Auslandsgeschäft
Traditionell sind die ausländischen Märkte für die Industrieunternehmen im Bezirk der IHK Rhein-Neckar von großer Bedeutung. Neben den Großunternehmen sind gerade die Mittelständler im verarbeitenden Gewerbe international aufgestellt und weltweit vernetzt. Mehr als 60 Prozent ihrer Umsätze erwirtschaften die Industrieunternehmen der Region im Ausland.
Der Außenhandel stand von Januar bis Mai 2026 unter Druck: Geopolitische Konflikte, insbesondere im Nahen Osten, führten zu höheren Energie- und Transportkosten. Gleichzeitig schwächte eine rückläufige Nachfrage aus wichtigen Märkten wie den USA und China die Exportaussichten. Hinzu kamen sinkende Auftragseingänge und steigende Beschaffungskosten, die die Wettbewerbsfähigkeit belasteten. Insgesamt entstand ein Umfeld hoher Unsicherheit, das die Handelsentwicklung deutlich bremste. Die Entwicklungen belasten auch die Stimmung der exportierenden Unternehmen in der Rhein-Neckar-Region spürbar.
Aktuell melden per saldo 26 Prozent der Betriebe sinkende Auslandsumsätze. Dies entspricht einem Rückgang von 21 Prozentpunkten seit Jahresbeginn. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland erfahren einen deutlichen Dämpfer, der Wert sinkt von +1 auf aktuell -27 Punkte.
Mit Blick auf die Exportabsichten hielten sich zunehmende und rückläufige Ausfuhrpläne zu Jahresbeginn noch die Waage. Im Frühsommer gehen per saldo neun Prozent der Industriebetriebe von rückläufigen Exporten in den kommenden zwölf Monaten aus.
Vor allem wegen der US‑Zollpolitik und der daraus resultierenden hohen Unsicherheit haben viele Industriebetriebe große Exportprobleme in die USA. Zusätzliche Zölle, Bürokratie und ein unberechenbarer handelspolitischer Kurs verteuern die Ausfuhrprodukte und schwächen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Ausfuhrpläne auf dem nordamerikanischen Markt sind daher im Frühsommer weiterhin rückläufig, der Saldo liegt mit -8 Punkten nahezu auf dem Wert vom Jahresbeginn (-9 Punkte).
Ähnlich sieht es bei den Ausfuhrplänen auf den Märkten innerhalb der Eurozone* und den weiteren EU-Ländern aus. Mit einem Wert von aktuell jeweils -7 Punkten befinden sich die Saldowerte hier weiterhin im negativen Bereich.
Auch auf dem asiatischen Markt zeigt sich ein leichter Rückgang. Zu- und abnehmende Ausfuhrpläne hielten sich zu Jahresbeginn noch die Waage, aktuell liegt der Saldo bei -4 Punkten.
Ein positiver Exportsaldo zeigt sich mit Blick auf Südamerika und das Vereinigte Königreich. Beide Märkte wiesen schon zu Jahresbeginn eine positive Entwicklung auf .
* Eurozone: Frankreich, Niederlande, Italien, Irland, Griechenland, Portugal, Spanien, Finnland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Malta, Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Slowenien, Zypern, Kroatien
