Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung

Die Risikowahrnehmung der Unternehmen ist geprägt durch eine schwache Binnennachfrage, hohe Kosten und anhaltende Fachkräfteengpässe.
Die größte Sorge der Unternehmen in der Region Rhein-Neckar gilt nach wie vor der schwachen Inlandsnachfrage. 58 Prozent der Betriebe nennen die unzureichende Nachfrage aus dem Heimatmarkt als Geschäftsrisiko für die kommenden zwölf Monate, der Wert ist damit nahezu unverändert (Rückgang um 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Frühsommer). Damit bleibt die verhaltene Konsum- und Investitionsbereitschaft der privaten Haushalte und der Unternehmen der zentrale Belastungsfaktor für die regionale Wirtschaft.
Ebenfalls stark im Fokus stehen die hohen Arbeitskosten, die von 52 Prozent der Unternehmen als Risiko eingestuft werden. Wie bei der Inlandsnachfrage ist der Wert im Vergleich zur Vorumfrage nur um einen Prozentpunkt zurückgegangen.
Die hohen Energiepreise, die in der letzten Umfrage noch auf Platz 1 standen, werden im Herbst nur noch an dritter Stelle genannt. Sie stellen für 48 Prozent der Unternehmen ein wesentliches Geschäftsrisiko dar. Obwohl sich seit Mai ein deutlicher Rückgang um 11 Prozentpunkte zeigt, liegen die Energiekosten für viele Betriebe weiterhin auf einem Niveau, das deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Vor allem energieintensive Unternehmen sehen hierin einen Standortnachteil gegenüber internationalen Wettbewerbern.
Der Fachkräftemangel nimmt als strukturelles Problem für die regionale Wirtschaft wieder zu. 41 Prozent der Unternehmen befürchten, offene Stellen nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten besetzen zu können. Im Mai lag der Wert bei 35 Prozent. Das Thema ist damit das viertwichtigste Geschäftshindernis.
Die geopolitischen Spannungen stellen weiterhin für viele Betriebe ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung dar. 37 Prozent der Betriebe sehen in internationalen Konflikten, Handelshemmnissen und politischen Unsicherheiten ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben damit ein Unsicherheitsfaktor für exportorientierte Unternehmen und international vernetzte Lieferketten.
Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden von den Unternehmen kritisch bewertet. 35 Prozent sehen hierin ein Geschäftsrisiko, das durch einem Zuwachs von vier Prozentpunkten seit der Umfrage im Mai von Rang 7 auf Platz 6 vorrückt.
Hohe Rohstoffpreise stellen für ein Drittel der Unternehmen (33 Prozent) ein Risiko dar. Insbesondere in Industrie und Bauwirtschaft wirken die weiterhin hohen Materialkosten belastend auf Margen und Wettbewerbsfähigkeit.
Vergleichsweise geringer werden aktuell Finanzierungsprobleme (16 Prozent), die schwache Auslandsnachfrage (12 Prozent) sowie Lieferkettenprobleme (10 Prozent) als Risiken eingeschätzt.
Damit liegen die zentralen Risiken vor allem im nationalen Umfeld und wären grundsätzlich durch entsprechende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen beeinflussbar.

Die größten Geschäftsrisiken (Mehrfachnennungen möglich)