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IHK-Konjunkturbericht Frühsommer 2026 – Nahost-Konflikt drückt die Stimmung merklich

Dämpfer für die Wirtschaft in der Region: Der IHK-Konjunkturklimaindex hat die 100er-Marke wieder unterschritten. Der im Januar festgestellte Aufwärtstrend wird durch die Eskalation im Nahen Osten gestoppt. Zwar zeigt sich die Lage noch recht stabil, die Aussichten sind jedoch so schlecht wie seit vier Jahren nicht.
Die Stimmung der Unternehmen in der Region ist spürbar angespannter als zu Jahresbeginn. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Bewertung der Lage und die Erwartungen zusammenfasst, fällt im Vergleich zur letzten Umfrage im Januar um acht Prozentpunkte und liegt aktuell bei 96 Punkten. Damit liegt der Index auch unterhalb des Wertes vom Frühsommer 2025 (100 Punkte).
Die Unternehmen in der Rhein‑Neckar‑Region leiden derzeit nicht nur unter hohen Energiepreisen und geopolitischen Spannungen, sondern zunehmend auch unter massiven Lieferkettenproblemen, die durch die Iran‑Krise und die daraus resultierende Energieknappheit weiter verschärft werden. Die Wirtschaft bräuchte jedoch vor allem planbare Rahmenbedingungen, niedrigere Energie- und Standortkosten sowie weniger Bürokratie, um Investitionen wieder verlässlich tätigen zu können.
Aktuell melden 29 Prozent der Betriebe gut laufende, 52 Prozent befriedigende und 19 Prozent schlecht laufende Geschäfte. Der Lagesaldo fällt damit im Vergleich zum Januar um drei Prozentpunkte, liegt aber immerhin noch bei +10 Punkten. Im Mai des Vorjahres lag der Wert bei +9 Punkten.
Die Geschäftserwartungen der Betriebe sind hingegen deutlicher eingetrübt. Der Erwartungssaldo geht seit Jahresbeginn um 13 Prozentpunkte zurück, der Wert liegt mit -17 Punkten deutlich im negativen Bereich. Im Detail gehen nur noch 13 Prozent der befragten Betriebe von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten aus, 57 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung und 30 Prozent befürchten einen Rückgang. Die Betriebe sehen insgesamt kaum Wachstumssignale.
Mit Blick in die Branchen fällt auf, dass sich der zuletzt wahrgenommene Aufwärtstrend im verarbeitenden Gewerbe nicht weiter fortsetzt. Lag der saldo zuletzt mit sechs Punkten im positiven Bereich, so sinkt der Lageindikator in der Industrie aktuell um fünf Prozentpunkte auf +1 Punkt. Im Frühsommer 2025 lag der Wert ebenfalls um fünf Punkte höher bei +6 Punkten. Die Geschäftserwartungen in der Industrie sind unter dem Strich weiterhin negativ. Auch hier zeigt sich eine Abwärtsbewegung. So rechneten im Januar per saldo drei Prozent der Unternehmen mit schlechteren Geschäften, aktuell sind es elf Prozent.
Im Handel geht der Lagesaldo im Vergleich zum Januar mit einem Prozentpunkt nur geringfügig zurück. Aktuell schätzen per saldo 12 Prozent der Händler ihre Lage als schlecht ein. Dass sich der Konjunkturklimaindex im Handel so deutlich unter der 100-Punkte-Marke befindet liegt an den negativen Geschäftsaussichten. So fällt der Erwartungssaldo im Handel insgesamt von -25 auf -37 Punkte, im Einzelhandel sogar auf -43 Punkte. Betrachtet man nur den Großhandel, dann zeigt sich bei der Lage ein leichter Aufwärtstrend (von -13 auf -5 Punkte). Bei den Erwartungen geht es jedoch auch im Großhandel deutlich bergab. Der Saldo sinkt von -14 auf -27 Punkte.
Auch wenn die Stimmung bei den Dienstleistern nachlässt, so liegt der Wirtschaftsbereich im Sektorenvergleich weiterhin deutlich vorn. Nur hier befindet sich der Konjunkturklimaindex mit 102 Punkten oberhalb der 100-Punkte-Marke. Dabei schätzen die Unternehmen ihre Lage ähnlich gut ein wie im Januar. Der Saldo liegt aktuell bei +22 Punkten, im Januar waren es +23. Dass der Indexwert um zehn Punkte sinkt, liegt vor allem an den Erwartungen, die seit Jahresbeginn spürbar nachlassen. Lag der Erwartungssaldo im Januar mit zwei Punkten im positiven Bereich so fällt er aktuell um 17 Prozentpunkte auf -15 Punkte. Von den unternehmensnahen Dienstleistern und dem Finanzgewerbe kommen weiterhin insgesamt die besten Rückmeldungen des Dienstleistungssektors.
An der IHK-Konjunkturumfrage vom 13. April bis zum 30. April 2026 beteiligten sich 329 Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen.