Dienstleistungsgewerbe
Die Dienstleistungswirtschaft bleibt auch im Herbst 2026 eine tragende Stütze der Konjunktur in der Rhein-Neckar-Region. Während die anderen Sektoren weiterhin mit einer schwachen Nachfrage und einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen haben, präsentieren sich die Dienstleister in einer vergleichsweise guten Verfassung. Die Unternehmen bewerten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Perspektiven für die kommenden Monate noch einmal positiver als im Frühsommer.
Die aktuelle Geschäftslage wird von den Dienstleistungsunternehmen im Vergleich zu den anderen Sektoren am besten bewertet. Der Lagesaldo steigt leicht von +22 Punkten im Mai auf aktuell +23 Punkte. Damit überwiegen die positiven Lageeinschätzungen weiterhin deutlich.
Noch positiver entwickelt sich der Blick in die Zukunft. Nachdem die Geschäftserwartungen im Frühsommer mit einem Saldo von -15 Punkten deutlich pessimistisch ausgefallen waren, verbessert sich der Wert nun um satte 21 Punkte auf +6 Punkte. Damit kehrt der Erwartungssaldo wieder in den positiven Bereich zurück. Die Unternehmen rechnen offenbar mit einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer weiterhin soliden bis steigenden Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Auch die verbesserten Aussichten in der Industrie und im Exportgeschäft dürften sich positiv auf einen großen Teil der dienstleistungsorientierten Unternehmen auswirken, die eng mit den regionalen Industriebetrieben zusammenarbeiten.
Die gestiegene Zuversicht spiegelt sich auch in den Investitionsplänen wider. Der Investitionssaldo erhöht sich von +5 Punkten im Frühsommer auf aktuell +18 Punkte. Die Dienstleister gehören damit zu den investitionsfreudigsten Branchen der Region. Investitionen fließen insbesondere in die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, den Ausbau digitaler Dienstleistungen, moderne IT-Infrastrukturen sowie die Weiterentwicklung bestehender Angebote.
Auch bei den Beschäftigungsplänen zeigt sich eine leicht positive Entwicklung. Der Beschäftigungssaldo steigt von -3 Punkten im Mai auf aktuell +3 Punkte. Damit rechnen wieder etwas mehr Dienstleistungsunternehmen mit einem Beschäftigungsaufbau als einen Stellenabbau. Dies unterstreicht die insgesamt stabile Geschäftsentwicklung der Branche und deutet darauf hin, dass die Dienstleistungsunternehmen bei ihrer Personalplanung wieder etwas zuversichtlicher sind.
Insgesamt bestätigt die aktuelle Konjunkturumfrage die besondere Rolle des Dienstleistungssektors als Stabilitätsanker der regionalen Wirtschaft. Die Unternehmen bewerten nicht nur ihre aktuelle Lage weiterhin positiv, sondern blicken auch wieder deutlich optimistischer auf die kommenden Monate. Steigende Investitions- und Beschäftigungsabsichten unterstreichen das gestiegene Vertrauen in die weitere Geschäftsentwicklung. Damit bleiben die Dienstleister ein wichtiger Wachstumsmotor und ein wesentlicher Pfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung in der Rhein-Neckar-Region.
Unternehmensbezogene Dienstleistungen*
Ein besonders positives Bild zeichnet die aktuelle Konjunkturumfrage bei den überwiegend unternehmensbezogenen Dienstleistern. Zu dieser Branche zählen unter anderem IT-Dienstleister, Ingenieur- und Planungsbüros, Beratungsunternehmen, Logistikdienstleister sowie verschiedene technische und wirtschaftsnahe Serviceanbieter. Viele dieser Unternehmen profitieren von ihrer engen Verflechtung mit den industriellen Kernbranchen der Region und von den laufenden Transformationsprozessen in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit.
Die aktuelle Geschäftslage wird von den unternehmensbezogenen Dienstleistern außerordentlich positiv bewertet. Der Lagesaldo liegt aktuell bei +31 Punkten und damit deutlich über dem Durchschnitt aller Branchen. Die Unternehmen profitieren weiterhin von einer insgesamt stabilen Nachfrage nach spezialisierten Dienstleistungen und einem hohen Bedarf an externem Know-how. Insbesondere Projekte in den Bereichen IT, Prozessoptimierung, Digitalisierung, Forschung und Entwicklung sowie regulatorische Beratung sorgen für eine solide Auslastung vieler Unternehmen.
Noch bemerkenswerter ist die Entwicklung der Geschäftserwartungen. Nachdem der Erwartungssaldo im Mai mit -16 Punkten noch deutlich im negativen Bereich lag, verbessert er sich in der aktuellen Umfrage um 21 Punkte auf nunmehr +5 Punkte.
Die gestiegene Zuversicht spiegelt sich auch in den Investitionsplanungen wider. Der Investitionssaldo erhöht sich von +5 Punkten im Frühsommer auf aktuell +13 Punkte.
Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich die unternehmensbezogenen Dienstleister ambitionierter als die meisten anderen Branchen. Der Beschäftigungssaldo verbessert sich von -4 Punkten im Mai auf aktuell +6 Punkte und liegt damit klar im positiven Bereich.
* IT-Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung, Werbung und Marktforschung, Übersetzen und Dolmetschen, Leasing/Vermietungsleistungen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Beratungsdienstleistungen, Sicherheitswirtschaft, Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
Personenbezogene Dienstleistungen**
Bei den überwiegend personenbezogenen Dienstleistern zeigt sich im Herbst 2026 eine Verbesserung der Stimmungslage. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Reisevermittlung, Bildungswirtschaft, Kunst, Unterhaltung und Erholung, Veterinärwesen, Gesundheits- und Sozialwesen. Nachdem die Branche in den vergangenen Quartalen unter der schwachen Konsumneigung vieler Haushalte gelitten hatte, mehren sich nun die Anzeichen für eine Stabilisierung.
Die aktuelle Geschäftslage wird insgesamt ausgeglichen bewertet. Positive und negative Lageeinschätzungen halten sich derzeit die Waage.
Besonders deutlich verbessert haben sich die Geschäftserwartungen. Lag der Erwartungssaldo im Mai noch bei -38 Punkten und damit auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau, steigt er in der aktuellen Umfrage auf -11 Punkte. Auch wenn die Erwartungen damit noch tendenziell negativ bleiben, hat sich die Stimmung innerhalb weniger Monate aufgehellt.
Auch die Investitionsbereitschaft hat wieder zugenommen. Der Investitionssaldo liegt aktuell bei +11 Punkten im positiven Bereich. Etwas zurückhaltender fallen dagegen die Beschäftigungspläne aus. Zwar bleibt der Beschäftigungssaldo mit aktuell +5 Punkten weiterhin positiv, allerdings liegt er unter dem Wert der Frühjahrsumfrage, als noch +13 Punkte erreicht wurden.
** Reisevermittlung, Bildungswirtschaft, Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige personenbezogene Dienstleistungen, Kinos, Veterinärwesen, Gesundheits- und Sozialwesen
Finanzdienstleistungen
Das Finanzgewerbe präsentiert sich im Herbst 2026 weiterhin in einer guten Verfassung. Die aktuelle Geschäftslage wird mit einem Saldo von +30 Punkten ausgesprochen positiv bewertet. Auch der Blick in die Zukunft fällt vergleichsweise optimistisch aus: Der Erwartungssaldo liegt bei +20 Punkten und signalisiert eine günstige Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten.
Die positive Grundstimmung schlägt sich auch in einer hohen Investitionsbereitschaft nieder. Mit einem Investitionssaldo von +36 Punkten weist das Finanzgewerbe den höchsten Wert unter den betrachteten Branchen auf.
Auch am Arbeitsmarkt setzt die Branche auf Wachstum. Der Beschäftigungssaldo erreicht +15 Punkte und zeigt, dass per saldo mehr Unternehmen Neueinstellungen planen als Personal abbauen wollen.
