Wirtschaft im IHK-Bezirk Rostock: Leerlauf statt Vorwärtsgang
Der IHK-Konjunkturklimaindex kann an die Aufwärtsbewegung der vergangenen Konjunkturumfragen nicht anknüpfen und liegt zum Jahresbeginn 2026 mit einem Wert von 99 leicht unter dem Wert der Vorumfrage im Herbst 2025 von 103 Indexpunkten. Die aktuelle Lage der gewerblichen Wirtschaft im Bezirk der IHK zu Rostock hat sich im Vergleich zum Herbst etwas eingetrübt.
Die Erwartungen verändern sich kaum und bringen angesichts der aktuellen Lage und den mäßigen Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft die anhaltende Skepsis der Befragten zum Ausdruck. Wie die gesamtdeutsche Wirtschaft leiden auch die Unternehmen im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns derzeit vor allem unter der schwachen Inlandsnachfrage und globalen Unsicherheiten, die den Export in Mitleidenschaft ziehen. Gleichzeitig hemmen die angestauten strukturellen Standortprobleme und die erst sehr langsam Wirkung entfaltenden Investitionspakete des Bundes eine kräftigere binnenwirtschaftliche Erholung.
Geschäftsklima im IHK-Bezirk Rostock
Zu Jahresbeginn 2026 wird das Geschäftsklima im IHK-Bezirk Rostock vor allem durch hohe Arbeits- und Energiekosten sowie die mangelnde Dynamik in den Prozessen struktureller Reformen geprägt. In Verbindung mit aktuell wieder etwas schwächeren Geschäften bleiben die Geschäftserwartungen insgesamt zurückhaltend.
Hinzu kommen globale Unsicherheiten, bestehende und neue geopolitische Spannungen, verzögerte Handelsabkommen und existierende sowie befürchtete Engpässe bei wichtigen Rohstoffen, die die Exportperspektiven eintrüben und die Unternehmen verunsichern. Der IHK-Konjunkturklimaindex sinkt zum Jahresbeginn von 103 Indexpunkten auf einen Wert von 99 (gesamtes Mecklenburg-Vorpommern: 95, deutschlandweiter Wert: 96). Er liegt damit zehn Indexpunkte unter seinem langjährigen Durchschnitt. Zu diesen Ergebnissen kommt die Auswertung der Antworten von 343 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage der IHK zu Rostock, die im Januar 2026 stattfand.
Hinzu kommen globale Unsicherheiten, bestehende und neue geopolitische Spannungen, verzögerte Handelsabkommen und existierende sowie befürchtete Engpässe bei wichtigen Rohstoffen, die die Exportperspektiven eintrüben und die Unternehmen verunsichern. Der IHK-Konjunkturklimaindex sinkt zum Jahresbeginn von 103 Indexpunkten auf einen Wert von 99 (gesamtes Mecklenburg-Vorpommern: 95, deutschlandweiter Wert: 96). Er liegt damit zehn Indexpunkte unter seinem langjährigen Durchschnitt. Zu diesen Ergebnissen kommt die Auswertung der Antworten von 343 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage der IHK zu Rostock, die im Januar 2026 stattfand.
Info: Der IHK-Geschäftsklimaindex bildet das Ergebnis der Konjunkturumfrage in einer Größe ab, indem Geschäftslage- und Geschäftserwartungseinschätzungen gleichrangig berücksichtigt werden. Er wird gebildet als geometrischer Mittelwert der Salden aus Geschäftslage und -erwartungen.
Mit Ausnahme des Dienstleistungsgewerbes hat sich das Geschäftsklima in allen Zweigen der gewerblichen Wirtschaft verschlechtert, wenn auch unterschiedlich stark. Im Ergebnis können sich die Beschäftigungspläne und die Investitionsabsichten nicht erholen und verharren mit negativen Vorzeichen deutlich unter ihren langfristigen Mittelwerten.
Geschäftslage: Nur die Dienstleister können zulegen
Die aktuelle Geschäftslage schätzen die Unternehmerinnen und Unternehmer zum Jahresbeginn 2026 schwächer ein als in der Vorumfrage. 30 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als „gut“, nach 33 Prozent im Herbst 2025. Der Anteil mit „schlechter“ Lage steigt von 14 auf 18 Prozent. Der Saldo sinkt damit von 19 auf 12 Prozentpunkte. Er liegt damit weiter unter seinem langjährigen Mittelwert von 26 Prozentpunkten. Mit Ausnahme der Dienstleistungswirtschaft, die eine leichte Verbesserung der Situation konstatiert und der Industrie, die stabile Geschäfte vermeldet, entwickeln sich alle anderen Branchen negativ: Während sich beim Baugewerbe und den Betrieben des Gastgewerbes nur geringe Einbußen zeigen, verschlechtert sich der Status Quo im Handel und bei den Verkehrsbetrieben merklich.
Info: Der Saldo ergibt sich als Differenz der prozentualen Anteile aus positiven (gut/besser) und negativen (schlecht/schlechter) Einschätzungen. Die neutralen (befriedigend/gleichbleibend) Antworten bleiben unberücksichtigt.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer bieten die leicht verbesserten Einschätzungen der Unternehmen zu ihren Auftragsbeständen: 14 Prozent der betreffenden Umfrageteilnehmenden schätzen ihren aktuellen Auftragsbestand als „eher groß“ ein (Herbst: 15 Prozent), der Anteil der Betriebe mit einem „eher zu geringen“ Auftragsbestand sinkt im Vergleich zur Vorumfrage um fünf Prozentpunkte auf 26 Prozent.
Aktuelle Finanzlage: Etwas dünnere Luft
Die Finanzlage der Unternehmen bleibt mehrheitlich unproblematisch, zeigt jedoch leichte Eintrübungen. 54 Prozent der Betriebe melden eine unproblematische Finanzlage, nach 58 Prozent in der Vorumfrage. Der Anteil der Unternehmen, die einen Eigenkapitalrückgang angeben, steigt von 21 auf 25 Prozent, was als ein Indikator für eine verschlechterte Ertrags- und Umsatzsituation angesehen werden kann. Liquiditätsengpässe werden von 18 Prozent genannt, nach 19 Prozent im Herbst 2025. Der Anteil der Antwortenden, die sich mit einer drohenden Insolvenz konfrontiert sehen, bleibt mit zwei Prozent konstant.
Geschäftserwartungen: Unverändert skeptisch
Ein Stimmungsumschwung in Richtung eines belastbaren Wegs aus dem Konjunkturtal ist für die Unternehmen im IHK-Bezirk auch zu Jahresbeginn 2026 noch nicht ableitbar. Wenngleich deutlich besser als noch vor einem Jahr (Erwartungssaldo zu Jahresbeginn 2025: -24 Prozentpunkte), kommen die Zukunftseinschätzungen seit drei Umfragen nicht von der Stelle. Die Befragten sind – mit Ausnahme von Industrie und Gastgewerbe – über alle Branchen hinweg nicht zuversichtlich für ihre geschäftliche Entwicklung in den kommenden Monaten, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die anhaltende Schwäche der Binnennachfrage und auch die Belastungen aufgrund steigender Arbeits- bzw. Lohnnebenkosten sowie die weiterhin hohen Energiekosten bewirken, dass die Geschäftserwartungen auf niedrigem Niveau verharren: Während zwölf Prozent der Befragten hoffnungsvoll in die Zukunft schauen (Herbst: 13), geht mit 24 Prozent ein nahezu gleich hoher Anteil wie in der Vorumfrage von schlechteren Geschäften aus. Der Erwartungssaldo sinkt leicht von minus zehn auf minus zwölf Prozentpunkte und liegt damit weiter deutlich unter seinem langjährigen Mittelwert von -1,7.
Investitionen: Weiter in Wartestellung
Die Investitionsneigung bleibt schwach. Branchenübergreifend planen, wie in der Vorumfrage, 24 Prozent der Unternehmen mit höheren Investitionen, während der Anteil mit sinkenden Investitionsbudgets von 35 leicht auf 36 Prozent steigt. Der Investitionssaldo bleibt im Vergleich zum Herbst fast unverändert bei minus zwölf Prozentpunkten. Der Anteil der Firmen, die in den kommenden zwölf Monaten keine Ausgaben für Investitionen planen, nimmt um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent ab.
Die beharrliche Investitionsflaute wird auch in den Motiven für Investitionen deutlich, mit der Folge, dass der Ersatzbedarf dominiert: 82 Prozent der investitionsbereiten Befragten beabsichtigen, in den kommenden Monaten in den Substanzerhalt zu investieren. Weiter steigende Kosten führen dazu, dass mit 35 Prozent mehr antwortende Betriebe als in der Vorjahresumfrage (31 Prozent) in Rationalisierungsmaßnahmen investieren wollen. Der Wert für dieses Motiv liegt damit merklich über seinem langfristigen Durchschnitt von 30 Prozent. Im investitionsbereiten Verarbeitenden Gewerbe, das die Arbeitskosten als Risiko für seine wirtschaftliche Entwicklung angibt, ist die Bereitschaft für Rationalisierungsinvestitionen mit 71 Prozent dagegen viel stärker ausgeprägt. Aber auch die unter der schwachen Binnennachfrage und der Entwicklung der Arbeitskosten ächzenden Handelsunternehmen, wollen mit 58 Prozent verstärkt Kapital in Rationalisierungsprozesse lenken. Ein Lichtblick hingegen: Das Motiv der Produktinnovation wird wieder häufiger genannt und liegt mit 24 Prozent sogar kräftig über dem langjährigen Mittelwert von 18 Prozent.
Fremdfinanzierung: Für fast alle unkritisch
Gegenwärtig wird der Zugang zu Fremdfinanzierungsmitteln von den allermeisten Befragten als überwiegend unproblematisch wahrgenommen. Die meisten Unternehmen haben einen guten (23 Prozent) bzw. zufriedenstellenden (23 Prozent) Zugang zu externen Finanzierungen. Weiterhin benötigen 44 Prozent keine Finanzierung durch Dritte. Der Anteil der Firmen mit einem schlechten Zugang oder abgelehnten Fremdfinanzierungsvorhaben liegt mit elf Prozent auf dem Niveau der Vorumfrage vom vergangenen Herbst. Mit einer Kerninflationsrate und EZB-Leitzinsen auf verhältnismäßig niedrigem Niveau verliert auch die Zinshöhe bei den von einer Verschlechterung betroffenen Betrieben weiter an Relevanz: 26 Prozent geben die Zinshöhe als Grund an (Herbst 2025: 31 Prozent, Herbst 2024: 50 Prozent).
Exporte: Irrfahrt der USA-Zollpolitik belastet
Nachdem noch im Herbst eine merkliche Entspannung bei den exportierenden Befragten zu beobachten war, sind die Exporterwartungen zu Jahresbeginn – besonders aufgrund der Irritationen, die die Trump-Administration mit ihrer konfliktorientierten Außenpolitik und den letzten Zolldrohungen gegen die EU bzw. einzelne EU-Staaten auslösten – wieder stärker eingetrübt: 18 Prozent gehen von steigenden Exporten in den kommenden zwölf Monaten aus (Herbst: 17), während 36 Prozent mit einem Rückgang ihres internationalen Geschäfts rechnen (Vorumfrage: 29 ). Die Unsicherheiten zur bestehenden Zollvereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und der EU sowie neue Konfliktfelder, z. B. in Bezug auf den Iran oder lateinamerikanische Staaten, belasten durch die dadurch ausgelöste Volatilität an Finanz- und Warenmärkten die Unternehmen und beeinträchtigen deren dringend benötigte Planungssicherheit. Einen Hoffnungsschimmer bieten immerhin die im Januar getroffenen Handelsvereinbarungen mit den Mercosur-Staaten und Indien – unter der Voraussetzung, dass diese auch zeitnah zur Anwendung kommen.
Beschäftigung: Zurückhaltung dominiert
Die anhaltende Wirtschaftsschwäche belastet den Arbeitsmarkt: Die wieder etwas schlechtere wirtschaftliche Situation hat zur Folge, dass die Beschäftigungsabsichten der Betriebe wieder zurückgehen: Zwar wollen mit zwölf Prozent ein annähernd gleich großer Anteil die Beschäftigung erhöhen (Herbst: elf) und mit 68 Prozent konstant halten (Vorumfrage: 73). Auf der anderen Seite steigt die Quote der Unternehmen, die eine Beschäftigungsabnahme erwarten, von 17 auf 21 Prozent.
Neben der weiterhin schwachen wirtschaftlichen Dynamik erschweren hohe Arbeitskosten die Einstellung. Steigende Lohnzusatzkosten wie auch der seit Anfang des Jahres auf 13,90 Euro pro Stunde erhöhte Mindestlohn machen sich in vielen Betrieben bemerkbar. Auch wenn der Fachkräftemangel als Risikofaktor an Gewicht verliert, wird deutlich, dass für einen Großteil der gewerblichen Wirtschaft im IHK-Bezirk die Sicherung der eigenen qualifizierten Belegschaft im Fokus steht, um im Falle des Aufschwungs an diesem teilhaben zu können.
Die Länge und Tiefe des aktuellen konjunkturellen Tals bewirkt für die Betriebe eine Atempause in Bezug auf die Arbeitskräfteverfügbarkeit: Der Anteil der Befragten, die offene Stellen längerfristig nicht besetzen können, weil keine passenden Mitarbeitenden gefunden werden, sinkt auf 32 Prozent und erreicht damit seinen Tiefstwert seit Beginn der Aufnahme der Fragestellung in die Konjunkturumfrage im Jahr 2017. Dies gilt branchenübergreifend, wenngleich die Industriebetriebe beim Fach- bzw. Arbeitskräftemangel etwas weniger Entlastung erfahren. Der Anteil der längerfristig offenen Stellen liegt hier mit 41 Prozent merklich höher. Branchenübergreifend wird von den Betrieben mit unbesetzten Stellen der Personal- und Fachkräftemangel sogar als dominierendes Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Betriebes wahrgenommen: 80 Prozent der betroffenen Befragten geben dies an (Betriebe ohne offene Stellen: 19 Prozent; insgesamt: 38 Prozent).
Probleme: Sorgenfaktor Arbeitskosten
Die Erhöhung des Mindestlohnes und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das betriebliche Lohngefüge sowie realisierte als auch erwartete Steigerungen der Sozialabgaben haben zur Folge, dass die Kategorie „Arbeitskosten“ weiter an der Spitze der Rangfolge der betrieblichen Risiken und Probleme steht (51 Prozent). Gefolgt auf Rang zwei von der Sorgenrubrik „wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“ mit 42 Prozent und den Energiepreisen mit 40 Prozent. Dominierendes Thema in den Freitextantworten der „Hemmnisse und Risiken“ ist für eine Vielzahl der Befragten die hohe Belastung durch bürokratische Vorgaben.
Geschäftsklima in den Branchen
Industrie
Die Geschäftslage der befragten Industrieunternehmen zeigt sich zum Jahresbeginn 2026 im Saldo weitgehend unverändert. Der Anteil der Betriebe, die ihre aktuellen Geschäfte positiv beurteilen, liegt mit 30 Prozent zwar vier Prozentpunkte unter der Vorumfrage, allerdings nimmt auch der Anteil der „schlechten“ Rückmeldungen um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent ab. Etwas mehr als jeder zweite Befragte im Verarbeitenden Gewerbe bewertet die aktuelle Lage mit „befriedigend“ (56 Prozent).
Die Geschäftsaussichten trüben sich nur geringfügig ein: Im Januar sahen mit 16 Prozent (Herbst: 20) etwas weniger Unternehmen optimistisch in die nähere Zukunft, auf der anderen Seite sinkt ebenso der Anteil der skeptischen Zukunftsaussichten von 16 auf 14 Prozent. Verglichen mit den anderen Wirtschaftszweigen steht das Verarbeitende Gewerbe mit einem Konjunkturklimaindexwert von 109 Punkten am zweitbesten dar (Herbst 2025: 111). Die aktuell (noch) stabile Grundverfassung der Branche hat zur Folge, dass diese zwar bei den Beschäftigungsplänen weiter eher zurückhaltend aufgestellt ist, allerdings liegen sowohl die Investitionsabsichten als auch die Exporterwartungen der Industriebetriebe deutlich über dem Schnitt der gesamten gewerblichen Wirtschaft (Investitionssaldo: plus 14 Prozentpunkte auf minus zwei Prozent, Exportsaldo: auf plus einen Prozentpunkt auf vier Prozent im Vergleich zur Vorumfrage).
Baugewerbe
Die von der Bauwirtschaft händeringend erwarteten und im Doppelhaushalt 2026/2027 des Landes angesetzten 370 Mio. Euro aus Mitteln des Sondervermögens des Bundes finden bislang noch keine Umsetzung in konkreten Projekten, so dass das Baugewerbe des IHK-Bezirks aktuell kaum vorankommt. Der Lagesaldo der Branche bleibt mit 14 Prozentpunkten auf dem Niveau der Vorumfrage. Die noch nicht marktwirksamen öffentlichen Investitionsvorhaben führen dazu, dass die zuletzt gewachsene Zuversicht bei den Baufirmen einen Dämpfer erhält: Zu Jahresbeginn geht etwas mehr als ein Viertel von einer Verschlechterung in den kommenden Monaten aus, und kein befragter Baubetrieb ist dezidiert zuversichtlich. In der Folge sinkt der Branchenkonjunkturklimaindex um fünf auf 90 Indexpunkte (langjähriges Mittel: 109). Diese Tendenz findet sich auch in den Einschätzungen zum Auftragsbestand wieder: Wie im Herbst berichten ungefähr vier von zehn Bauunternehmen von einem „eher zu geringen“ Volumen.
Handel
Der positive Trend beim Geschäftsklima der Handelsunternehmen, der sich im vergangenen Jahr zeigte, setzt sich zu Jahresbeginn nicht fort. Das wichtige Weihnachtsgeschäft ist in weiten Teilen hinter den Erwartungen geblieben. Die vergleichsweise hohe Sparneigung der privaten Haushalte in Verbindung mit einer sinkenden (Netto-)Einkommenserwartung und vielfältigen Verunsicherungsfaktoren, wie neuen und bestehenden geopolitischen Risiken, Handelskonflikten oder dem intensiven Strukturwandel in maßgeblichen Schlüsselbranchen der deutschen Volkswirtschaft, führen zur Konsumzurückhaltung der Verbrauchenden, die sich unter anderem in einer geringen Anschaffungsneigung äußert. Zusammen mit dem beständigen intensiven Wettbewerb zwischen stationären und nichtstationären Einzelhändlern ergibt sich ein schwieriges Geschäftsumfeld für die regionalen Handelsbetriebe.
Während nahezu ähnlich viele Händler ihre Geschäftslage positiv wie negativ beurteilen („gut“: 24 Prozent, „schlecht“: 28 Prozent), weisen die Aussichten unzweifelhaft in eine negative Richtung. Lediglich vier Prozent der befragten Betriebe gehen von einer Verbesserung, 59 Prozent von Konstanz und 37 Prozent von einer Verschlechterung ihrer Geschäfte aus. Der Branchenkonjunkturklimaindex fällt von 93 auf 80 Indexpunkte.
Verkehrsgewerbe
Wie bei den Handelsbetrieben ist die gesamtwirtschaftliche Inlandsnachfrage für das Verkehrsgewerbe der bestimmende Einflussfaktor für die geschäftliche Entwicklung, da diese sich im Güterverkehr unmittelbar im Frachtvolumen niederschlägt. Allerdings sind es in erster Linie andere Faktoren, die der Verkehrs- und Logistikwirtschaft Sorgen bereiten: Noch vor den Arbeitskosten werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingen angeführt. Viele Befragte der Branche sehen die Einschränkungen des internationalen Handels durch Zölle oder Sanktionen als gewichtiges Hemmnis für ihre geschäftliche Entwicklung an. Der Branchenkonjunkturklimaindex sinkt im Vergleich zur Vorumfrage von 101 auf 90 Indexpunkte (langfristiger Durchschnitt: 114). Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten verlieren zu Jahresbeginn: Der Lagesaldo verschlechtert sich zur Vorumfrage um sieben auf drei Prozentpunkte und der Erwartungssaldo gibt um 15 auf minus 22 Prozentpunkte nach. Die negative Entwicklung bildet sich auch in den Auftragsbeständen der Branche ab: Keiner der befragten Logistiker gibt an, einen „eher großen“ Auftragsbestand zu besitzen, während der Anteil der „zu gering“-Nennungen bei 39 Prozent liegt.
Dienstleistungsgewerbe
Die Dienstleister stehen im Branchenvergleich weiterhin verhältnismäßig gut da und stemmen sich gegen den – unterschiedlich stark ausgeprägten – Abwärtstrend in anderen Sektoren der gewerblichen Wirtschaft des IHK-Bezirks. Zwar verschlechtert sich auch im Dienstleistungsgewerbe der geschäftliche Status Quo eindeutig, denn 33 Prozent der Befragten beurteilen die aktuelle Lage als „gut“ (Herbst: 42), 53 Prozent als „befriedigend“ und 14 Prozent als „schlecht“ (plus ein Prozentpunkte zum Herbst), so dass der Geschäftslagesaldo im Vergleich zur Herbstumfrage um sieben auf 25 Prozentpunkte zurückgeht. Allerdings sind die Dienstleister wesentlich zuversichtlicher als die Befragten der anderen Branchen: Während die Mehrheit weiterhin von gleichbleibenden Geschäften ausgeht (53 Prozent), erwarten aktuell bereits annähernd gleich viele Firmen eine Verbesserung der Geschäfte wie eine negative Entwicklung. Der Erwartungssaldo verbessert sich von minus 13 auf minus zwei Prozentpunkte. Folglich erhöht sich der Branchenkonjunkturklimaindex leicht um zwei auf 108 Indexpunkte und erreicht damit seinen höchsten Wert seit drei Jahren.
Gastgewerbe
Neben der, wie auch für andere konsumnahe Wirtschaftsbereiche, schwachen Binnennachfrage steht das Gastgewerbe zu Jahresbeginn 2026 vor anhaltend großen Herausforderungen. Mit drei von vier Beherbergungs- und Gaststättenunternehmen sehen so viele Befragte wie in keiner anderen Branche in den steigenden Personalkosten ein Risiko für die geschäftliche Entwicklung. Zusätzlich belasten die Energiepreise und die hohen Einkaufskosten für Lebensmittel die Betriebe stark. Auch wenn sich die Gästeankünfte und Übernachtungen im vergangenen Jahr (Stand: bis einschließlich Oktober 2025) positiv entwickelt haben, reduzierten viele Gäste vor Ort ihr Ausgaben und häufig auch die Verweildauer. Aktuell bewerten 15 Prozent (Herbst: 40 Prozent) der befragten Gastbetriebe ihre Lage als „gut“, 21 Prozent kommen zu einer negativen Einschätzung (Herbst: 18). Für 2026 ist das Gastgewerbe aber wieder hoffnungsvoller: 22 Prozent der Branche rechnen mit einer Aufhellung (Vorumfrage: 13) und ein gleich hoher Anteil geht von einer Eintrübung aus (Herbst: 31 Prozent). Die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Senkung der Umsatzsteuer für Speisen auf den ermäßigten Steuersatz verspricht für den Augenblick eine Entlastung beim kostenseitigen Preisdruck. Der Branchenklimaindex sinkt leicht um drei auf 97 Indexpunkte (langfristiges Mittel: 107).
Geschäftsklima in den Regionen des IHK-Bezirks
Auch für die Umfrage zum Jahresbeginn 2026 trifft zu: Die konjunkturelle Situation im Bezirk der IHK zu Rostock stellt sich regional deutlich unterschiedlich dar. Zwischen Rostock, als der größten Stadt des Bundeslandes, und den beiden Landkreisen im IHK-Bezirk, Rostock und Nordvorpommern, bestehen teilweise große Abweichungen. In der Hanse- und Universitätsstadt zeigt sich eine merklich positivere aktuelle Geschäftssituation, wenngleich diese schlechter als in der Vorumfrage ist. Die befragten Firmen machen gegenwärtig im Schnitt bessere Geschäfte als in den Landkreisen und sehen zuversichtlicher auf die kommenden Monate (Lagesaldo: 21, Erwartungssaldo: minus fünf Prozentpunkte).
Der IHK-Konjunkturklimaindex für Rostock sinkt im Vergleich zur Vorumfrage um sechs auf 107 Indexpunkte. Im regionalen Vergleich am herausforderndsten stellt sich die Geschäftslage für die Betriebe im Landkreis Vorpommern-Rügen dar: 23 Prozent der Umfrageteilnehmenden aus Vorpommern-Rügen beschreiben eine gute Lage, 24 Prozent ziehen ein negatives Fazit, wobei die Erwartungen für die kommenden Monate jedoch nicht skeptischer als im gesamten IHK-Bezirk sind (Erwartungssaldo: minus elf Prozentpunkte). Der IHK-Konjunkturklimaindex für den Landkreis Vorpommern-Rügen steigt marginal um einen Punkt auf 94 Punkte.
Die Lage der gewerblichen Wirtschaft im Landkreis Rostock pegelt sich zwischen den beiden anderen Regionen des IHK-Bezirks ein: 30 Prozent der Unternehmen schätzen ihre aktuelle geschäftliche Situation als „gut“ ein und 19 Prozent als „schlecht“ (Lagesaldo: 11 Prozentpunkte).
Bei den Geschäftsaussichten hingegen bilden die Betriebe im Landkreis Rostock das Schlusslicht im IHK-Bezirk. Nur zehn Prozent erwarten bessere Geschäfte und 29 Prozent gehen von einer schlechteren Entwicklung aus (Erwartungssaldo: minus 19 Prozentpunkte).
Im Ergebnis verliert der IHK-Konjunkturklimaindex für den Landkreis Rostock sieben Punkte zur Vorumfrage und liegt aktuell bei 95 Indexpunkten.
Die Wirtschaft in ganz Mecklenburg-Vorpommern auf einen Blick
Für Daten, die Gesamt-Mecklenburg-Vorpommern betreffen, haben wir einen gesonderten Artikel aufbereitet.