Dienstleistungsgewerbe
Im Vergleich mit den anderen Sektoren beurteilen die Dienstleister ihre Lage weiterhin mit Abstand am günstigsten, im Vergleich zum Januar lässt der Lageindikator kaum nach. Aktuell liegt der Lagesaldo mit +22 Punkten im positiven Bereich, zu Jahresbeginn waren es +23 Punkte. Im Detail bedeutet dies: 35 Prozent der Dienstleister melden eine gute Geschäftslage, 52 Prozent der Unternehmen bezeichnen sie als zufriedenstellend und nur 13 Prozent als schlecht.
Die Geschäftserwartungen lassen hingegen spürbar nach. Lag der Erwartungssaldo zuletzt noch mit zwei Punkten im positiven Bereich, so geht er aktuell um 17 Prozentpunkte auf -15 Punkte zurück: 13 Prozent der Dienstleister gehen von besseren Geschäften, 59 Prozent von gleichbleibenden und 28 Prozent von rückläufigen Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus.
Die schwache Inlandsnachfrage (60 Prozent) und die hohen Energie- und Arbeitskosten (jeweils 47 Prozent) werden als größte Geschäftsrisiken der Branche genannt (Mehrfachnennungen möglich). Darüber hinaus benennen 37 Prozent die geopolitischen Spannungen und 35 Prozent den Fachkräftemangel als Risiko. Die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen empfinden knapp drei von zehn Dienstleistern als belastend für ihre Geschäfte.
Die Investitionsabsichten gehen im Vergleich zum Jahresbeginn zwar leicht zurück, sie sind jedoch immer noch positiv. Aktuell liegt der Investitionssaldo mit fünf Punkten im positiven Bereich, im Januar waren es sechs Punkte. Wenn investiert wird, dann sind Ersatzbedarfsbeschaffungen (56 Prozent) und Digitalisierungsmaßnahmen (51 Prozent, Mehrfachnennungen möglich) die Hauptmotive. 34 Prozent der investierenden Betriebe geben an, in Vertriebs- und Serviceinnovationen investieren zu wollen. Knapp jedes fünfte Unternehmen möchte in Kapazitätserweiterungen investieren und 16 Prozent in Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen.
Die Beschäftigungserwartungen zeigten sich im Januar noch ausgeglichen, aktuell geht der Wert um vier Prozent auf -3 Punkte zurück.
Unternehmensbezogene Dienstleistungen*
Bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern ist die wirtschaftliche Lage weiterhin klar positiv. Per saldo melden 35 Prozent der Unternehmen gut laufende Geschäfte, was gegenüber Januar einem leichten Rückgang von fünf Prozentpunkten entspricht. Die Geschäftserwartungen sind hingegen negativ. Per saldo rechnen aktuell 16 Prozent der Unternehmen mit schlechteren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten. Dies entspricht einem Rückgang von 22 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorumfrage.
Die Investitionsplanungen legen hingegen zu. Waren sie im Januar noch ausgeglichen so ist der Saldo aktuell mit fünf Punkten im positiven Bereich. Wenn investiert wird, dann ist der Ersatzbedarf mit 59 Prozent das Hauptmotiv (Mehrfachnennungen möglich). Mehr als die Hälfte der investierenden Unternehmen planen zudem Mehrausgaben für Digitalisierungsprozesse. Die Dienstleister für Unternehmen rechnen weiterhin mit einer leicht rückläufigen Beschäftigungsentwicklung. Der Beschäftigungssaldo liegt aktuell bei -4 Punkten, im Januar lag der Wert bei +5 Punkten. Der Rückgang der Inlandsnachfrage, die hohen Arbeitskosten, die hohen Energiepreise und der Mangel an Fachkräften werden als größte Risiken der Branche eingeschätzt.
* IT-Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung, Werbung und Marktforschung, Übersetzen und Dolmetschen, Leasing/Vermietungsleistungen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Beratungsdienstleistungen, Sicherheitswirtschaft, Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
Personenbezogene Dienstleistungen**
Die Lageeinschätzungen bei den personenbezogenen Dienstleistern sind derzeit ausgeglichen. Gute und schlechte Meldungen halten sich die Waage, die meisten Unternehmen melden eine befriedigende Geschäftslage. Noch im Januar lag der Wert mit fünf Punkten im positiven Bereich. Die Geschäftserwartungen lassen deutlich nach. Per saldo rechnen 38 Prozent der Unternehmen mit einer negativen Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten. Im Januar war dies bei 24 Prozent der Unternehmen der Fall.
Aktuell melden per saldo 13 Prozent der Unternehmen, ihre Investitionstätigkeiten zurückzufahren. Dies sind 8 Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn. Wenn investiert wird, dann sind Ersatzbedarfsbeschaffungen weiterhin das Investitionsmotiv Nummer eins. Energieeffizienz- und Digitalisierungsmaßnahmen teilen sich den zweiten Platz. Die Beschäftigungserwartungen sind mit einem Saldo von +13 Punkten weiterhin positiv, auch wenn der Wert seit Januar um sieben Punkte nachlässt. Die hohen Energiepreise und Arbeitskosten werden als größte Risiken angesehen, gefolgt von der schwachen Inlandsnachfrage und den geopolitischen Spannungen.
** Reisevermittlung, Bildungswirtschaft, Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige personenbezogene Dienstleistungen, Kinos, Veterinärwesen, Gesundheits- und Sozialwesen
Finanzdienstleistungen
Jeder zweite Finanzdienstleister schätzt seine Lage aktuell per saldo als gut ein. Der Wert ist seit Januar um drei Prozentpunkte gestiegen. Darüber hinaus gehen per saldo 15 Prozent von einer positiven Entwicklung der Geschäfte in den nächsten zwölf Monaten aus, was einem Rückgang von acht Prozentpunkten gegenüber der letzten Umfrage entspricht.
Die Investitionsplanungen der Finanzdienstleister sind weiterhin positiv. Per saldo planen 15 Prozent der Unternehmen mit zunehmenden Investitionen in den nächsten zwölf Monaten. Dabei sind Digitalisierungsmaßnahmen das am häufigste genannte Investitionsmotiv, gefolgt von der Ersatzbedarfsbeschaffung und Investitionen in innovative Prozesse. Im Finanzdienstleistungssektor ist tendenziell von zunehmenden Beschäftigtenzahlen auszugehen, der Saldo liegt aktuell bei +6 Punkten. Die schwache Inlandsnachfrage schätzt die Finanzbranche als größtes Geschäftsrisiko ein, gefolgt vom Fachkräftemangel und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Hotel- und Gaststättengewerbe
Die Lageeinschätzungen der Hotel- und Gaststättenbetriebe sind weiterhin klar negativ. Auch die Geschäftserwartungen sind pessimistisch. Die Investitionspläne steigen hingegen tendenziell an, wenn investiert wird, dann vornehmlich in die Beschaffung von Ersatzbedarf. Die hohen Energie- und Arbeitskosten stellen mit Abstand die größten Risiken dar. Tendenziell ist von rückläufigen Beschäftigtenzahlen im Hotel- und Gaststättengewerbe in den nächsten zwölf Monaten auszugehen.
Verkehrsgewerbe
Die Stimmung im Verkehrsgewerbe bleibt angespannt. Während es bei den Lageeinschätzungen eine leichte Verbesserung gibt, gehen die Geschäftserwartungen deutlich zurück.
Die Fracht- und Beförderungskapazitäten sind aktuell zu 77 Prozent ausgelastet. Bei den Verkehrsunternehmen zeigen sich tendenziell zunehmende Investitionsausgaben, insgesamt ist aber von etwas weniger Beschäftigten in den nächsten zwölf Monaten auszugehen. Die hohen Energie- und Arbeitskosten, die schwache Inlandsnachfrage sowie die LKW-Maut und der Mangel an Fachkräften sind aktuell die meistgenannten Geschäftsrisiken der Branche.
