Investitionen

Die Investitionsabsichten der Unternehmen legen im Vergleich zum Frühsommer in allen Wirtschaftsbereichen zu. Aktuell rechnen 23 Prozent der Betriebe mit steigenden, 39 Prozent mit gleichbleibenden und 15 Prozent mit sinkenden Investitionsausgaben in den nächsten 12 Monaten. 23 Prozent der Unternehmen geben an, keine Investitionen zu tätigen. Der Investitionssaldo liegt damit per saldo mit acht Punkten im positiven Bereich, was einem Anstieg von neun Prozentpunkten seit Mai entspricht. Damit besteht die begründete Hoffnung, dass sich neben dem Exportsaldo und dem Staatskonsum eine weitere Komponente der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage belebt.
Mit Blick in die einzelnen Sektoren zeigt sich, dass dafür insbesondere der Dienstleistungssektor und der Handel verantwortlich sind. Der Handel (Großhandel und Einzelhandel) verzeichnete zwar mit 20 Punkten den größten Anstieg, liegt mit -4 Punkten aber weiter im negativen Bereich. Im Dienstleistungssektor fiel der Anstieg um 13 Punkte ebenfalls deutlich aus und erreichte mit 18 Punkten den höchsten Saldowert aller Branchen. Dies könnte mittelfristig zu einer Belebung der Auftragslage führen. In der Industrie zeigt sich seit der vorherigen Umfrage zwar auch ein deutlicher Aufwärtstrend bei den Investitionsplanungen. Der Saldo liegt jedoch weiterhin im negativen Bereich und steigt von -12 Punkten im Mai auf aktuell -5 Punkte. Mit Blick auf die unzureichende Auslastung der Kapazitäten, die Komplexität und die sehr lange Bindungswirkung von Investitionen im Industriesektor bleibt die Investitionszurückhaltung nachvollziehbar.
Ein Blick in die Investitionsmotive zeigt, dass der Ersatzbedarf mit 64 Prozent das mit Abstand vorherrschende Investitionsmotiv bleibt (Mehrfachnennungen möglich). 47 Prozent der investierenden Betriebe planen Investitionen in Digitalisierungsprozesse und 28 Prozent möchten ihre Innovationsprojekte ankurbeln. Bei 26 Prozent stehen Rationalisierungsprozesse ins Haus, nur 23 Prozent planen zu expandieren und ihre Kapazitäten zu erweitern und 20 Prozent investieren in Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen.