Handel

Einzelhandel

Die Einzelhändler schätzen ihre Lage weiterhin als kritisch ein, die Situation hat sich im Vergleich zum Januar wieder etwas verschlechtert. So berichten 18 Prozent der Einzelhändler von guten, 45 Prozent von befriedigenden und 37 Prozent von schlechten Geschäften. Der Lagesaldo liegt damit aktuell bei -19 Punkten. Zu Jahresbeginn, als das Weihnachtsgeschäft abgeschlossen war, lag er bei -9 Punkten.
Bei den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate zeigt sich eine noch deutlichere Eintrübung. Der Saldo sinkt von -36 auf -43 Punkte und damit auf einen Wert, der seit der Corona-Pandemie nicht mehr so negativ war.
Die trüben Aussichten wirken sich auch auf die Investitionsabsichten aus. Der Wert liegt mit -27 Punkten im negativen Bereich, im Januar waren es -24 Punkte. Die Abwärtsentwicklung im Verlauf des Jahres 2025 setzt sich damit auch in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2026 fort.
Wenn investiert wird, dann ist die Ersatzbedarfsbeschaffung mit 65 Prozent das vorherrschende Motiv (Mehrfachnennungen möglich). 39 Prozent der investierenden Einzelhändler planen in Digitalisierungsprojekte zu investieren und 35 Prozent in Vertriebs- und sonstige Innovationen. 13 Prozent investieren in Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen, neun Prozent in Rationalisierungen und nur noch vier Prozent der Einzelhändler planen zu expandieren.
Wie zu Jahresbeginn geht per saldo knapp jeder fünfte Einzelhändler von zurückgehenden Beschäftigtenzahlen in den nächsten 12 Monaten aus. Die schwache Inlandsnachfrage ist aktuell mit 64 Prozent wieder das größte Geschäftsrisiko im Einzelhandel, gefolgt von den hohen Energiepreisen, die von 57 Prozent als belastend wahrgenommen werden (Mehrfachnennungen möglich). Die hohen Arbeitskosten liegen mit 47 Prozent auf Platz drei der größten Geschäftsrisiken, wohingegen der Fachkräftemangel nur noch von rund einem Drittel als Hemmschuh wahrgenommen wird. Häufiger werden hingegen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (45 Prozent) und die geopolitischen Spannungen (43 Prozent) als Risikofaktoren genannt.

Großhandel

Die regionalen Großhändler und Handelsvermittler schätzen ihre Geschäftslage etwas besser ein, als zu Jahresbeginn. 26 Prozent der Großhändler beurteilen ihre Lage als gut, 43 Prozent als befriedigend und 31 Prozent als schlecht. Der Lagesaldo liegt damit bei -5 Punkten, im Januar waren es -13 Punkte.
Die Umsatzerwartungen verschlechtern sich jedoch deutlich (von -9 auf -29 Punkte) und so trüben sich die Geschäftserwartungen dementsprechend ein. Der Erwartungssaldo sinkt seit der Vorumfrage um 13 Prozentpunkte und liegt mit -27 Punkten noch deutlicher im negativen Bereich als zuletzt.
Bei den Investitionsplänen zeigt sich eine ähnliche Entwicklung wie bei den Geschäftserwartungen. Auch hier geht der Wert seit Januar um 13 Prozentpunkte zurück und liegt aktuell bei -26 Punkten. Wenn investiert wird, dann werden Digitalisierungsprojekte mit 66 Prozent als häufigstes Investitionsmotiv genannt (Mehrfachnennungen möglich). 56 Prozent der investierenden Großhändler möchten mehr Geld für die Ersatzbedarfsbeschaffung ausgeben und 38 Prozent planen Rationalisierungen. Vertriebs- und sonstige Innovationen planen nur noch 13 Prozent der Unternehmen, wohingegen Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen mit 22 Prozent und Erweiterungen/Expansionen mit 19 Prozent etwas häufiger genannt werden als im Januar.
Die Beschäftigungspläne im Großhandel sind unverändert negativ. Der Saldo liegt wie im Januar bei -22 Punkten. Für 74 Prozent der Großhandelsbetriebe stellen derzeit die hohen Energiekosten das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung dar (Mehrfachnennungen möglich). Die hohen Arbeitskosten und Rohstoffpreise nennen jeweils 64 Prozent als Hemmschuh. Die schwache Inlandsnachfrage war im Januar noch das größte Geschäftsrisiko der Branche, aktuell ist dieser der am viert häufigsten genannte Faktor (60 Prozent). Auf den nächsten Plätzen der am häufigsten genannten Geschäftsrisiken liegen mit 38 Prozent die Lieferkettenengpässe und mit 31 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Der Fachkräftemangel verliert zunehmend an Bedeutung. Nur mehr 29 Prozent der Betriebe sehen hierin ein Geschäftsrisiko.