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Nr. 7191902

IHK-Konjunkturbericht Herbst 2026 – Leichte Belebung, jedoch strukturell fragil

Die Wirtschaft in der Rhein-Neckar-Region zeigt im Herbst 2026 leichte Anzeichen einer Erholung. In Teilen der Wirtschaft hellt sich die Stimmung auf. Die Entwicklung bleibt jedoch zweigeteilt: Während die schwache Inlandsnachfrage die Binnenwirtschaft weiterhin belastet, setzen vor allem das Auslandsgeschäft und der Dienstleistungssektor positive Impulse.
Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Bewertung der Lage und die Erwartungen zusammenfasst, steigt im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai um sieben Punkte und liegt aktuell bei 103 Punkten. Damit liegt der Index wieder oberhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke, die potentielles Wachstum anzeigt. Der Wert signalisiert damit eine leichte Verbesserung des konjunkturellen Umfelds, von einem kräftigen oder selbsttragenden Aufschwung kann jedoch noch nicht gesprochen werden. Die Unternehmen bewegen sich weiterhin in einem herausfordernden Umfeld, das von hohen Kosten, wirtschaftspolitischen Unsicherheiten und einer insgesamt verhaltenen Investitions- und Konsumneigung geprägt ist.
Die Geschäftslage der Unternehmen in der Region bleibt im Herbst nahezu unverändert. Der Lagesaldo geht gegenüber dem Frühsommer leicht um einen Punkt zurück und liegt aktuell bei +9 Punkten. Zwischen den Branchen bestehen deutliche Unterschiede: Während die Dienstleister ihre Lage weiterhin klar positiv bewerten und sich die Situation in der Industrie etwas aufhellt, bleibt die Lage im Handel angespannt.
Deutlich positiver fällt der Blick auf die kommenden zwölf Monate aus. Der Erwartungssaldo steigt gegenüber dem Frühsommer um 15 Punkte von -17 auf aktuell -2 Punkte. Damit halten sich optimistische und pessimistische Einschätzungen inzwischen nahezu die Waage, bleiben aber leicht im negativen Bereich. Getragen wird die Aufhellung vor allem von den verbesserten Aussichten in der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe. Insbesondere das anziehende Auslandsgeschäft sorgt für neue Zuversicht. Von einer breiten und selbsttragenden Erholung kann jedoch noch nicht gesprochen werden, da die schwache Inlandsnachfrage die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin bremst.
Mit Blick auf die Branchen setzt vor allem das Dienstleistungsgewerbe positive Akzente. Der Lagesaldo steigt leicht um 1 Prozentpunkt auf +23 Punkte, während sich der Erwartungssaldo um 21 Punkte auf +6 Punkte verbessert. Auch die Beschäftigungspläne drehen mit +3 Punkten wieder in den positiven Bereich.
Die Industrie sendet nach schwierigen Monaten wieder erste positive Signale. Die Geschäftslage verbessert sich im produzierenden Gewerbe von +1 auf +4 Punkte. Noch deutlicher fällt die Aufhellung bei den Erwartungen aus: Der Saldo steigt von -11 auf +9 Punkte. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem das deutlich anziehende Auslandsgeschäft. Die schwache Inlandsnachfrage und eine Kapazitätsauslastung von lediglich 76 Prozent zeigen jedoch, dass die Erholung noch nicht auf einer breiten Basis steht.
Im Handel bleibt die Lage dagegen angespannt. Besonders der Einzelhandel leidet unter der anhaltenden Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher. Die Lage verbessert sich zwar leicht von -19 auf -15 Punkte, die Erwartungen verharren mit -40 Punkten aber weiter tief im negativen Bereich. Im Großhandel trübt sich die Lage von -5 Punkten im Frühsommer auf -10 Punkte im Herbst ein. Die Erwartungen erholen sich dagegen von -27 auf -15 Punkte.
Am Arbeitsmarkt ist noch keine Trendwende erkennbar. Der gesamtwirtschaftliche Beschäftigungssaldo verschlechtert sich leicht von -7 auf -8 Punkte. Damit planen weiterhin mehr Unternehmen einen Stellenabbau als einen Personalaufbau. Gleichzeitig nennen 41 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko.
Die größten Geschäftsrisiken bleiben die schwache Inlandsnachfrage mit 58 Prozent, hohe Arbeitskosten mit 52 Prozent und Energiepreise mit 48 Prozent. Für eine nachhaltige Erholung braucht die regionale Wirtschaft daher neben stabilen Auslandsmärkten vor allem stärkere binnenwirtschaftliche Impulse und verlässlichere Rahmenbedingungen.
An der IHK-Konjunkturumfrage vom 14. September bis zum 2. Oktober 2026 beteiligten sich 297 Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen.