IHK-Gremium Neumarkt

Transformation mit Innovation

Das IHK-Gremium Neumarkt setzt sich für die Förderung zukunftsweisender Technologien und den Wissenstransfer zwischen Hochschulen, Start-ups sowie Unternehmen im Landkreis ein. „Mehr denn je müssen die Kommunen die Digitalisierung ins Zentrum ihres Handelns rücken, sei es in den Schulen, in der Verwaltung oder beim Ausbau der Infrastruktur vor Ort“, betont die Gremiumsvorsitzende Ursula Hammerbacher in der Herbstsitzung. Nur so könne eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Neumarkt funktionieren.

Innovationskern Neumarkt

In Kooperation mit der Stadt Neumarkt entsteht am Neumarkter Residenzplatz ein Digitales Innovationslabor (DIL) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. „Es soll ein attraktives Netzwerk für digitale und innovative Gründer schaffen und regionale Unternehmen bei der Gestaltung ihrer digitalen Transformation unterstützen“, stellte OTH-Vizepräsidentin Prof. Dr. Christiane Hellbach das Projekt gemeinsam mit Prof. Ralf Hartleben und Prof. Dr. Wolfgang Weber vor. Zunächst seien dort Büros und ein Co-Working-Space geplant. Im diesjährigen Wintersemester soll eine Bedarfsanalyse bei den regionalen Unternehmen Ansatzpunkte für ein eng auf deren Bedürfnisse abgestimmtes Angebot des DIL liefern. Sofern die Anfangsphase erfolgreich verlaufe, sei ein Umzug in das neue Hochschulgebäude denkbar. „Neben dem angesiedelten Studiengang der TH Nürnberg ‚Management in der Biobranche‘ und dem Technologiecampus Parsberg-Lupburg ist dieses Projekt für die Region ein weiterer Schritt Richtung Hochschulstandort“, so IHK-Geschäftsstellenleiterin Silke Auer.
Innovation bedarf es jedoch auch an anderer Stelle: Eine vorausschauende Innenstadtentwicklung, um für Bewohner und Besucher attraktiv zu bleiben, sehen die Gremiumsmitglieder als zukunftsweisend. „Stadt- und Ortszentren sind das Fundament für attraktive Wohn- und Arbeitsorte und stellen somit einen entscheidenden Baustein für den wirtschaftlichen Erfolg einer Region dar“, betonte IHK-Handelsexperte Josef Ebnet. Multifunktionalität ist für Ebnet das Stichwort für die Zukunft der Innenstadt: „Gerade kleine und mittlere Städte brauchen in ihren Zentren einen breit gefächerten Nutzungsmix – zum Einkaufen, Leben und Verweilen.“ Die Trostlosigkeit leerer Innenstädte habe die aktuelle Corona-Situation mehr als verdeutlicht.

Kommunale Investitionen und Arbeitsmarkt

Die Pandemie habe Spuren hinterlassen, doch „auch wenn wir für 2020 eine Delle erwarten müssen, kann die Stadt diese durch vorhandene Rücklagen und dem Rekordergebnis an Steuereinnahmen vergangenes Jahr abmildern“, zeigte sich Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann bei seinem Gastvortrag zuversichtlich. Die aktuell großen Investitionen wie das Schlossbad, das Mitte 2021 eröffnet werden soll, und der Bürgertreff in Pölling würden umgesetzt. Außerdem laufen die Bauarbeiten zur Erweiterung der Tiefgarage am Residenzplatz, auf der dann das neue Hochschulgebäude errichtet werden soll. Geplant sei der Bezug bis Ende 2024.
Uwe Frömel von der Agentur für Arbeit berichtete von den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt: „Durch die Pandemie-bedingten Einschränkungen in der gesamten Wirtschaft erhöhte sich die Arbeitslosenzahl im Landkreis Neumarkt auf 1.794 Personen, 462 mehr als noch im Vorjahr.“ Seit Juli scheine sich die Situation wieder zu stabilisieren und verlaufe ähnlich zu 2019, allerdings auf einem höheren Niveau. „Im Landkreis Neumarkt meldeten ein Drittel der Betriebe Kurzarbeit, rund 40 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – vor allem in den Wirtschaftszweigen Handel, verarbeitendes Gewerbe  und Gastronomie – waren davon betroffen“, fasste Frömel zusammen.
(21.10.2020)