu diesen Ergebnissen kommt die Auswertung der Antworten von 343 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage der IHK zu Rostock, die im Januar 2026 stattfand.
Die derzeitige Lage der gewerblichen Wirtschaft im Bezirk der IHK zu Rostock hat sich im Vergleich zum Herbst 2025 etwas eingetrübt. Die Erwartungen verändern sich kaum und bringen angesichts der aktuellen Lage und den mäßigen Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft die anhaltende Skepsis der Befragten zum Ausdruck. Aktuell sehen sich, mit Ausnahme der unternehmensnahen Dienstleister, alle Zweige der gewerblichen Wirtschaft schlechteren Geschäften gegenüber, wenn auch unterschiedlich stark. Wie auch in der Vorumfrage verharren die Investitions- und Beschäftigungsabsichten der Betriebe auf niedrigem Niveau.
„Die anhaltende Investitionsflaute zeigt sich auch deutlich in den Motiven für Investitionen. Es dominiert die Substanzerhaltung, während Kapazitätserweiterungen kaum eine Rolle spielen. Ein Lichtblick gibt es jedoch: Die Investitionen in Produktinnovationen gewinnen wieder an Bedeutung. Dies zeigt, dass die Unternehmen an ihre Fähigkeit, im Wettbewerb erfolgreich zu sein, glauben“, erläutert Melanie Wicht, Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Rostock, die Situation.
Die Erwartungen der befragten Betriebe kommen seit drei Umfrageterminen nicht von der Stelle: Gerade einmal zwölf Prozent der Firmen blicken hoffnungsvoll auf die kommenden zwölf Monate, während 24 Prozent von einer negativen Entwicklung ihrer Geschäfte ausgehen.
„Dass trotz der angekündigten Investitionsoffensive der öffentlichen Hand und mit einer noch recht neuen Bundesregierung bislang keine Trendwende hin zu mehr Optimismus eingeleitet wurde, legt drastisch offen wie tiefgreifend die strukturellen Probleme der Bundesrepublik sind. Wir schaffen es immer noch nicht, vom Leerlauf in den Vorwärtsgang zu schalten“, betont Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK zu Rostock, den Ernst der Lage. Er ergänzt: „Auch das globale handelspolitische Umfeld, mit einem US-Präsidenten der mit Zolldrohungen nur so um sich wirft, verunsichert die Wirtschaft zusätzlich, besonders die Industrie und das Verkehrsgewerbe. Einen Hoffnungsschimmer bieten immerhin die im Januar getroffenen EU-Handelsvereinbarungen mit den Mercosur-Staaten und Indien. Nur müssen diese auch zeitnah zur Anwendung kommen! ”